Weshalb die Sehkraft mit zunehmenden Alter abnimmt

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Mit zunehmendem Alter schwindet die Sehkraft nachweislich. Foto: lashkhidzetim / stock.adobe.com - (Bild 1 von 1)

Der Körper durchlebt mit jedem Lebensabschnitt eine neue Veränderung. Das hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf das Leben. Besondere die Sehkraft lässt mit zunehmendem Alter immer mehr nach. Doch woran liegt das eigentlich? Alle Ursachen und möglichen Gründe für eine reduzierte Sehfähigkeit werden in diesem Beitrag durchleuchtet.

Veränderungen in der Augenlinse

Eines der ausschlaggebenden Gründe, weshalb die Sehqualität abnimmt, ist die Veränderung der Augenlinse. Das liegt primär am Verlust der Elastizität der Linse. Sie beeinflusst die Fähigkeit des Auges, sich auf verschiedene Entfernungen scharf einzustellen. Dieses Phänomen ist bekannt als Altersweitsichtigkeit oder Presbyopie. Bei dieser altersbedingten Sehstörung haben Menschen Schwierigkeiten beim Lesen von kleinen Buchstaben oder beim Erkennen von Objekten in der Nähe.

Viele Menschen verwenden deshalb eine Gleitsichtbrille. Sie ist eine ideale Lösung, um Motive in der Nähe und in der Ferne klar zu erkennen. Diese Brille gleicht mehrere Sehschwächen aus und kombiniert die Fern- und Nahbrille in einer einzigen Brille. Günstige Gleitsichtbrillen sind bei vielen Anbietern zu finden und weisen eine hohe Qualität auf. Sie hilft zahlreichen Seh-Eingeschränkten dabei, im Alltag zurechtzukommen.

Im Laufe der Zeit kann eine Trübheit ebenfalls entstehen. Sie beeinträchtigt die Fähigkeit des Auges, Licht richtig zu bündeln. Das führt zu einer verschwommenen Sicht. Grauer Star ist eine der häufigsten Ursachen für dieses Sehproblem. Wenn sie diagnostiziert wurde, sollte sie chirurgisch entfernt werden. So kann der Augenspezialist die getrübten Linsen, durch eine klare künstliche Linse ersetzen, um die Sehkraft wiederherzustellen.

Veränderungen in der Netzhaut

Ein weiterer Grund für die geminderte Sehfähigkeit ist die Abnahme der Anzahl der Fotorezeptoren. Es gibt zwei verschiedene Arten von diesen Rezeptoren, die eingeteilt werden in Zapfen und Stäbchen. Die Stäbchen besitzen das Sehpigment Rhodopsin, wodurch es möglich ist in der Nacht Grautöne sehen zu können (Hell-Dunkel-Sehen). Zapfen besitzen das Sehpigment Photopsin, wodurch Farben erkennbar sind (Farbsehen).

Veränderungen in der Makula

In diesem Zusammenhang sollte die Makula ebenfalls erwähnt werden. Sie wird auch gelber Fleck genannt und beschreibt die zentrale Netzhautstelle des schärfsten Sehens. Dieser Bereich der Netzhaut besitzt das höchste Auflösungsvermögen, um alle Details zu erkennen. Der gelbe Fleck gestattet es Menschen, die wichtigsten Sehleistungen wie Lesen, Unterscheiden von Farben und die Erkennung von feinen Einzelheiten wahrzunehmen.

Eine Erkrankung der Makula führt zu einem reduzierten Sehvermögen, das sich durch Brillenkorrektur oder andere optische Hilfsmittel minimal verbessert. In Fachkreisen wird diese Erkrankung altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) genannt. Es existieren zwei Formen dieser Art.

Trockene AMD: An trockenen AMD sind etwa 80 Prozent der Patienten erkrankt. Anzeichen dafür ist die kontinuierliche Abnahme der zentralen Sehschärfe. Sie beginnt damit, dass Buchstaben unscharf werden und später zu einem grauen Schatten führen. Mit einer adäquaten Sehhilfe ist es möglich, die Fähigkeit des Lesens noch lange zu erhalten. Bei voranschreitenden AMD kommt es dennoch nicht zu einer vollständigen Erblindung.

Feuchte AMD: Diese Form tritt seltener ein und ist sehr aggressiv. Die feuchte AMD beschleunigt den Verlust der Sehkraft. Das macht es bald unmöglich, Gesichter zu erkennen. Alle Objekte, die früher fokussiert wurden, verwandeln sich in einen dunklen Fleck. Das liegt an den neuen, krankhaften Gefäßen, die unter der Makula gewachsen sind und Flüssigkeit abgeben. Folglich hebt sich die Netzhaut von der Epithelschicht ab. Die zentralen Sehzellen in der Netzhaut sterben dadurch ab.

Verlangsamte Pupillenreaktion

Aufgrund des hohen Alters reagiert die Pupille oft langsamer auf Veränderungen der Lichtverhältnisse. Wenn das eintritt, können viele Menschen unter anderem kurzzeitig nichts sehen, falls sie in einen dunklen Raum wechseln. Wenn sie hingegen in einen hellen Raum kommen, kann dies leichter dazu führen, dass sie sich diese Leute geblendet fühlen.

Trockene Augen

Eines der weitverbreitetsten Gesundheitsprobleme sind trockene Augen. Verantwortlich dafür ist das sogenannte Sicca-Syndrom (Keratoconjunctivitis sicca), es verhindert die Produktion von genügend Tränenflüssigkeit. Auslöser kann das hohe Alter sein, die falsche Dosierung von Medikamenten oder andere Augenerkrankungen, die einen Flüssigkeitsmangel als Begleiterscheinung hervorrufen. Augentropfen können bei diesen Beschwerden helfen.

Die Anzeichen dafür können vielfältig sein. Sie reichen von juckende, brennende oder gerötete Augen bis hin zum Gefühl eines Fremdkörpers darin zu haben. Hinzu kommt das andauernde fließen von Tränen. Die Zahl der Betroffenen hat sich in den letzten Jahren mehr als verdreifacht. Besonders Frauen, die in die Wechseljahre kommen, ist dieses Symptom häufiger zu beobachten.

Wie im gesamten Körper nimmt die Flüssigkeitsspeicherung mit dem Älterwerden ab. Dazu zählt auch die Flüssigkeit im Sehorgan. Je weniger Tränenflüssigkeit vorhanden ist, umso mehr wird die Hornhaut angegriffen. Das kann auf Dauer zu einer verminderten Sehfähigkeit führen.

Veränderung der Hornhaut

Die Hornhaut ist wie ein Fenster, das Licht in das Auge lässt. Im Laufe der Jahre kann die Form dieser Haut sich leicht verändern. Sie können im schlimmsten Fall zu einer Sehstörung führen, die als Astigmatismus bezeichnet wird.

Diese entsteht, wenn die Hornhaut nicht gleichmäßig gekrümmt ist. Im Normalfall ist sie wie die Oberfläche eines Balls. Beim Astigmatismus kann die Hornhaut unregelmäßig und verzerrt sein. Das führt dazu, dass das einfallend der Lichteinflüsse nicht gleichmäßig auf die Netzhaut fokussiert wird. Menschen, die diese Beschwerden haben, beklagen sich über verzerrte oder verschwommene Bilder. Spezielle Kontaktlinsen und Brillen können bei einer Hornhautverkrümmung helfen, eine bessere Sicht zu erhalten.

Allgemeine Gesundheitsfaktoren

Selbstverständlich können allgemeine Gesundheitsfaktoren ebenfalls eine Rolle bei der Minderung der Sehqualität spielen. Neben dem Alter sind die Ernährung, der Gesundheitszustand oder der Lebensstil auch verantwortlich für eine Sehschwäche.

Gesundheitszustand: Diabetes und Bluthochdruck sind chronische Erkrankungen, die einen Einfluss auf das Auge haben können. Durch die Zuckererkrankung Diabetes kann eine diabetische Retinopathie entstehen, bei der die Blutgefäße in der Netzhaut geschädigt werden und zu Sehproblemen führen können. Das gilt genauso für Menschen mit Bluthochdruck. Sie tragen ein erhöhtes Risiko an einer Augenkrankheit wie Glaukom zu erkranken.

Ernährung: Allgemein betrachtet ist eine ausgewogene Ernährung, für Menschen aller Altersgruppen empfehlenswert. Die Lebensmittel sollten reich an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen sein. Sie unterstützen den Körper dabei, alle wichtigen Nährstoffe zu erhalten, die unter anderem der Augengesundheit zugutekommen können. Ein Mangel an Vitamin A beispielsweise kann zur Nachtblindheit führen.  Das Risiko von trockenen Augen kann unter anderem von Omega-3-Fettsäuren gemindert werden.

Lebensstil: Das Rauchen und ein übermäßiger Alkoholkonsum können sich negativ auf die Augengesundheit auswirken. Rauchen erhöht das Risiko für die Entwicklung von Makula-Degeneration und Grauer Star. Alkoholkonsum in übermäßigen Mengen kann die Wahrscheinlichkeit von Sehstörungen erhöhen. jb

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