„Stille Critical Mass“ für toten Radaktivisten

Zum Gedenken an Andreas Mandalka fand in Saarbrücken eine Critical Mass außerhalb der Reihe statt. Foto: Kossmann
Zum Gedenken an Andreas Mandalka fand in Saarbrücken eine Critical Mass außerhalb der Reihe statt. Foto: Kossmann - (Bild 1 von 1)

Saarbrücken. Rund 40 Fahrradfahrer trafen sich auf dem Max-Ophüls-Platz, um von hier aus durch die Stadt zu fahren und ein Zeichen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu setzen.

Mit Abstandhaltern (Schwimmnudeln) demonstrierten sie, wie weit der Abstand zwischen einem überholenden Fahrzeug und einem Radfahrer eigentlich sein müsste, welcher in den meisten Fällen jedoch nicht eingehalten wird und es dadurch zu einer erhöhten Anzahl an Unfällen kommt.

Diese Radaktion in Saarbrücken findet monatlich immer am letzten Freitag im Monat statt und man kann sich gerne anschließen, um ein Zeichen im Straßenverkehr zu setzen. Treffpunkt ist jeweils um 18.30 Uhr auf vorgenanntem Platz. Informationen im Internet findet man unter www.facebook.com/cmsaarbruecken beziehungsweise www.instagram.com/criticalmasssaarbrucken.

Der Termin fand zusätzlich und aus aktuellem Anlass statt. Es nahmen auch deutlich mehr Radfahrer teil als sonst. Denn in der Vorwoche hatte der bekannte Radaktivist Andreas Mandalka, bekannt unter dem Namen „Natenom“, einen Radunfall durch einen PKW-Fahrer bei Neuhausen (Enzkreis) erlitten, wobei er noch an der Unfallstelle verstarb. Er wurde nur 43 Jahre alt.

Deutschlandweit veranstaltete man daher in der Folgewoche „Stille Critical Mass“-Veranstaltungen. Ohne Musik oder Sonstiges fuhr man schweigend durch die Stadt und zum Abschluss wurde in Saarbrücken auf dem Max-Ophüls-Platz auch ein sogenanntes „Ghostbike“ („Geisterrad“) aufgestellt.

Diese Idee stammt aus den USA: Weiß gestrichene Fahrräder werden als Mahnmale für im Straßenverkehr tödlich verunglückte Radfahrer aufgestellt. in der Regel am Unfallort. Aufgrund der bundesweiten Teilnahme an diesem besonderen Fall des bekannten Radaktivisten gibt es nun aber auch eine Mahnstelle in der Landeshauptstadt.

Der ADFC Saarland setzt sich mit seinen Ortsgruppen für eine bessere Infrastruktur für den Radverkehr ein. „Von idealen Bedingungen sind wir im Saarland noch weit entfernt, auch wenn durch örtliche Gruppen in verschiedenen Städten und Gemeinden die Situation schon stark verbessert wurde. Als Radfahrer haben wir leider nicht die Lobby wie Autos oder Motorräder“, so ADFC-Landesvorsitzende Ute Kirchhoff (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Saarland

e. V.) im Gespräch mit dem

WOCHENSPIEGEL.

Informationen zum ADFC-Landesverband findet man unter saarland.adfc.de ak

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