Nachhaltigkeit und Regionalität

Schüler und Lehrerinnen der Robert-Bosch-Schule, Vertretervon Slowfood Saarland und Vertreter des Biosphärenzweckverbandes (Mitte: Verbandvorsteher Landrat Dr. Theophil Gallo). Foto: Ruffing
Schüler und Lehrerinnen der Robert-Bosch-Schule, Vertretervon Slowfood Saarland und Vertreter des Biosphärenzweckverbandes (Mitte: Verbandvorsteher Landrat Dr. Theophil Gallo). Foto: Ruffing - (Bild 1 von 1)

Homburg. Im Schulgarten der Robert-Bosch-Schule in Homburg – die Schule ist seit 2019 Biosphärenschule – überreichten der Biosphärenzweckverband Bliesgau und Slowfood Saarland den Schüler:n der Nachmittagsbetreuung und der „AG Gartenbau“ Setzkartoffeln für den Schulgarten.

„AG Gartenbau“

Und sie berichteten den Schülern die Geschichte, wie die Kartoffel vor 325 Jahren ins Saarland kam. Homburg. Ruhig wurde es im Schulgarten der Robert-Bosch-Schule, als der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes, Landrat Dr. Theophil Gallo, die Schulleiterin Barbara Neumann und Slowfood-Leiter Holger Gettmann den Schülern Kurzgeschichten zum Jubiläumsjahr der Kartoffel im Saarland erzählten. Geschichten von einem Bauer, der 1696 eine damals unbekannte Knolle aus Frankfurt dem Pfarrer von Bischmisheim ins Saarland brachte. Die Geschichte von Kartoffelfeldern, die Friedrich der Große von Soldaten bewachen ließ, um sie für seine Untertanen interessant zu machen und von Kartoffelscheiben, die früher einfach auf die Ofenplatte gelegt wurden und sich so zu leckeren Speisen verwandelten. Offene Ohren für die Jubiläumsknolle hatten die Schüler und die Leiterin der Gartenbau-AG, Anne Deutsch, vor allem deshalb, weil sie dieses Jahr gemeinsam Kartoffeln im Schulgarten gepflanzt und geerntet hatten. Neu war ihnen jedoch teilweise, dass es so viele unterschiedliche Kartoffelsorten gibt und die Kartoffel als heimisches Gemüse so wertvoll für eine gesunde Ernährung ist. Doch „Aufklären und Informieren“ ist ja bekanntlich ein Anliegen von Slowfood.

Wie Holger Gettmann, Patric Bies und Klaus Friedrich berichteten, wird die Kartoffel oft unterschätzt und alte, wohlschmeckende Sorten verschwinden vom Speiseplan der Menschen. Daher brachten sie einen Sack voller „Bamberger Hörnchen“ mit. Diese alte Sorte ist Mitglied der „Arche des guten Geschmacks“, in der Slowfood vom Aussterben bedrohte Arten und Sorten sammelt. Mit ihren länglichen und gebogenen Formen und den zahlreichen, knubbeligen Fortsätzen zogen die Knollen umgehend die Aufmerksamkeit der Schüler auf sich. Für Slowfood ist es wichtig, dass insbesondere junge Menschen wieder ein stärkeres Bewusstsein für Lebensmittel entwickeln. Dass sie sich bewusst sind, was sie essen, wo die Lebensmittel herkommen und darauf achten, dass sie nachhaltig erzeugt und verarbeitet werden. Auf Nachhaltigkeit und Regionalität legen auch Verbandsvorsteher Dr. Theophil Gallo und Geschäftsführer Dr. Gerhard Mörsch vom Biosphärenzweckverband Bliesgau großen Wert. Dementsprechend brachten sie Setzkartoffeln der Sorte „Bellana“ mit, da diese in der Biosphäre angebaut werden. Dr. Mörsch erläuterte, wie die kleinen Setzkartoffeln vor dem Ausbringen im Frühjahr klein geschnitten werden, trotzdem keimen und die Kartoffeln dadurch sortenrein erhalten werden kann.

Weitere Infos zu Lebensmitteln aus der Region unter www.biosphaere-bliesgau.eu/produkte. red./jj

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de