Dillingen. Die Ausstellung „Paul Schneider“ im Zentrum August Clüsserath in Dillingen geht am Sonntag, 15. Februar, zu Ende. Nach einem äußerst erfolgreichen Verlauf mit konstant hohem Besucherinteresse lädt der Kunstverein Dillingen am letzten Ausstellungswochenende noch einmal dazu ein, das Werk eines der bedeutendsten saarländischen Künstler des 20. Jahrhunderts zu entdecken.
Die Resonanz auf die Retrospektive ist weiterhin bemerkenswert: Allein am vergangenen Wochenende kamen deutlich über 100 Besucher in die Ausstellung. Zur Paul-Schneider-Führung des Vorsitzenden Wolfgang Birk fanden sich mehr als 60 Interessierte ein – ein Zeichen für das anhaltende Interesse an Schneiders Werk und an der besonderen Präsentation in Dillingen.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf einem Aspekt, der bislang nur selten öffentlich zu sehen war: dem grafischen Werk Paul Schneiders. Neben den bekannten Steinskulpturen zeigt die Dillinger Ausstellung Zeichnungen und Aquarelle aus fünf Jahrzehnten – Arbeiten, die nicht als Vorstudien zu verstehen sind, sondern als eigenständiger, zentraler Teil seines künstlerischen Schaffens. Arbeiten aus Elba (1958) und Santorin (1961) zeigen wie Schneider vom gegenständlich-surrealistischen Arbeiten der 1950er Jahre einen eigenen Weg zur Abstraktion findet. Architektur- oder Naturausschnitte werden eigenständige Bildeinheiten.
Bei den Arbeiten ab Mitte der 1960er Jahre geht es nicht mehr um Gegenständliches, sondern um das Wesen der Dinge, wie es Paul Schneider formulieren würde. Diese Blätter eröffnen einen neuen Blick auf Schneider: auf seine intensive Auseinandersetzung mit Linie, Rhythmus, Farbe und Struktur, auf seine Nähe zur Philosophie und auf eine stille, meditative Seite seines Werks. Viele dieser Arbeiten stammen aus dem Nachlass und sind kaum bekannt. Die Ausstellung bietet damit eine einmalige Gelegenheit, Paul Schneider jenseits seiner Skulpturen kennenzulernen. Die Retrospektive vereint Steinskulpturen, sogenannte „Steinskizzen“, Metall- und Holzarbeiten sowie Zeichnungen und Aquarelle zu einem dichten Überblick über Schneiders künstlerisches Denken. Sie macht sichtbar, wie eng bei ihm Form, Material und Zeit miteinander verbunden sind.
Wer die Ausstellung noch sehen möchte, hat am kommenden Wochenende letztmals Gelegenheit dazu.
Die Ausstellung „Paul Schneider“ ist noch bis Sonntag, 15. Februar, im Zentrum August Clüsserath, Stummstraße 33 (2. Stock), Dillingen, statt. Die Öffnungszeiten sind Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. red./jb



