Umweltamt klärt auf

Winter ist Orangenzeit. Aber dürfen die behandelten Schalen von Zitrusfrüchten in die Biotonne oder auf den Kompost? Das Umweltamt der Stadt Pirmasens räumt mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf. Foto: Lehr
Winter ist Orangenzeit. Aber dürfen die behandelten Schalen von Zitrusfrüchten in die Biotonne oder auf den Kompost? Das Umweltamt der Stadt Pirmasens räumt mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf. Foto: Lehr - (Bild 1 von 1)

Pirmasens. Orangen, Mandarinen und Grapefruits wirken wie Farbkleckse im Winter und sind wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts in der kalten Jahreszeit besonders beliebt bei Alt und Jung. Aber gehören die Schalen der Zitrusfrüchte überhaupt in die Biotonne? Felicitas Lehr vom Umweltamt räumt im Gespräch mit DIE WOCH Zweibrücken mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf.Dürfen Zitronen, Orangen und Co. in die Biotonne? Lehr: „Ja, sie dürfen. Viele Menschen glauben, dass Zitrusfrüchte nicht kompostiert werden können. Das ist allerdings ein Irrglaube. Selbstverständlich dürfen die Schalen von Zitronen, Mandarinen und Orangen in den Biomüll. Sie verrotten nur langsamer als andere organische Materialien.“Und wie sieht es mit Zitrusfrüchten auf dem Kompost aus? Lehr: „Auch das ist möglich, die Schalen von Zitronen und Orangen verrotten auch dort problemlos. Allerdings sind sie meist recht dick. Deshalb dauert der Verrottungsvorgang etwas länger als bei anderen Obstresten wie beispielsweise Apfel- oder Birnenschalen. Da ein Komposthaufen mindestens zwei Jahre reifen sollte, spielt die längere Verrottungszeit aber keine Rolle. Die Schalen sollten im übrigen Kompost gut untergemischt werden. Die Mikroben und Bakterien tun dann ihr bestes, auch dicke Schalen zu zersetzen. Nach zwei oder drei Jahren werden sich beim Aussieben des Kompostes keine Zitrusschalenreste mehr finden lassen, vorausgesetzt der Komposthaufen wurde richtig aufgesetzt“. Häufig sind aber doch die Südfrüchte mit Spritzmitteln behandelt. Und dann? Lehr: „Die Schale der meisten Zitrusfrüchte aus dem Supermarkt ist mit Resten von Spritzmitteln behaftet. Außerdem werden die Schalen gewachst, damit die Früchte die langen Transportwege überstehen. Für so machen Hobbygärtner stellt sich die Frage, ob der Kompost durch die Spritzmittel mit schädlichen Stoffen kontaminiert wird und die Schalen durch das Wachs überhaupt verrotten. Der Schadstoffanteil auf den Zitrusschalen ist recht gering. Hitze und Bakterien zersetzen die Schadstoffanteile, sodass sie im fertigen Kompost so gut wie nicht nachweisbar und somit nicht mehr schädlich sind.“ Gilt das auch für Wachs? Lehr: „Was für die Schadstoffe gilt, das gilt auch für Wachs. Auch dieses wird von den Bakterien recht schnell zersetzt und ist kein Grund, die Schalen nicht zu kompostieren. Wer jedoch einen Biogarten betreibt und ganz sicher gehen will, der sollte auch Zitrusfrüchte aus biologischem Anbau kaufen. Deren Schalen sind unbehandelt und damit ‘sorgenfrei‘ kompostierbar.

Info: www.pirmasens.de/

umwelttipp red./jj

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