Merzig. Die Stadtwerke Merzig GmbH (SWM) hat ihren ersten hybriden Solarpark offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt ist das Ergebnis von vier Jahren Planung und Investitionen von rund 7 Millionen Euro. Die hochmoderne PV-Freiflächenanlage steht auf 15 Hektar Acker- und Weidefläche in Merchingen/Brotdorf und erzeugt Strom für etwa 2 500 Haushalte.
Hybrides Konzept
Der Solarpark kombiniert zwei unterschiedliche Solarfeld-Typen: Konventionelle, nach Süden ausgerichtete Module und senkrecht aufgestellte Agri-PV-Module in Ost-West-Ausrichtung. Diese intelligente Kombination ermöglicht eine gleichmäßigere Stromproduktion über den gesamten Tag. Während klassische Module mittags Spitzen liefern, erzeugen Agri-PV-Module morgens und abends Strom. Das Resultat ist ein ausgeglicheneres Lastprofil, das dem Verbrauchsverhalten der Nutzer entspricht und die Netzintegration erleichtert.
Öffentliche Resonanz
Die Einweihung fand unter großer Beteiligung von Politik, Presse und Bürgern statt. Bereits während der Bauphase wurde die Öffentlichkeit umfassend informiert, was zu hoher Akzeptanz und sachkundigen Diskussionen beitrug.
Bedeutung für die Energiewende
Umweltministerin Petra Berg betonte die Notwendigkeit des schnellen Ausbaus erneuerbarer Energien und lobte das Engagement der Stadtwerke Merzig. Auch Merzigs Oberbürgermeister Marcus Hoffeld hob die Bedeutung der Anlage für die Attraktivität und Zukunftssicherheit der Region hervor.
Technik und Innovation
Die Hybridanlage besteht aus zwei Modultypen:
Süd-PV: Konventionelle, einseitig aktive Module
Agri-PV: Senkrecht, bifaziale Module, die auch diffuses Licht nutzen und pro kWp rund zehn Prozent mehr Strom als Süd-PV liefern.
Dank der Nähe zum Windpark Merchingen II konnte ein bereits bestehendes Kabel für den Netzanschluss genutzt werden, was Kosten spart und die Netzintegration verbessert. Wind- und PV-Strom ergänzen sich, da sie selten gleichzeitig Spitzen erzeugen.
Landwirtschaft und Energie im Einklang
Die Flächen unter den Modulen bleiben weiterhin landwirtschaftlich nutzbar: Weideflächen werden weiterhin beweidet, Ackerflächen weiterhin bewirtschaftet. So wird der Zielkonflikt zwischen Energie- und Landwirtschaft gelöst.
Finanzierung und regionale Partner
Die Finanzierung erfolgte auch über einen S-Klima-Sparbrief der Sparkasse Merzig-Wadern, der eine direkte Bürgerbeteiligung ermöglichte. Am Projekt beteiligt waren zahlreiche regionale Unternehmen, darunter Meiser Solar GmbH, Solos GmbH und Next2Sun Technology GmbH, die das vertikale Agri-PV-System lieferten. 90 Prozent der Fläche zwischen den Modulen bleibt für landwirtschaftliche Nutzung erhalten, die übrigen Streifen werden ökologisch aufgewertet.
Mit dem hybriden Solarpark setzen die Stadtwerke Merzig ein starkes Zeichen für die dezentrale, nachhaltige Energiezukunft und stärken zugleich regionale Wertschöpfung und Akzeptanz. red./jb




