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„SeniorenPower – Da geht noch was!“

Saarbrücken. Sie flohen vor dem Krieg, ließen oft ihr gesamtes Lebenswerk zurück und leben nun im Saarland – oft unselbständig, unverstanden und unsichtbar. Der Verein UkraineFreundeSaar e.V. setzt dieser Isolation nun ein kraftvolles Zeichen entgegen: Mit dem Projekt „SeniorenPower“ startet eine Initiative, die nicht auf Mitleid, sondern auf Selbstermächtigung setzt. Gefördert wird die Pilotphase durch das saarländische Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit (MASFG).

Potenziale statt Ohnmacht

„Ihr habt uns großgezogen und stark gemacht, jetzt machen wir euch stark“ – dieser Leitgedanke steht im Zentrum von SeniorenPower. Oft werden die Ressourcen und das Wissen älterer Menschen unterschätzt, besonders wenn Sprachbarrieren und Fluchterfahrungen den Alltag überschatten.

„Wir erleben Senioren, die in einer belastenden Warteschleife zwischen Kriegstrauma und sozialer Isolation feststecken“, erklärt die Projektinitiatorin und Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins UkraineFreundeSaar e.V. Dr. Lesya Matiyuk. „Mit SeniorenPower schaffen wir einen Raum, in dem Erfahrung zur Stärke wird. Wir betrachten ältere Menschen nicht als bloße Hilfsempfänger, sondern als aktive Gestalter und wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft im Saarland.“

Expertise auf Augenhöhe: Olha Shevchenko übernimmt die Umsetzung

Für die Leitung der Projektumsetzung konnte der Verein mit Olha Shevchenko eine hochkarätige Expertin gewinnen. Die selbst geflüchtete Master-Absolventin für Öffentliches Management und Verwaltung bringt eine beeindruckende Vita mit: In der Ukraine leitete sie als Volksabgeordnete in der Region Kyjiw Ausschüsse für Seniorenangelegenheiten. Zudem studierte sie praktische Psychologie und Sozialpädagogik. Im Saarland ist sie bereits ehrenamtlich in Demokratieprojekten des Vereins aktiv und engagiert sich in einem Schach-Club in Ottweiler für die Arbeit mit älteren Menschen.

Aktivierung und Teilhabe

Das Projekt bietet ein breites Spektrum an Formaten, die speziell auf die Bedürfnisse der Generation 60+ zugeschnitten sind:

Alltags-Fitness: Von schonender Seniorengymnastik bis zu „Deutsch für den Alltag“ (Fokus auf Arztbesuche und ÖPNV).

Selbstdarstellung & Ehrenamt: Im Format „PowerPoint“ präsentieren Senioren ihre Lebensleistungen und entwickeln daraus eigene ehrenamtliche Projektideen für die Gemeinschaft im Saarland.

Soziale Brücken: Gemeinsame Abende mit der ukrainischen und deutschen Küche sowie thematische Ausflüge in die Region fördern den interkulturellen Dialog.

Einladung zur Mitwirkung

Das Angebot ist für alle Teilnehmer kostenfrei. Ziel ist es, die Senioren aus der Isolation der eigenen vier Wände zu holen und ihnen ihre Autonomie zurückzugeben. Das Projekt strebt dabei eine enge Vernetzung mit regionalen Akteuren und saarländischen Senioren, die sich den Austauschrunden anschließen und sich ehrenamtlich einbringen möchten. Infos: E-Mail olha.shevchenko@ukrainefreundesaar.de, www.ukrainefreundesaar.de red./jj

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