Nachwuchswerbung zentrales Handlungsfeld

Das Handwerk hat viele Facetten und bietet vielfältige Möglichkeiten. Dass die Nachwuchsgewinnung viele Betriebe vor große Probleme stellt, ist eines der zentralen Themen der Kammer. Foto: oksix – stock.adobe.com
Das Handwerk hat viele Facetten und bietet vielfältige Möglichkeiten. Dass die Nachwuchsgewinnung viele Betriebe vor große Probleme stellt, ist eines der zentralen Themen der Kammer. Foto: oksix – stock.adobe.com - (Bild 1 von 1)

Saarbrücken. Die Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) hat die Schwerpunkte der Kammerarbeit der vergangenen Monate Revue passieren lassen und einen Ausblick auf ihren Strategiekurs für das kommende Jahr gegeben. HWK-Präsident Bernd Wegner formulierte mit Blick auf 2022 eine Reihe handwerkspolitischer Forderungen.

Berufliche und akademische Ausbildung gleichstellen

Wegner bezog Position zu wesentlichen handwerkspolitischen Themen. Mit Nachdruck forderte er wirksame Maßnahmen für die Gleichstellung der beruflichen und der akademischen Bildung. Es würden sich mehr junge Talente im Handwerk für das Ablegen der Meisterprüfung entscheiden, wenn die staatliche Förderung eine deutliche Entlastung bei den Kosten brächte, so Wegner. „Deshalb fehlen im Handwerk Meisterinnen und Meister als Fachkräfte, Ausbilder, Unternehmensgründer und Betriebsnachfolger.“

Dass die neue Bundesregierung die finanzielle Förderung für die Meisterqualifizierung deutlich erhöhen wolle, sei deshalb ein längst fälliger Schritt. Mit Blick auf eine echte Gleichstellung von akademischer und beruflicher Bildung halte er allerdings an seiner Forderung nach einer für die Meisterschüler gänzlich gebührenfreien Meisterschule fest, ergänzte der Präsident.

An die saarländische Landesregierung richtete Wegner den Appell, die Trägerschaft der Saarländischen Meister- und Technikerschule auch in den bevorstehenden Jahren weiter zu übernehmen.

Leistungsangebot quantitativ und qualitativ verbessern

Der Hauptgeschäftsführer der HWK, Bernd Reis, ließ in seinem Vortrag die wesentlichen Projekte Revue passieren, die unter seiner Leitung umgesetzt werden konnten. Seit rund einem Jahr verfolge er als Hauptgeschäftsführer das Ziel, das Selbstverständnis der HWK als Dienstleisterin mit hoheitlichem Auftrag zu stärken, das Leistungsangebot in quantitativer Hinsicht auszubauen und in qualitativer Hinsicht sukzessive zu verbessern.

„2021 war für unsere Handwerkskammer ein erfolgreiches Jahr. Zu den Höhepunkten in diesem Jahr zählt beispielsweise die Umsetzung diverser Digitalisierungsprojekte“, so Reis. Als weiteren wichtigen Erfolg nannte er den Abschluss von 14 Kooperationsvereinbarungen mit Schulen im Bereich der Berufsorientierung und die erfolgreiche Durchführung des Tags des Handwerks als Präsenzveranstaltung in Blieskastel.

Handwerkliche Berufe für

Jugendliche erlebbar machen

Die neue stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführerin Doris Clohs stellte die Bedeutung der Nachwuchswerbung als zentrales strategisches Handlungsfeld der Kammerarbeit für das bevorstehende Jahr heraus. 2021 hätten sich neue Ansätze zur Nachwuchsgewinnung wie die Praktikumswoche Saarland oder persönliche Beratungsgespräche in den Fußgängerzonen ausgewählter saarländischer Innenstädte mit den Ausbildungscoaches der HWK bewährt und sollten neben weiteren Erfolgsformaten wie dem Girls’Day und Boys’Day fortgeführt und ausgeweitet werden.

„Bei der Nachwuchswerbearbeit kommt es vor allem darauf an, unsere Berufe für die Jugendlichen greifbar und erlebbar zu machen.“ Digitale Formate wie die YouTube-Reihe „Mach Dein Ding!“ seien die ideale Ergänzung zu Präsenzformaten wie Infoveranstaltungen in Schulen oder Ausbildungsmessen vor Ort.red./tt

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