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Zwei Sommerschulen, ein Standort

Bildunterschrift: Pilotprojekt: zwei Sommerakademien verschmelzen zum „International Campus“.Foto: Jana Stehliková
Pilotprojekt: zwei Sommerakademien verschmelzen zum „International Campus“.Foto: Jana Stehliková - (Bild 1 von 1)

Otzenhausen. Wenn es zwischen dem 12. und 22. Juli heiß hergeht an der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO), liegt das definitiv nicht nur am Sommerwetter. Rund 55 Studierende aus der ganzen Welt verwandeln die Akademie in ein Labor für die Zukunft. Der „International Campus 2026“ bringt junge Leute zusammen, die sonst wohl nie aufeinandergetroffen wären.

„Super, dass unser neues Format in diesem Jahr so gut angekommen ist“, freut sich Dr. Jana Stehlíková. Die EAO-Studienleiterin betreut federführend die Transatlantic Summer Academy und den European Summer Course im Rahmen des International Campus 2026.

Das Konzept ist neu: Wir verschmelzen die beiden ursprünglich getrennten Sommerakademien so, dass es gemeinsame Schnittmengen und eigene Themenschwerpunkte gibt. Gerade die gemeinsamen Einheiten ermöglichen einen echten Austausch der Teilnehmenden. Zur gleichen Zeit kommen Studierende aus über 20 Ländern, viele aus Europa, aber auch aus Amerika, Asien und Afrika.

Gern angedockt hat sich dabei ein bewährter Partner aus Übersee: Die Kennesaw State University aus Georgia (USA) schickt eine Delegation exzellenter Studierender zu ihrer „Transatlantic Summer Academy“. Ihr Programm verspricht eine „Entdeckungstour durch Deutschland und Europa“, und zwar vor allem im übertragenen Sinn.

Beim zweiten Programm, dem European Summer Course (ESC), ist das Europa-Institut der Universität des Saarlandes der wichtigste Partner ebenso wie dessen Partnernetzwerk im Rahmen des „Konsortiums Transform4Europe“, das das Projekt auch fördert. Sie rekrutierten die internationalen Teilnehmenden von Deutschland über die Ukraine bis nach Indien und Usbekistan, von Ägypten und Nigeria bis Kanada.

Ob Internationale Beziehungen, Jura, Politik oder Europawissenschaften – die Fachrichtungen der Teilnehmenden sind verschieden, die brennenden globalen Fragen betreffen sie alle.

Bei beiden Sommerakademien geht es um globale Krisen und Herausforderungen sowie die EU-Institutionen und -Politik sowie Widerstandsfähigkeit in Politik und Wirtschaft aus ihrem jeweiligen Blickwinkel.

Während die amerikanischen Partner den Schwerpunkt auf den Systemwettstreit zwischen Demokratie und Autokratie sowie auf Freiheit, Menschenrechte und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit legt, nimmt der European Summer Course die strategische und ökonomische Ebene unter die Lupe. Hier stehen wirtschaftliche Sicherheit, Rohstoffabhängigkeiten sowie Souveränität im Mittelpunkt.

Lösungen entstehen nur durch einen gemeinsamen Blick nach vorn mit der vielleicht wichtigsten Frage: Wie stellen wir uns die gemeinsame Zukunft vor, und was können wir dafür tun? Das klingt nach einem megastrammen Programm für eine internationale Politiker-Konferenz. Dabei liegt ein Mehrwert im informellen Dialog.

„Das Spannende ist, dass sie sich bei den gemeinsamen Seminarteilen nicht nur aus unterschiedlichen nationalen Blickwinkeln austauschen, sondern auch mit unterschiedlichem Hintergrundwissen mit- und voneinander lernen“, betont Stehlíková.

Neben der Arbeit in den beiden parallelen Seminaren kommt der Teamgeist nicht zu kurz. So stehen beispielsweise gemeinsame Exkursionen nach Straßburg und Trier sowie ein interaktiver Tagesworkshop zum Thema Nachhaltigkeitskonzepte auf dem Programm. Das Ziel hinter der Theorie: In Zeiten, in denen demokratische Werte bröckeln, baut dieses Projekt das Wichtigste überhaupt auf – gegenseitiges Vertrauen.

„Gerade heute sind Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis wichtiger denn je. Deshalb sind Begegnungen so wertvoll – zumal weltumspannende wie in diesem „International Campus 2026“! Denn nur durch Dialog, Zusammenarbeit und den offenen Austausch von Erfahrungen und Ideen kann eine starke Zivilgesellschaft entstehen. Der International Campus schafft dafür einen Raum: einen Ort der Begegnung, des Lernens und der internationalen Verständigung,“ fasst Stehlíková zusammen.

In diesem Projekt kooperieren die Europäische Akademie Otzenhausen, die ASKO Europa-Stiftung, die Kennesaw State University sowie das Europa-Institut der Universität des Saarlandes sowie dessen Partnernetzwerk im Rahmen des „Konsortiums Transform4Europe“.red./dos

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