Spannende Chorprojekte stehen an

Mit hörbarer Begeisterung probte der Kirchenchor Ernstweiler/Bubenhausen unter Leitung von Stefan Jahnke an der Missa Brevis. Foto: v. Waldow
Mit hörbarer Begeisterung probte der Kirchenchor Ernstweiler/Bubenhausen unter Leitung von Stefan Jahnke an der Missa Brevis. Foto: v. Waldow - (Bild 1 von 1)

Zweibrücken. „Kyrie, Kyrie, Kyrie eleison“, erklang es fröhlich in der Christuskirche in Ernstweiler. Nach der Winterpause hat der Kirchenchor Ernstweiler/Bubenhausen unter Leitung von Stefan Jahnke seine wöchentlichen Proben wieder aufgenommen und bereitet sich konzentriert auf seine Chorprojekte vor. Um es gleich vorweg zu nehmen: Wie bereits in 2021 und in den Vorjahren, ist dabei jeder ausdrücklich willkommen, der Freude am Singen hat und donnerstags ab 20 Uhr Zeit. Der Chorleiter betont: „Man muss weder Chorerfahrung haben noch Noten lesen können.“

Zwei größere Werke

an den Osterfeiertagen

Für die Osterfeiertage hat Stefan Jahnke zwei größere Werke ausgewählt, die mit dem aktuell dreistimmig besetzten Chor stemmbar sind. Er sehe seine Aufgabe darin, seine rund 15 Sänger nicht zu überfordern, den Chor jedoch auch zu fordern und zu fördern. Am Karfreitag, 15. April, soll die Passion nach Matthäus von Lothar Graap für Chor, Sprecher und Orgel zur Aufführung gelangen.

Der Vereinsvorsitzende, Markus Huff, beschreibt: „Basierend auf dem Schrifttext in der beeindruckenden Übersetzung von Walter Jens, erklingen orgelbegleitete Chorteile und Choräle, Orgel-Interludien und der gesprochene Erzählertext und entfalten sich so zu einem in sich geschlossenen, musikalisch stets eng am Text komponierten Zyklus.“ Der zeitgenössische, 1933 im Osten geborene, deutsche Komponist und evangelische Kirchenmusiker hat die Passion nach dem Matthäusevangelium 2015 komponiert. Und dies in einem Format, das sich einzustudieren lohne, besonders, weil es innerhalb einer Stunde aufgeführt werden kann. Stefan Jahnke beschreibt: „Lothar Graap hat mit einfachen Mitteln eine Passion gestalten, die selbst bei ihrer Dreistimmigkeit mit Orgelbegleitung durchaus anspruchsvoll ist.“

Dies gilt auch für die nach seiner Einschätzung „leicht exotische“ Missa Brevis à tre voci col organo für Chor, Solo-Gesang und Orgel. Diese Komposition wird Michael Haydn zu geordnet, obwohl sich die kirchenmusikalische Fachwelt darüber nicht ganz einig ist. Michael Haydn, der Bruder des bekannten Joseph Haydn, wurde 1737 geboren und galt als ein äußerst gefragter Komponist, der so viele Aufträge zu erfüllen hatte, dass er offenbar nicht immer mit dem Komponieren nachkam. Es existiert die Vermutung, dass er den Auftrag zur Komposition der Missa brevis à tre voci mangels Zeit gar nicht selbst hätte umsetzen können, sondern diese Aufgabe dem damals noch sehr jungen Wolfgang Amadeus Mozart zugeschoben hätte. So scheine es aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen, dass es sich bei diesem Werk um eine Komposition Mozarts, nachbearbeitet und allenfalls ergänzt von Michael Haydn, handeln könnte. Der Chorleiter skizziert: „Es handelt sich hier um eine dreistimmige komponierte Vertonung eines typischen Messordinariums mit Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei mit Orgelbegleitung, immer wieder gibt es auch kurze solistische Passagen.“ So erklang bei der Chorprobe nach einem chromatischen Quitolis mit durchaus herausfordernden Halbtonschritten ein strahlend-polyphones Gloria. Mit einem zarten, tiefgründigen Agnus Dei und einem schwungvoll tanzenden Dona Nobis Pacem kann der Chor die gesamte emotionale Bandbreite klanglich gestalten. Aufgeführt wird die Kurzmesse am Ostersonntag.

Nähere Informationen erteilt der Vorsitzende Markus Huff, Tel. (0 63 32) 89 71 26, E-Mail Huff.Markus@t-online.de. cvw

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