Neues Konzept zum Kinderschutz

Superintendent Christian Weyer (Kirchenkreisverband), Dr. Lutz Albersdörfer (VEKiS), Annette Burckhardt-Walsch (Diakonie Saar) und Silvia Moog-Schirra (VEKiS) mit dem neuen Kinderschutzkonzept.Foto: evks/Eulenstein
Superintendent Christian Weyer (Kirchenkreisverband), Dr. Lutz Albersdörfer (VEKiS), Annette Burckhardt-Walsch (Diakonie Saar) und Silvia Moog-Schirra (VEKiS) mit dem neuen Kinderschutzkonzept.Foto: evks/Eulenstein - (Bild 1 von 1)

Saarbrücken. Der Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen im Saarland (VEKiS) und der Kirchenkreisverband An der Saar haben das neue Konzept zum Kinderschutz vorgestellt. Seit Beginn des Jahres kommt das Konzept in den evangelischen Kindertageseinrichtungen im Saarland zur Anwendung. Dazu zählen sowohl die 31 zum VEKiS gehörenden Einrichtungen sowie weitere acht, die sich in Trägerschaft von Kirchengemeinden befinden.

„Alle Eltern, die ihre Kinder in einer evangelischen Kindertagesstätte im Saarland in Betreuung geben, können sich darauf verlassen, dass strukturell, konzeptionell und praktisch alles getan wird, um die Kinder vor jeder Form von Missbrauch und sexualisierter Gewalt zu schützen“, stellt Christian Weyer klar. Er ist Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West und im übergeordneten Evangelischen Kirchenkreisverband An der Saar zuständig für die Kindertagesstätten.

Damit das zukünftig einheitlich geschieht, gibt es das neue Konzept. Es wurde von Trägern und

Mitarbeitenden aller evangelischen Kindertageseinrichtungen auf dem Gebiet des Kirchenkreisverbandes gemeinsam erarbeitet.

„Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Qualitätsmanagementsystems war es selbstverständlich, dass wir uns intensiv mit dem Thema Kinderschutz auseinandersetzen“, stellt Annette Burkhardt-Walsch vom Referat Evangelischer Kindertageseinrichtungen der Diakonie klar.

Zusammen mit Silvia Moog-Schirra, Bereichsleiterin beim VEKiS, hatte sie die Federführung bei der Erstellung inne. Das „neue“ einheitliche Kinderschutzkonzept füge die verschiedenen Ansätze zusammen und präzisiere sie.

Zwei Jahre an der

Erstellung gearbeitet

In einem Zeitraum von zwei Jahren wurde an der Erstellung gearbeitet. Inhaltlich an erster Stelle im Kinderschutzkonzept stehen die Grundsätze „Partizipation“ und „Prävention“. „Wir möchten die Kinder stark machen, sie befähigen, ihre Wünsche und Gefühle zum Ausdruck zu bringen“, erläutert Burkhardt-Walsch. Dazu gehöre es, dass schon die Kleinsten an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden, etwa bei der Gestaltung der Bildungsangebote oder bei der Auswahl des Speiseplans.

Selbstverständlich im Rahmen grundsätzlicher Regeln und Grenzen: „Dass beispielsweise der Medizinschrank tabu ist oder nicht auf die Straße gerannt wird, ist nicht verhandelbar.“ Da Prävention immer mit Bildungsarbeit einhergeht, ist außerdem ein pädagogisches Konzept zur Sexualerziehung im Elementarbereich Teil des Kinderschutzkonzepts.

„Wir konnten die Qualität durch den Entwicklungsprozess nochmal deutlich steigern“, bekräftigt auch Moog-Schirra. Daher war es nur logisch, großzügig zeitliche Ressourcen zur Einführung des Kinderschutzkonzepts bereitzustellen. So wurden in den letzten Monaten trotz der Corona-Pandemie rund 25 pädagogische Tage in den Einrichtungen durchgeführt, um das Konzept vor Ort zu implementieren.

Kinderschutz fängt schon

bei der Einstellung an

„Im Nachgang der pädagogischen Tage erstellt sich jedes Team vor Ort auf Basis des Konzepts einen individuellen Verhaltenskodex“, so Moog-Schirra. Überhaupt seien natürlich die Teams der Einrichtungen vor Ort besonders gefordert, das Konzept mit Leben zu füllen. Dafür braucht es Personal, das mitzieht.

„Kinderschutz fängt bei uns bei der Einstellung an“, betont Dr. Lutz Albersdörfer, Geschäftsführer des VEKiS. Schon in Stellenausschreibungen und bei den Vorstellungsgesprächen würde das Thema angesprochen und entsprechend berücksichtigt.

Und wenn doch mal was passiert? „Jedem Verdacht wird nachgegangen“, stellt Albersdörfer klar. Das Verfahren werde dann jeweils dokumentiert, ob sich ein Verdacht bestätige oder nicht – zum Schutz der Einrichtung, aber auch als Entlastung von Personen, die nach Prüfung rehabilitiert werden müssten, weil sich ein Verdacht nicht erhärtet hat.

Darüber hinaus sei eine gelungene Elternarbeit eine Schlüsselvoraussetzung dafür, Kinder nicht nur in der Kindertageseinrichtung, sondern auch im sozialen Umfeld wirksam zu schützen.red./tt

  • Jetzt teilen:

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de