Tendenzen erkennen und Handeln

Sulzbach. Auf Grundlage der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik fand zwischen der Stadtverwaltung und der Polizeiinspektion Sulzbach ein Sicherheitsgespräch statt. Hintergrund ist, sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Bürgermeister Michael Adam und Alesja Hirsch, Leiterin der Ortspolizeibehörde waren in der PI in der Gärtnerstraße vor Ort.

PI-Leiter Markus Müller schickte vor der Präsentation der offiziellen Zahlen voraus: „Der Blick auf das Geschehen hinter dem Zahlenwerk ist ein ständiger Prozess, der über das ganze Jahr von uns beobachtet wird. Wir schauen täglich, was sich wo entwickelt, um Tendenzen zu erkennen und gegebenenfalls Mittel entgegenzusetzen.“ Die gute Zusammenarbeit der Polizeiinspektion mit der Stadt im Zuge der Sicherheitspartnerschaft in der Vergangenheit habe sich bereits an vielen Stellen bewährt.

Polizeihauptkommissar Siegbert Mörschel informierte über das Verkehrsunfalllagebild 2021: „Wir liegen in Sulzbach auf ähnlichem Unfallniveau wie in den Gemeinden Friedrichsthal und Quierschied“, so Mörschel. Durch die verschiedenen Baustellensituationen habe sich im vergangenen Jahr der Verkehrsfluss an diesen Stellen verlangsamt, was sich in positiven Auswirkungen auf die Unfallstatistik niedergeschlagen hätte.

Auch die Kriminalstatistik zeige ein verhältnismäßig ruhiges Bild. Demnach habe man 2021 insgesamt 3430 Straftaten verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 sind das 508 Taten weniger. „Die Delikte sind im Vergleich zu 2020 noch mal um 12,9 Prozent gesunken. Es ist insgesamt ein Rückgang der Straftaten für 2021 festzuhalten“, gab Müller an.

Zurückgegangen seien in Sulzbach die Diebstahlsdelikte sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte um 39,5 Prozent, die Rauschgiftkriminalität um 15,3 Prozent, Sachbeschädigungen um 42,9 Prozent und die Straßenkriminalität um 11,9 Prozent. „Im Bereich der Rauschgiftkriminalität ist zu sagen, dass diese Delikte von uns aktiv gesucht werden müssen. Konsumierende und Dealer haben ein Interesse am unentdeckt bleiben.

Eine Steigerung um 15,9 Prozent zeigt sich im Bereich der Jugendkriminalität. Auffällig sei außerdem die wachsende Tendenz zur Respektlosigkeit gegenüber Polizisten, Feuerwehr und Sanitätern beim Rettungseinsatz. „Die Respektlosigkeit steigt. Wir analysieren derzeit, wo das herkommt und wie wir diese neue Dynamik im Ausbildungssegment thematisch aufstocken“, so der Polizeibeamte.

Zudem werde das Internet zunehmend zur Spielwiese. Von staatlicher Seite wurde versucht, durch die Gesetzesänderung im April 2021 im Strafrecht dem entgegen zu wirken. „Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Internet verstärkt Umschlagplatz für kriminelle Netzwerke. Besonders Tatbestände wie Kinderpornografie sind hier leider zu nennen“, so Müller weiter.

Was außerdem Sorgen bereite, sei der sogenannte Enkeltrick im Betrugssegment. „Das ist im vergangenen Jahr ein großes Problem geworden. Es haben sich organisierte Täterstrukturen herausgebildet, die das beruflich betreiben und sogar über WhatsApp scheinbare Geldschwierigkeiten von Kindern oder Enkeln auftischen“, erläuterte Müller. Hier sei man erfolgreich dran, Maßnahmen auszuarbeiten, dieser Art des Betruges zu begegnen. red./dos

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