Zoologische Sammlung wird digital

Umweltminister Reinhold Jost (links) und Prof. Dr. Thyssen von der Fachdidaktik Biologie der TU Kaiserslautern bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Foto: Ministerium/Angelina Müller
Umweltminister Reinhold Jost (links) und Prof. Dr. Thyssen von der Fachdidaktik Biologie der TU Kaiserslautern bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Foto: Ministerium/Angelina Müller - (Bild 1 von 1)

Landsweiler-Reden. Die zoologische Lehrsammlung am Zentrum für Biodokumentation (ZfB) in Landsweiler-Reden wird digital. Aktuell wird die naturkundliche Sammlung mit didaktischer Expertise und neuen technischen Methoden für die Lehre aufbereitet und zur Verfügung gestellt.

Dazu haben Umweltminister Reinhold Jost und Staatssekretär Sebastian Thul nun eine Kooperationsvereinbarung mit der Fachdidaktik Biologie der TU Kaiserslautern unterzeichnet. „Wir wollen mit hybriden Lernangeboten und unterschiedlichen Formaten einer möglichst breiten Zielgruppe ein Lernmöglichkeiten bieten“, so Jost. „Die Fachdidaktik Biologie der TU-Kaiserslautern ist dafür ein idealer Kooperationspartner.“

Über eine App ist es beispielsweise schon möglich, per QR-Code weitere Informationen zum Körperbau, zur Lebensweise oder zu Besonderheiten der Tiere zu erhalten.

In Lehre und Forschung beschäftigt sich die AG von Prof. Dr. Thyssen an der TU mit der unterrichtlichen Nutzung von außerschulischen Lernorten sowie Augmented Reality. „Das ZfB ist dabei besonders attraktiv, weil die praktische Verfügbarkeit der Exponate und das Platzangebot die Möglichkeit bieten, dass zum Beispiel Studenten idealtypische Ausstellungs- und Präsentationsszenarien selbst erstellen können“, sagt Jost.

Nach einer Pilotveranstaltung im Juni vergangenen Jahres wurde der konzeptionelle Ansatz nun in einer Kooperationsvereinbarung umgesetzt und validiert. „Es sind Schätze der Artenvielfalt, die im ZfB schlummern und die jetzt genutzt werden können. Die digitale Umsetzung hat großes Potenzial. Sie macht nicht nur neugierig, sondern ist eine Weiterentwicklung des Lernortes Reden, die zeigt, dass wir auf der Höhe der Zeit sind.“

Für den Naturschutz braucht

es „Artenkenner“

Der zweite Teil des Besuchs im ZfB stand ebenfalls ganz im Zeichen des Artenschutzes: Im Projekt FörTax (Förderung des taxonomischen Wissens für den Naturschutz) haben sich das Bonner Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, die DELATTINIA – Naturforschende Gesellschaft des Saarlandes und die Fachdidaktik Biologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zusammengeschlossen, um dem Rückgang an Artenkennern zu begegnen.

Mit Workshops wird Interessierten praktisches Wissen zu unterschiedlichen Arten vermittelt. Minister Jost und Staatssekretär Thul begleiteten im ZfB einen Workshop, der exemplarisch an Hummeln, Moosen und Flechten die Arbeitsweise in den einzelnen Kursen veranschaulichte.

„Die Kurse wurden bisher sehr gut angenommen und die Ergebnisse sind vielversprechend“, so Jost. „Wir wollen mit dem Projekt noch mehr Menschen für Naturschutz und Artenkenntnis begeistern. Dabei gilt der Leitsatz: Man kann nur schützen, was man kennt und schätzt.“

Der Schwerpunkt des FörTax-Moduls im Saarland liegt auf dem Aufbau einer Saarländischen Akademie für Artenkenntnis (SAKA). Das Projekt befindet sich nun im zweiten Jahr. Die SAKA will durch ihre Arbeit einen Teil dazu beitragen, Jugendliche und Erwachsene für das Thema Artenvielfalt zu sensibilisieren und zu begeistern und sie gleichzeitig dazu ermutigen, ihre Artenkenntnis zu vertiefen. So können in Zukunft fähige Artenkenner den Herausforderungen einer nachhaltigen Zukunft, auf der Grundlage von fundiertem Wissen begegnen und Entscheidungen hinsichtlich Natur und Umwelt kritisch hinterfragen.

„Beide Projekte, die heute vorgestellt wurden, tragen dazu bei, die Facetten des Artenschutzes interessant und spannend aufbereitet, anschaulich und vor allem mit Spaß zu vermitteln. Das brauchen wir, um Artenkenntnis für alle Generationen weiterhin attraktiv zu behalten.“ red./hr

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