Viel Applaus für „Nach Nimmerland“

Merzig. Mit „Nach Nimmerland“ kam in der Stadthalle Merzig ein eigens für und mit dem Kulturzentrum Villa Fuchs als Kooperationspartner produziertes musikalisches Schauspiel zur Uraufführung. Die Geschichte um den Jungen, der niemals erwachsen werden wollte, wurde schon oft erzählt und hunderte Male für Bühne, Fernsehen und Hörspiel adaptiert.

Die Inszenierung rund um künstlerische Leiterin und Regisseurin Jenny Theobald, aus deren Feder die Merziger Version stammt, und ihrer künstlerischen Gefährtin Sarah Presti (auch für Choreografien verantwortlich) warf ein neues Licht auf die Geschichte.

Als Erdenmensch Oliver Starling (grandios gespielt von Mirko Jager), mit seinem Erdenlatein am Ende durch eine Art offenes magisches Zeitfenster von zwei verlorenen Kindern ins Nimmerland „entführt“ wird und sich dort unter den ihm vertrauten Charakteren seiner geliebten alten Kindergeschichten wiederfindet, stellt sich schnell heraus, dass er mehr als nur ein Abenteuer zu bestreiten hat, bevor er seine Heimreise wieder antreten können wird.

Das bunte, kreative Bühnenbild glich einem wilden Spielplatz, für Kinder und Erwachsene.

Es dauert nicht lange und Starling wird mit Captain Hook und seiner Crew Bekanntschaft schließen, indem er sich inkognito einschleicht um Tiger Lily zu befreien und das Rätsel um den verschwundenen, echten Peter Pan zu lösen.

Der Umbau vom Baumhaus der verlorenen Kinder zum authentischen Piratenschiff, bei dem sogar eine Hebebühne eingesetzt wird, erfolgte fließend und auf das bekannte „Fluch der Karibik“-Thema.

In einer weiteren offenen Umbausequenz verschwand die Fantasiewelt des Nimmerlandes und Starling fand sich in einem Krankenhausbett wieder, aus einem dreitägigen Koma erwachend.

Starling blieb überwältigt zurück und stellte dann fest, dass „Leben wohl das größte Abenteuer sei“. Der Protagonist verabschiedete sich mit einem kraftvollen letzten Blick in seine Zukunft und in das Publikum mit dem herabfahrenden Vorhang ins Dunkel.

Das Publikum blieb für einen Moment still ergriffen zurück und honorierte das spielfreudige Ensemble dann mit tosendem Applaus, Standing Ovations und einem warmen Echo, als das Ensemble ein letztes Mal zu dem gemeinsamen Appell ansetzt: „Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben ...“

red./am

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