Unsere Kulturlandschaft im Pfälzerwald

Blick auf Haardt und das Haardter Schloss bei Neustadt im Frühjahr. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald
Blick auf Haardt und das Haardter Schloss bei Neustadt im Frühjahr. Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald - (Bild 1 von 1)

Pfälzerwald. Wie hat sich die Kulturlandschaft im Pfälzerwald, die Landschaft um unsere Orte herum verändert? Dieser Frage will das Team des chance.natur-Projekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ des Biosphärenreservats nachspüren und sucht deshalb nach alten Fotografien.

Die Fotos oder auch Postkarten mit Fotografien sollten vom Beginn der Fotografie bis etwa in die 1970er Jahre aufgenommen worden sein. Interessant sind alle Aufnahmen aus dem Gebiet des Biosphärenreservats Pfälzerwald, insbesondere solche, die Orte und ihre nächste Umgebung zeigen. Dabei sucht das Hirtenwege-Team vor allem nach Elementen offener Landschaftstypen, beispielsweise Streuobstwiesen, terrassierte Hänge sowie Viehweiden und andere Formen von Landwirtschaft. Großen Wert hätten Fotos, auf denen Weidetiere und vielleicht sogar ein Beweider oder eine Schäferin zu sehen sind. Das Team schaut insbesondere darauf, wie sich das Verhältnis von Wald zu Offenland verändert hat. Wer Lust hat, könnte auch gleich ein aktuelles Foto zum Vergleich mitschicken.

Die Fotos oder Postkarten sollten bis 24. April per E-Mail an a.marstaller@pfaelzerwald.bv-pfalz.de eingereicht werden. Wer die Fotos nicht scannen kann, kann sie auch mit der Post an die Geschäftsstelle des Biosphärenreservats Pfälzerwald, Franz-Hartmann-Straße 9 in 67466 Lambrecht/Pfalz schicken. Auf Wunsch werden die Fotos dann zurückgesendet. Wenn viele Aufnahmen vorhanden sind und bei weiteren Fragen kann auch Kontakt unter Tel. (0 63 25) 95 52-42 aufgenommen werden. Wichtig sind Informationen zu Zeit und Ort der Aufnahme sowie zum Bildautor.

Aussagekräftige Fotos, die etwas über den Wandel der Landschaft aussagen, alte Wirtschaftsweisen zeigen oder die Kulturlandschaft in besonders anschaulicher Weise darstellen, werden möglichst auf der Website des Biosphärenreservats www.pfaelzerwald.de sowie auf der Projektwebsite www.hirtenwege-pfaelzerwald.de gezeigt. Zudem sollen sie weiterhin für Veröffentlichungen im Rahmen des Hirtenwege-Projekts genutzt werden. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald kooperiert mit dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde sowie der Pfalzbibliothek, die bereits über Bestände alter Orts- und Landschaftsaufnahmen verfügen und an weiteren interessiert sind.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald zeichnet sich mit über 75 Prozent Bewaldung durch sehr große Waldflächen aus, doch es sind gerade die Bereiche, wo es einen Wechsel zwischen offenen und bewaldeten Landschaftsteilen gibt, die den besonderen Artenreichtum wie auch die große Attraktivität des Gebiets ausmachen. Im Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ soll durch die Pflege von Offenlandbiotopen und die Wiederherstellung und Vernetzung alter Triftwege die Wanderschäferei im Pfälzerwald auf einer Fläche von über 8 000 Hektar gefördert und wiederbelebt werden. Die Tiere pflegen als Öko-Rasenmäher die offenen Landschaftsbereiche und sorgen durch den Transport von Samen und kleinen Tieren in ihrem Fell für die Vernetzung artenreicher Biotope. Aber auch Ziegen- oder Rinderhalter und können wichtige Partner bei der Umsetzung des Pflegekonzeptes sein.

chance.natur-Projekt

Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch das Land Rheinland-Pfalz. Projekt I wird mit rund 2 Millionen Euro gefördert. Nach erfolgreichem Abschluss der Projektplanung in Projekt I im Jahr 2022 würde sich für weitere zehn Jahre Projekt II anschließen, in dem die in Projekt I erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Info: www.hirtenwege-pfaelzerwald.de red./jj

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de