Rundenrekord blieb unbelohnt

image-53361
Bild 1 von 1

Merzig. Endlich war es wieder soweit, die lange Wartezeit über die Winterpause hatte endlich ein Ende und der Nürburgring rief zahlreiche Teams zum ersten Lauf der Nürburgring Langstrecken Serie (NLS) in die Eifel. Auch das Team X85racing hatte sich wieder bestens auf den Saisonstart vorbereitet. Akribisch wurde der geliebte Renault Clio zerlegt und noch einmal komplett neu aufgebaut. Carchef Louis Walter schraubte noch bis zu den letzten Stunden vor Anreise am Fahrzeug. Am Freitag kam dann das Team erstmalig wieder in voller Stärke zusammen. Der Grund ist einfach, das Team setzt sich durch Teammitgliedern aus mehreren Bundesländern zusammen und die Pandemie hat natürlich hier vieles erschwert. Doch die Liebe zum Motorsport schweißt die Truppe schon seit Jahren zusammen. Von Beginn an hat alles gepasst und jeder wusste bei bester Laune was zutun ist. „Endlich wieder normale Leute“ strahlte Teammanager Oliver Reyle „Nachdem wir ja nicht an den Test und Einstellfahrten teilgenommen haben, war ich so gespannt auf die Auftaktveranstaltung NLS1. Endlich.. anders kann ich meine Gefühle nicht ausdrücken. Im Kopf musste man sich als ein wenig an die „alte“ Neue Situation umgewöhnen. Gab es 2 Jahre lang zum Beispiel keine Fahrzeugabnahme im herkömmlichen Sinne… An vieles musste gedacht werden, aber es ist fantastisch dies vor einer solch großartigen Kulisse zutun.“ Endlich waren die Zuschauer wieder zurück und strömten bei bestem Wetter zahlreich an die Strecke. Selbst am Freitag beim freien Training war das Fahrerlager gut gefüllt. Die Fahrerbesetzung auf dem X85racing Clio setzt sich zusammen aus Gerrit Holthaus (Lüdenscheid), Marc Wylach (Wuppertal) und Michael Bohrer (Merzig). Zusammen haben sich die Drei viel vorgenommen und möchten wie bereits im vergangenen Jahr den Klassenmeistertitel einfahren. Am Samstagmorgen dem 26.03.2022 stand das erste Qualifikationstraining an und die Strecke zeigte sich im hervorragenden Zustand. Der von Laux und Meurers unterstützte Saarländer Michael Bohrer zeigte die Qualität seines Rennwagen und setzte das Fahrzeug nicht nur auf die Poleposition in der Klasse, sondern stellte mit 9,15.220 einen neuen Rundenrekord für die Renault Clio´s auf. Den anschließenden Start ins vierstündige Rennen übernahm ebenfalls Michael Bohrer und er zeigte sich sichtlich begeistert: „Es war ein Gefühl wie Nachhause zukommen. Man hat mit der Rückkehr der Zuschauer soviel Freunde getroffen und die Einführungsrunde vor dieser Traumkulisse hat mich überwältigt. Vom Start an lief es super. Zunächst hatte ich einen schönen Kampf mit Stephan Epp (Team aufkleben.de), anschließend konnte ich mich dann immer weiter vom Feld absetzen. Natürlich hatte ich früh gemerkt das richtig viel potenzial im Auto und der Strecke liegt. Ich glaube auch die Zuschauer haben einen echt Motiviert und somit habe ich immer weiter gepuscht. Das ich somit im Rennen nochmals den bestehenden Clio Rundenrekord um 6 Sekunden unterbieten konnte, macht mich wirklich stolz. Vielen Dank an das ganze Team für den mega Job hinter den Kulissen.“

In Führung liegend griff als zweiter Teamchef und Fahrer Gerrit Holthaus ins Steuer und baute ebenfalls den Vorsprung zur Konkurrenz immer weiter aus. Auch der zweite Boxenstop verlief bei der eingespielten Truppe nach Plan und die von Pascal Grancher perfekt vorbereiteten Reifen wurden zum Schlusssprint aufgezogen. Glücklich übergab auch er den Clio an Schlussfahrer Marc Wylach. Nun galt es einfach das Fahrzeug ins Ziel zutragen und nichts zu riskieren. Dabei wurde der Abstand zum nächsten Platzierten mit bereits 6 Minuten gemessen. Doch dann kam in den letzten 4 Minuten vor Ablauf der 4 Stunden die traurige Nachricht von Marc Wylach. Marc berichtete Anfang der Döttinger Höhe von Zündaussetzern und der Clio musste an der Box abgestellt werden. Sichtlich zerknickt sagte Wylach: „Es ist sehr bitter, mit solch einem Vorsprung auszufallen. Auch wenn man nichts falsch gemacht hat tut es sehr weh. Dabei hatte alles so toll funktioniert.“

Nun heißt es für das Team vollen Fokus auf das nächste Rennen zulegen, was bereits am 9. April ebenfalls am Nürburgring stattfindet. Teamchef Gerrit Holthaus ist zuversichtlich: „Wie wir mittlerweile wissen, lag es an einem Cent-Artikel der uns das Rennen versaute. Es liegt einiges an Arbeit vor uns, aber wir bekommen das hin und möchten dann wieder an diese Performance anknüpfen.“

Unser Leserreporter Michael Bohrer aus Merzig

  • Jetzt teilen:

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de