Merzig. Rund 50 Interessierte informierten sich im Rahmen der Patientenvortragsreihe des SHG-Klinikums Merzig über moderne Behandlungsmethoden bei Kniebeschwerden. Johannes Ascher, leitender Arzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, zeigte auf, wie Betroffene ihre Mobilität und Lebensqualität zurückgewinnen können.
Im Mittelpunkt stand neben unfallbedingten Verletzungen wie Kreuzband- oder Meniskusrissen vor allem der altersbedingte Gelenkverschleiß (Arthrose).
Ascher erklärte zu Beginn, wie eine Arthrose entsteht. „Der Knorpel wird im Laufe der Zeit schwach und der Gelenkspalt wird immer schmäler, das Gelenk verändert sich und auch die umgebenden Strukturen.“Er betonte: „Eine Operation ist beim Verschleiß immer der letzte Schritt – erst wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind und die Lebensqualität leidet, entscheiden Patient und Arzt gemeinsam über einen Eingriff.“
Präventionsmöglichkeiten
Um den Verschleiß aufzuhalten oder hinauszuzögern, setzt das Merziger Team vor allem auf Prävention: Ganz vorne steht dabei die Entlastung. Bereits eine Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent senkt die Gelenkbelastung messbar. Dann geht es um gelenkschonende Bewegung wie Schwimmen und Radfahren nach der Devise „viel bewegen, wenig belasten“. Darüber hinaus stabilisieren ein gezielter Muskelaufbau und propriozeptives Training das Gelenk.
Operation und Nachsorge
Ist ein Gelenkersatz unumgänglich, kommen passgenaue Teil- oder Vollprothesen zum Einsatz. Knieoperationen und Gelenkersatz gehören im SHG-Klinikum Merzig seit vielen Jahren zum etablierten Behandlungsspektrum und werden von den erfahrenen Orthopäden mit großer Expertise durchgeführt.
Besonderen Wert legt das Haus auf die nahtlose Nachbehandlung: Um Engpässe in den stationären Rehakliniken zu umgehen, bietet das Klinikum mit dem Programm „INAP“ (Individuelle ambulante Physiotherapie) eine klinikinterne Alternative an. Dabei werden Patienten in den ersten Wochen engmaschig und in Abstimmung zwischen Operateur und Physiotherapeuten vor Ort ambulant mobilisiert.
Johannes Ascher konnte bei seinem Vortrag viele Fragen aus dem Publikum beantworten und dabei auch Ängste und Zweifel beseitigen. red./lw

