Zu kalt, zu nass

Das Graue Langohr ist noch im Köllertal anzutreffen. Foto: NABU / André
Das Graue Langohr ist noch im Köllertal anzutreffen. Foto: NABU / André - (Bild 1 von 1)

Köllertal. „2024 ist kein fledermausfreundliches Jahr“, stellte die saarländische Fledermausexpertin Dr. Christine Harbusch beim Besuch des NABU Köllertal fest. „Kühle Nächte mit vielen Niederschlägen und wenig Insektenflug führen zum Nahrungsmangel und machen sich folglich als Unterernährung bei den Fledermäusen bemerkbar. Dies führt auch zu einer Verschiebung der Geburt des Nachwuchses, die normalerweise bereits Anfang Juni erfolgt. Bei Fortdauer des nassen Wetters ist auch das Überleben der Jungtiere nicht gesichert.“

Diese Vermutungen bestätigten sich bei der Überprüfung von zwei Kolonien der Grauen Langohren in zwei Püttlinger Kirchen. In der Liebfrauenkirche war nur Fledermauskot aufzufinden, in der St. Bonifatiuskirche auf der Ritterstraße wurde eine Kolonie von 12 – 15 Langohren angetroffen, allerdings noch ohne Nachwuchs. Die Paarung der Fledermäuse findet bereits im September / Oktober statt, allerdings wird die Eizelle nicht sofort befruchtet. Dies geschieht erst nach dem Winterschlaf und kann bei Insektenmangel dann sogar verzögert werden.

Die Kolonie auf der Ritterstraße ist also ein Zusammenschluss von trächtigen Weibchen, die sich zu einer sogenannten „Wochenstubengesellschaft“ zusammengeschlossen haben. Der zu erwartende Nachwuchs wird von den Weibchen gesäugt und vor dem Beuteflug im Quartier in einer Art Kindergarten zurück gelassen. Männchen sind in dieser Zeit dort nicht anwesend und leben meist einzeln in ihren Sommerquartieren.

Der NABU Köllertal würde gerne in Zusammenarbeit mit der Fledermausexpertin weitere Kirchtürme im Köllertal auf Fledermausbesatz kontrollieren. Angebote bitte an nabu-koellertal@gmx.de oder unter Tel. (06898) 2001995.red./dos

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