Saarlouis. Am 19. September 1991 wurde Samuel Yeboah, ein Flüchtling aus Ghana, durch einen rassistischen Brandanschlag in Saarlouis-Fraulautern ermordet. Eine zur Erinnerung geschaffene Gedenktafel, die 2001 kurzfristig am Rathaus angebracht und bald wieder entfernt worden war, hat nun auf Wunsch des Oberbürgermeisters Marc Speicher einen dauerhaften Platz im Foyer des Saarlouiser Rathauses erhalten.
Diese Gedenktafel soll Samuel Yeboahs Schicksal und den rassistischen Mord öffentlich und dauerhaft ins Gedächtnis rufenn.
Oberbürgermeister Speicher betonte bei der Übergabe der Sandsteintafel die Bedeutung einer würdigen Erinnerung und sah dies als moralische Verpflichtung für die Europastadt Saarlouis: „Es ist ein neues Kapitel in der Aufarbeitung und im Einsatz für Demokratie und Nächstenliebe.“ Er dankte den ehrenamtlich engagierten Bürgern, die seit 1991 die Erinnerung an diese grausame Tat wachgehalten haben.
Roland Röder, Geschäftsführer der Aktion 3. Welt Saar, erinnerte daran, dass die Tafel und die Arbeit der Organisationen, die sich für ein angemessenes Gedenken einsetzen, entscheidend dazu beitrugen, dass sich 2019 eine wichtige Zeugin meldete. Dies führte zu Prozessen am Oberlandesgericht in Koblenz, die in einer Verurteilung und einem Freispruch endeten. Röder lobte die professionelle Ermittlung und das öffentliche Engagement der Zeugen, das zu strukturellen Veränderungen wie der Einrichtung eines Untersuchungsausschusses und eines Opfer-Entschädigungsfonds führte.
Der Künstler Thorsten Wagner, der die Tafel schuf, erklärte, sie sei 2001 aus Not und Wut entstanden. Heute sieht er sie als Geschenk und Anstoß zur gemeinsamen Verantwortung. red./jb
Text der Gedenktafel:
„In Erinnerung an Samuel Yeboah, Flüchtling aus Ghana, am 19. September 1991 durch einen rassistischen Brandanschlag in Saarlouis ermordet.“




