Zweibrücken setzt auf‘s Rad

Als erste offizielle Aufgabe übergaben Lars Danzenbächer und Klaus Fuhrmann (von links im Hintergrund mit blauen Jacken) den ausgezeichneten jungen Radlern des Hofenfelsgymnasiums einen Fahrradständer als Gewinn.Foto: von Waldow
Als erste offizielle Aufgabe übergaben Lars Danzenbächer und Klaus Fuhrmann (von links im Hintergrund mit blauen Jacken) den ausgezeichneten jungen Radlern des Hofenfelsgymnasiums einen Fahrradständer als Gewinn.Foto: von Waldow - (Bild 1 von 1)

Zweibrücken. In Sachen Fahrrad hat die Stadt Zweibrücken in diesem Jahr regelrechte Känguru-Sprünge absolviert. Beim diesjährigen Stadtradeln konnten die Zweibrücker als beste Newcomer 2020 noch einmal deutlich steigern und vor allem auch die beiden Gymnasien dafür begeistern.

Außerdem hat die Stadt seit Neuestem gleich zwei Radverkehrsbeauftragte, die sich im Rahmen der Schulehrung gleich mit vorstellten. Sowohl Klaus Fuhrmann als auch sein Stellvertreter, Lars Danzenbächer, sind als Vielfahrer Gründungsmitglieder der Initiative Pro Fahrrad in Zweibrücken und maßgeblich an der Organisation der Aktion Stadtradeln beteiligt. Stolz verkündete Stadtradeln-Sprecherin Anke Fuhrmann das respektable Ergebnis von 224446 Kilometern, mit dem die Zweibrücker ihre Einstiegsleistung mehr als verdoppelt hatten.

Ungefährdet auf dem 2. Platz

„Landesweit sind wir damit Zwölfte und bei den Städten zwischen 10000 und 50000 Einwohnern belegen wir ungefährdet Rang zwei hinter Frankenthal. Das ist deutlich größer“, informierte sie stolz. Maßgeblich beteiligt an dem sensationellen Ergebnis waren das Hofenfelsgymnasium mit 16547 geradelten Kilometern auf dem Silberrang hinter Seriensieger Rimschweiler (25842 km) und knapp vor dem Helmholtzgymnasium (15977 km). Die beiden Schulen hatten nicht nur in der Konkurrenz miteinander zum Schluss noch einige Schippchen Radkilometer drauf gelegt, sondern auch die einzelnen Klassen und Gruppierungen schulintern.

Hofenfelsleiter Jörg Neurohr bedankte sich für die Organisation, die Aufwand und Zeit koste. Neben dem Klimaaspekt sind dem Oberstudienrat als Sportlehrer auch die Auswirkungen des Radfahrens für Gesundheit, Fitness und Sportlichkeit ein Anliegen. Stolz ehrte er deshalb die besten Teilnehmer in Gruppen wie einzeln mit einer offiziellen Pro Rad-Schulurkunde.

Der große Preis für alle Helmholtzer, ein Fahrradständer, wurde neben dem bereits angeschafften Schul-Radständer auf dem kleinen Lehrerparkplatz unterhalb der Treppe aufgestellt. „Als ich vor 30 Jahren das letzte Mal hier war, parkten hier nur Fahrräder und der Platz war überdacht“, erinnert sich Klaus Fuhrmann. Als Radverkehrsbeauftragtem ist dem 52-jährigen Rimschweiler ein Anliegen, das Radeln in Zweibrücken vor allem alltagstauglich zu machen und über den reinen Freizeitwert auszudehnen. Anfragen für eine Anbindung des HFG an das Radwegenetz habe es bereits gegeben. „Wir werden uns darum kümmern“, versprach er.

Ebenso wie sein Arbeitskollege, Lars Danzenbächer (48), fährt der Pallmann-Mitarbeiter seine fünf Kilometer täglich mit dem Rad und lässt sein Auto so oft wie möglich stehen. Ohnehin engagiert für das Radfahrthema, fühlte sich das SPD-Stadtratsmitglied von dem neuen Ehrenamt sofort angezogen. „Wir werden feste Sprechzeiten einrichten, sobald dafür ein Raum gefunden ist“, erklärt Oberbürgermeister Marold Wosnitza.

Anliegen per E-Mail

Bis zur eigenen E-Mail können sofort Anliegen an die Fahrradbeauftragten über die offizielle Stadtmail stadtverwaltung@zweibruecken.de gerichtet werden. In den Fokus will das Duo vor allem Themen wie Sicherheit und Ausbau eines Radwegenetzes quer durch die Stadt und im Umkreis. Dort mache nach dem Regensommer vor allem Bewuchs an den Radwegen von Brennnessel bis Brombeerranken den Radlern das Leben schwer. Auch die Wegeführung soll geklärt werden, etwa durch Fragen an Radler, weshalb sie trotz Verbotes den Guldenweg nutzen.

„Wir sind nicht dazu da, Radfahrer-Fehlverhalten zu ahnden. Dafür gibt es andere Stellen“, betont Klaus Fuhrmann. Vielmehr sei das Anliegen, im Dialog gute Lösungen zu finden. Möglicher Weise auch für die Mountainbiker, deren angelegter Bikerpark in der Fasanerie aus Sicherheitsgründen abgebaut werden musste.

Über eine Aufteilung der Aufgaben hat das Fahrrad-Duo noch nicht nachgedacht. Da Lars Lanzenbächer viel mit dem Touren- und Rennrad wie auch dem Mountainbike unterwegs ist, wird er sich dieses Themas annehmen. Generell sei das Ziel viel mehr Zweibrücker über gute und sichere Radwegführung dazu zu animieren, viel öfter vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen: „Das gibt mehr Ruhe in der Stadt, bessere Luft und mehr Platz für alle, letztlich auch für die verbleibenden Autofahrer.“

Das Hofenfelsgymnasium ehrte als beste Radfahrgruppen die Klasse 5b (2417 km), den 12er LK Erdkunde (2018 km), die Klasse 5c (1353 km), als beste Einzelfahrer Zoe Semar (518 km), Kevin Podstawka (496 km), Malo Gregoire 5b (334 km) Insgesamt legten 89 Radelnde eine durchschnittliche Strecke von 186 km pro Kopf zurück.cvw

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