Wallerfangen am Kraterrand

Wallerfangen. Wenn wir zum Mond hinaufblicken, ist offensichtlich, dass dort in den letzten viereinhalb Milliarden Jahren viele Asteroiden eingeschlagen sind. Deswegen ist das Mondgesicht pockennarbig, es wächst ja kein Gras darüber. Eine künstliche Intelligenz hat kürzlich 117 200 Krater gezählt, und das sind nur die großen.

183 solcher Einschlagkrater sind auf der Erde bekannt. „Sternenwunden“ nennen Geophysiker die Krater, die Asteroiden und Meteore bei einem Einschlag hinterlassen. Die meisten Einschlaglöcher von Himmelskörpern sind jedoch auf den Kontinenten nicht mehr zu erkennen. Thermik, Erosion und Vegetation haben ihre Spuren abgetragen.

Umso verblüffender sind die Ergebnisse der Studien eines Prof. Dr. Kord Ernstson. Der Geophysiker untersuchte das Saarland als kosmisches Impaktgebiet. Dabei fand er Hinweise, die Überreste eines Einschlagkraters von 2,3 Kilometer Durchmesser unweit von Wallerfangen annehmen lassen. An den Teilen des Kraters, die nicht im Bereich der Flusserosionen liegen, ist das ausgeworfene Material als Wall deutlich zu erkennen. Diese Aufschüttungen erheben sich unmittelbar westlich von Beaumarais und verlaufen bogenförmig vom Alten Pfarrhaus/Hofhaus bis zum Friedhof „Neue Welt“ . Der Kraterrand wird rechtwinklig durchschnitten von der Straße, an der das Restaurant „Armer Leo“ liegt.

Der Verein für Heimatforschung Wallerfangen lädt zu einem Vortrag mit dem Titel „Wallerfangen am Kraterrand – Das Saarland als kosmisches Impaktgebiet“ von Prof. Dr. Kord Ernstson, Universität Würzburg, ein.

Dieser Vortrag findet am Freitag, 13. Oktober, um 18 Uhr in der Aula der Grundschule „Altes Rathaus“ statt. Der Vortrag bildet den Auftakt zur Sonderausstellung, die dann vier Wochen lang im Historischen Museum Wallerfangen zu sehen sein wird. red./jb

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