Waldbegehung mit dem Förster

Riegelsberg. Der Revierförster Christoph Dincher und der Direktor des SaarForst Landesbetrieb Thomas Steinmetz haben wieder zu einer Waldbegehung eingeladen, diesmal durch einen Teil des Saarforst auf Riegelsberger Bann und interessierte Bürger*innen konnten daran teilnehmen. Für die Riegelsberger Grünen nahm die neue stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbands Milena Arweiler an der Begehung teil, um aus erster Hand zu erfahren, wie es um den Wald in Riegelsberg steht.

Der Riegelsberger Wald ist kaum kommunal, er gehört dem Staatsforst oder ist in Privatbesitz. Unser Wald ist Wirtschaftswald, u.a. zu erkennen an den farbigen Markierungen der Bäume. Mit einem Durchmesser von ca. 60 cm ist die schattenangepasste Buche erntereif (die von ihr leicht zu verdrängende, lichtbenötigende Eiche erst mit ca. 80 cm), doch viele ältere Bäume sind von Dürreschäden aus den letzten Dürresommern betroffen. Auch der nun sehr feuchte Sommer hat nicht zur erhofften Erholung der Bäume beitragen. Früher starb beispielsweise eine Buche über viele Jahre lang ab, während es heute innerhalb von wenigen Monaten geschieht. Von toten Bäumen gehen große Gefahren (Totholzabfall) aus, sodass sehr schnell reagiert werden muss. Im Gefahrenfall werden geschädigte Bäume gefällt, während sie an ungefährlichen Stellen stehenbleiben und z.B. als Schattenspender für gesunde fungieren; vermarktet werden können sie nicht mehr. In Riegelsberg betreibt man naturnahe Waldwirtschaft, das bedeutet unter anderem, dass man dazu tendiert, weniger Bäume aus dem Wald zu nehmen und somit auch bewusst auf Einnahmen verzichtet. Nicht gut steht es allgemein um den Bestand der Eschen, doch aktuell haben wir in Riegelberg noch einige gesunde Exemplare vorzuweisen.

Das Wegenetz wurde in den letzten 30 Jahren nicht vom Forst ausgebaut, die Trampelpfade entstehen durch die hohe Frequentierung des Waldes quasi von selbst. Das Wild hat sich an die Menschen gewöhnt, störender sind freilaufende Hunde, die abseits der Wege das Wild aufscheuchen oder ihm nachjagen.

Immer wieder wird Müll im Forst abgeladen, so entstehen dem Land Kosten von vielen tausend Euro jährlich. Selbst wenn die Täter ermittelt werden, werden fast immer die Verfahren mangels öffentlichen Interesses eingestellt.

Mit 52 verschiedenen Baumarten und einem Anteil von 75 Prozent Laubbäumen an der Gesamtfläche ist die Artenvielfalt im saarländischen Staatsforst sehr groß, doch der Klimawandel macht unserem Wald sehr zu schaffen.

Unser Leserreporter Jürgen Marowsky aus Riegelsberg

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