Sonderausstellung im Stadtmuseum endet

Zweibrücken. Es dauerte über 100 Jahre, bis der 1872 eingeführte, menschenverachtende § 175 StGB, der männliche Homosexualität kriminalisierte, 1994 ersatzlos gestrichen wurde. Seit 2017 gibt es die „Ehe für alle“. Gleichgeschlechtlich liebende Frauen und Männer können nunmehr heiraten wie heterosexuelle Paare auch. Trotz der positiven rechtlichen Entwicklung existieren bis heute vielfältige Vorurteile gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, transidenten und intergeschlechtlichen Menschen.

Geschlechtliche Vielfalt existiert schon immer und überall. Jede Region hat dazu ihre eigene, bisher kaum erforschte Geschichte. Die Wanderausstellung „Nanu?“, aktuell im Stadtmuseum Zweibrücken zu sehen, ist eine Spurensuche zu historischen Entwicklungen und regionalen Besonderheiten in der Pfalz. Nanu war im Übrigen der Name einer schwul-lesbischen Diskothek in Kaiserslautern, die in den 1980er und 1990er Jahren Gäste aus dem ganzen südwestdeutschen Raum anzog, darunter auch viele US-Amerikaner. Die Ausstellung möchte durch Information und Sensibilisierung zum Abbau von Ablehnung und Ausgrenzung sowie zur Entwicklung eines offenen und respektvollen Umgangs miteinander beitragen. Sie richtet sich deshalb insbesondere an Jugendliche.

Die Schau ist ein Kooperationsprojekt von Historischem Verein Zweibrücken e.V., dem Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern und dem Stadtmuseum Zweibrücken. Sie ist im Rahmen des Landesaktionsplans „Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen“ und der „Partnerschaft für Demokratie Zweibrücken“ entstanden.

Die Wanderausstellung zieht

weiter nach Kaiserslautern

Als nächste Station der Wanderausstellung ist die Pfalzbibliothek Kaiserslautern vorgesehen (Eröffnung am 23. Juni, 19 Uhr per Livestream unter www.twitch.tv/pfalzbibliothek). 2022 können Schulen und andere interessierte Einrichtungen die Ausstellung kostenlos übernehmen (Kontakt: Stadtmuseum Zweibrücken).

20 mobile Ausstellungs-Roll-Ups präsentieren historische und aktuelle Entwicklungen zur geschlechtlichen Vielfalt in der Region Pfalz. Einzelschicksale, lokale und regionale Besonderheiten werden im Kontext der Zeitgeschichte thematisiert. Ein Folder mit aktuellen Beratungsstellen rundet die Ausstellung ab. www.zweibruecken.de/museum

Öffnungszeiten des Museums: Dienstags 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis sonntags sowie feiertags jeweils von 14 bis. 18 Uhr Der Besuch des Stadtmuseums ist zurzeit mit Voranmeldung unter Tel. (0 63 32) 87 13 80 oder während der Öffnungszeiten an der Museumstheke möglich. Eintritt haben vorerst Einzel-personen, Paare und Familien. Aufgrund der Raumgrößen ist es nicht möglich, dass Gruppen gemeinsam den Museumsrundgang machen oder Führungen und Veranstaltungen stattfinden. Voraussetzung für das Betreten des Museums ist das Tragen einer medizinischen Maske (FFP2 oder OP) sowie die Desinfektion der Hände am Eingang Uhlandstraße. red./jj

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