Teilzeitbeschäftigung weiter Frauendomäne

Saarbrücken. In den letzten Jahren ist die Zahl der Frauen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen immer weiter angestiegen. Mitte vergangenen Jahres waren im Saarland 178 600 Frauen sozialversicherungspflichtig tätig. Im Vergleich zum Jahr 2010 waren somit 25 300 Frauen oder 16,5 Prozent mehr erwerbstätig.

In zehn Jahren starker Anstieg der Teilzeitbeschäftigung

„Mit Blick auf die Arbeitszeit ist erkennbar, dass insbesondere die Teilzeitbeschäftigung zugenommen hat. Vom Jahr 2010 bis 2020 erhöhte sich die Teilzeitbeschäftigung der Frauen um 29 900 oder 52,8 Prozent auf 86 500 Beschäftigte. Die Vollzeitbeschäftigung ist dagegen in diesem Zeitraum gesunken und zwar um 4600 oder 4,7 Prozent auf 92100 beschäftigte Frauen“, so Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Diese Zahlen belegen, dass Teilzeitbeschäftigung insbesondere eine Frauendomäne ist. 81 Prozent der Teilzeitarbeitsverhältnisse werden von Frauen ausgeübt.“

Mehr als die Hälfte der Frauen arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe. Gemessen an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen betrug der Anteil im Gesundheits- und Sozialwesen 27,6 Prozent, im Handel 16,6 Prozent und im Verarbeitenden Gewerbe 10,1 Prozent.

Die Beschäftigungsquote der Frauen im Saarland betrug im Jahr 2020 53,9 Prozent und somit 0,5 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2019. Eine geringere Beschäftigungsquote wiesen Bremen mit 51,6 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 53,6 Prozent aus. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigungsquote der Frauen im letzten Jahr bei 57,6 Prozent.

Vielfältige Möglichkeiten

der Unterstützung

Die Beauftragten für Chancengleichheit in der Agentur für Arbeit und den Jobcentern bieten Frauen vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten an. Diese reichen von Vermittlung und Beratung über notwendige Qualifizierung, Telefonaktionstage, frauenspezifische Veranstaltungen, zum Beispiel im Rahmen der Inforeihe „BiZ & Donna“, bis hin zu Bewerbungsseminaren sowie Coachingmaßnahmen. Um dem Gesundheitsschutz der Kundinnen und der Beauftragten für Chancengleichheit Rechnung zu tragen, werden alle Veranstaltungen derzeit online angeboten. Beratungen finden telefonisch statt. Des Weiteren können individuelle Anliegen per Mail thematisiert und geklärt werden.

So werben die Beauftragten für Chancengleichheit auch für die Möglichkeit der Teilzeitausbildung. Nicht immer können Auszubildende ihre Ausbildung in Vollzeit absolvieren. Manchmal lassen die persönlichen Rahmenbedingen wegen Kinderbetreuung oder Betreuung pflegebedürftiger Personen dies nicht zu. In solchen Fällen bietet die Ausbildung in Teilzeit die Gelegenheit, trotz eines eingeschränkten Zeitbudgets den Weg in die Berufswelt zu finden.

Teilzeitausbildung in der

dualen Berufsausbildung

In diesen Fällen einigen sich Auszubildende und Betrieb auf eine individuelle Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Somit kann die Ausbildungszeit an die betrieblichen Abläufe und die Bedürfnisse der Auszubildenden angepasst werden. Eine Teilzeitausbildung ist in allen dualen Berufsausbildungen möglich. Sie führt zu einer Verlängerung der Ausbildungsdauer. Dabei spielen die schulische Vorbildung sowie eventuell vorhandene Berufserfahrung der Auszubildenden eine Rolle.

„Die Teilzeitausbildung ist eine sehr gute Möglichkeit, einen abgeschlossenen Berufsabschluss zu erlangen. Unternehmen, die diese Möglichkeit anbieten, stellen sich attraktiv und flexibel für ihren potenziellen Fachkräftenachwuchs auf und sie gewinnen motivierte und engagierte Auszubildende“, so Walter Hüther.red./tt

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