Homburg. Die angespannte Situation im Katzenschutz in Homburg dauert an. Immer wieder werden freilebende Katzen in den Stadtteilen gesichtet – zuletzt vermehrt in Jägersburg, Schwarzenacker, Erbach und im Stadtpark. Um das Einfangen und die Versorgung der Tiere zu erleichtern, hat die Stadt Homburg dem Tierheim zwei zusätzliche Lebendfallen sowie zwei neue Transport- und Umsetzboxen zur Verfügung gestellt.
„Die Lage ist ernst. Unsere Tierheime und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer stoßen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Jede eingefangene und kastrierte Katze bedeutet ein Stück weniger Tierleid – auch wenn es im großen Ganzen oft wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt“, erklärt Nathalie Kroj, Beigeordnete für Tierschutz der Stadt Homburg, die die Boxen überreichte. Die neuen Hilfsmittel werden künftig gemeinsam vom Tierheim Homburg und der Tierschutzgruppe „Saarpfalz Streuner“ eingesetzt. Ziel ist es, streunende Katzen einzufangen, medizinisch zu versorgen und insbesondere kastrieren zu lassen, um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen. Große Unterstützung erfahren Tierheim und Tierschützer durch mehrere Homburger Tierarztpraxen, die flexibel bei der Kastration der eingefangenen Katzen helfen.
An der Kapazitätsgrenze angekommen
Nicole Daum, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Homburg, ist dankbar für die Unterstützung: „Wir erleben gerade in den Sommermonaten einen regelrechten Katzen-Baby-Boom. Dank der zusätzlichen Fallen können wir flexibler reagieren und mehrere Hotspots gleichzeitig betreuen.“ Gleichzeitig machte sie deutlich, dass das Tierheim Homburg derzeit an seiner Kapazitätsgrenze angekommen ist und keine weiteren Fundkatzen aufnehmen kann.
Auch Laura Lawaldt und Tanja Bohlander von der ehrenamtlich engagierten Tierschutzgruppe „Saarpfalz Streuner“ betonen die Bedeutung für ihre Arbeit: „Jede Falle hilft. Immer wieder mussten wir in der Vergangenheit überlegen, wie wir noch handlungsfähig bleiben können, weil bereits alle Fallen im Einsatz waren. Besonders die neuen Umsetzboxen sind eine große Hilfe.“
Tierschutzbeigeordnete Nathalie Kroj hatte bereits zum Weltkatzentag am 8. August auf das Problem aufmerksam gemacht und Katzenhalter eindringlich gebeten, ihre Tiere kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen. „Nur durch konsequente Kastrationen können wir verhindern, dass sich die Lage weiter verschärft“, so Kroj.
Zum Hintergrund erläutert die Beigeordnete: „Jede unkastrierte Freigängerkatze – ob männlich oder weiblich – trägt zur unkontrollierten Vermehrung bei. Das klingt zunächst harmlos, hat aber dramatische Folgen: Immer mehr Katzenbabys landen auf der Straße, werden krank, verletzt oder verhungern.“ red./jj





