Dillingen. Am 20. November, dem „Internationalen Tag der Kinderrechte“, hatten viele Kinder aus unterschiedlichen Dillinger Kindergärten und Schulen die Gelegenheit, das Rathaus zu besuchen und direkt mit dem Bürgermeister über Themen zu sprechen, die sie bewegen und ihnen wichtig sind.
Die erste Etage des Rathauses wurde von den Mitarbeitern der Stadtjugendpflege eigens für diesen Tag liebevoll hergerichtet: Überall hingen bunt bemalte Stoffbanner, auf denen die Kinder ihre Rechte kreativ dargestellt hatten. Gemeinsam mit den Kindern wurde gemalt und gebastelt, dazu gab es Tee und süße Leckereien in gemütlicher Atmosphäre.
„Es macht mich stolz zu sehen, mit wie viel Energie und Kreativität unsere jüngsten Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche und Anliegen einbringen“, sagte Bürgermeister Christian Finkler beim Besuch der Kinder im Rathaus.
Die Themen, die die Kinder vorbrachten, waren so unterschiedlich wie ihre Altersgruppen: Einige wünschten sich keinen zu schnellen Autoverkehr vor Kindergärten, andere sprachen den Wunsch nach einer Zaubershow bei der Kinder-Kulturbühne aus. Einige Kinder wiesen auf die Dringlichkeit eines Schuhgeschäfts in Dillingen hin, andere hatten die Idee, den Rathaus-Innenhof mit einem Tannenbaum weihnachtlich zu schmücken. Auch der Wunsch nach einem Kino in Dillingen wurde laut. Ein Kind fragte neugierig: „Wie ist es eigentlich, Bürgermeister zu sein?“
Doch noch bevor Christian Finkler antworten konnte, nahm ihm eine Schülerin mit einem Augenzwinkern das Wort ab: „Bürgermeister sein ist nichts für schwache Nerven.“ Aber auch soziale Themen wie die Wohnungsproblematik durch steigende Preise und die Sorge um eine gesicherte medizinische Versorgung — etwa durch mehr Kinderärzte in Dillingen — kamen zur Sprache. Darüber hinaus wurden Wünsche für einen neuen Erlebnispfad am Ökosee und einen Spielenachmittag im Schwimmbad vorgetragen. Passend zum Thema wurde am Nachmittag im Rathaus die „Aktion Wunschbaum“ feierlich eröffnet, eine Initiative, die in Dillingen bereits mit jahrzehntelanger Tradition Kinder und Familien in Not unterstützt. Ziel der Aktion ist es, bedürftigen Kindern die Freude über ein gewünschtes Weihnachtsgeschenk zu ermöglichen. Spenden zugunsten der Aktion Wunschbaum helfen schon viele Jahre –nicht nur an Weihnachten sondern ganzjährig – die finanzielle und soziale Benachteiligung der Kinder abzumildern und diesen ein wenig den Anschluss an unsere Gesellschaft zu ermöglichen.
Der Wunschbaum im Saardom wird dann mit Dankeschön-Sternen für die Spender geschmückt. Der Tag zeigte eindrucksvoll: Wenn Kinder ernst genommen werden und sich beteiligen können, entstehen wertvolle Impulse für eine kinderfreundliche Stadt.
Zum Hintergrund
Am 20. November wird weltweit der „Internationale Tag der Kinderrechte“ begangen, jener Tag, an dem vor mehr als 35 Jahren die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet wurde.
An diesem Tag treten Kinder und Jugendliche gemeinsam mit der UNICEF für ihre Rechte und Anliegen ein. Zwar haben sich nahezu alle Staaten verpflichtet, die Rechte von Kindern anzuerkennen und umzusetzen, doch für viele Kinder, auch in Deutschland, sieht die Realität leider anders aus. red./jb



