„Mythos Paris. Fotografie 1860 bis 1960“

Sabine Weiss, Porte de Vanves (springendes Pferd), Paris, 1954 / 1978, Bibliothèque nationale de France, Paris. 
© Sabine Weiss, courtesy Photo Elysée; Reproduktion: Bibliothèque nationale de France, Paris
Sabine Weiss, Porte de Vanves (springendes Pferd), Paris, 1954 / 1978, Bibliothèque nationale de France, Paris. © Sabine Weiss, courtesy Photo Elysée; Reproduktion: Bibliothèque nationale de France, Paris - (Bild 1 von 1)

Saarbrücken. Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums präsentiert vom 9. Dezember bis 10. März die Ausstellung „Mythos Paris. Fotografie 1860 bis 1960“ und zeigt über 200 Exponate mit wertvollen Leihgaben aus prominenten Sammlungen Frankreichs und Deutschlands, darunter das Centre Pompidou Paris, das Museum Folkwang Essen und das Museum Ludwig Köln.

Vertreten sind namhafte Künstler, unter anderem Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau, Brassaï, Édouard Baldus, Roman Urhausen und Sabine Weiss.

Paris ist einer der entscheidenden Orte für die Geschichte der Fotografie. Hier wurde das Patent Daguerres der Welt übergeben. Viele der bedeutendsten Fotografen sind mit Bildern aus dieser Stadt berühmt geworden.

Die Saarbrücker Ausstellung widmet sich im Jubiläumsjahr des Elysée-Vertrages, der die Freundschaft Deutschlands und Frankreichs als Aufgabe formuliert, Fotografien, die in Paris innerhalb von 100 Jahren etwa zwischen 1860 und 1960 entstanden sind: von dem Album „Photographies de Paris“ von Édouard Baldus aus den 1850er und 1860er Jahren bis in die Wirkungszeit Otto Stei­nerts, die 1960 in Saarbrücken endete.

In diesen 100 Jahren fasziniert die Fotografie nicht nur in technischer, sondern besonders stark in ästhetischer Hinsicht: vom frühen Dokumentarismus, den Baldus mit seinen klaren Kompositionen vertrat, über den Piktorialismus, der mit seinen weichzeichnenden Effekten die Nähe zur Malerei suchte, über das Neue Sehen mit seinen kühnen Perspektiven und der Freude am technischen Fortschritt bis zum fotografischen Humanismus, der von Stars

wie Robert Doisneau, Henri Cartier-Bresson, Brassaï oder Sabine Weiss vertreten wird und den Menschen ins Zentrum des fotografischen Bildes stellt.

All dies hat das Bild von Paris mit seinen Monumenten, seinem Flair, seinen Bewohnern, wie wir es auch heute noch sehen, stark geprägt.

„Mythos Paris. Fotografie 1860 bis 1960“ stellt einen fulminanten Abschluss der zahlreichen Feierlichkeiten und Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr des Elysée-Vertrages dar, der am 2. Juli 1963 in Kraft trat und die Basis für die deutsch-französische Freundschaft bildet. Gleichzeitig stimmt die Ausstellung künstlerisch auf Paris als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2024 ein.red./tt

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