Mitglieder halten, neue Mitglieder gewinnen

Kaiserslautern. „Jetzt die Mitglieder halten und nach den Corona-Beschränkungen und dem Wiedereinstieg in den Sport neue Mitglieder gewinnen – das ist ein großes Ziel“, sagte Sportbund Pfalz-Präsidentin Elke Rottmüller beim Jahrespressegespräch in Kaiserslautern.

„Wir als Dachverband beobachten die Entwicklungen im Sport in Zeiten von Corona sehr genau und setzen uns, wo es geht, für unsere Vereine und Fachverbände ein.“ Sportbund-Pfalz-Geschäftsführer Martin Schwarzweller zog Bilanz nach fast einem Jahr Corona-Pandemie: „2020 wurden 50 unserer Vereine mit 260  000 Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm des Landes“ unterstützt.“

50 Vereine durch Soforthilfeprogramm unterstützt

Sie standen, verursacht durch die Pandemie, vor der Insolvenz. Für 2021 sind bereits weitere Anträge beim Sportbund Pfalz eingegangen. So schwierig es für diese Vereine ist, insgesamt hielt sich die Zahl der Anträge auf Soforthilfe mit 87 noch in Grenzen. „Wir hatten mehr Anträge erwartet und interpretieren dies so, dass die meisten Vereine doch wirtschaftlich noch ganz gut aufgestellt sind.“ Fraglich ist aber, wie lange der Sport die Einnahmeausfälle durch den ruhenden Betrieb noch kompensieren kann. Auch die bewilligten Vorhaben im Sportstättenbau sind ein Indiz dafür, dass die Vereine in Corona-Zeiten nur unwesentlich weniger aktiv waren.

Online-Seminare

mit großer Resonanz

51 Maßnahmen wurden im Pflegegeräte-Programm des Sportbundes mit fast 70 000 Euro bewilligt (2019: 55 Maßnahmen). Beim Förderprogramm wurden 59 Baumaßnahmen mit rund 152 000 Euro gefördert (2019: 70 Maßnahmen mit 196 000 Euro); beim Sonderprogramm gab es 52 bewilligte Projekte mit einer Förderhöhe von insgesamt 826 900 Euro. Für 2021 sind hier bereits 69 Anträge eingereicht. „Wenn man bedenkt, dass bei den Bauprogrammen die Vereine mit 35 Prozent gefördert werden, und die Restfinanzierung der Verein selbst übernehmen muss, dann ist dies sicher auch ein Zeichen dafür, dass die Sportvereine momentan noch gut dastehen“, so Schwarzweller. Hinsichtlich der Mitgliederzahlen gab der Sportbund-Geschäftsführer eine Prognose. Aufgrund der Corona-Pandemie und dem teilweisen Stillstand im Sport zeichnet sich derzeit ein sehr moderater Mitgliederverlust für 2021 in Höhe von 3,3 bis 3,5 Prozent ab. „Es gibt einfach weniger Neueintritte, weil die Vereine seit Monaten kein Training und Wettkampf anbieten können.“ Einen Mitgliederrückgang in Höhe von 15 Prozent oder mehr, wie der Deutsche Olympische Sportbund mitteilte, kann man in der Pfalz also nicht erkennen.

Moderater Mitgliederverlust wird erwartet

Auch beim Organisationsgrad liegt der Pfälzer Sport bundesweit an dritter Stelle hinter dem Saarland und Baden-Württemberg: der Anteil der Mitgliedschaften in Sportvereinen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung liegt bei beachtlichen 35,4 Prozent. Der Dachverband des pfälzischen Sports hat seit Beginn der Corona-Krise im März 2020 schnell gehandelt und zahlreiche Online-Seminare mit Corona-Themen angeboten. Es wurden Hygiene-Beauftragte für Sportvereine ausgebildet und zertifiziert, es gab mehrere Online-Seminare zum Thema „Rechtsfragen zur Corona-Krise im Sportverein“ und es wurde ein Corona-Beratungsteam installiert, das innerhalb von neun Monaten etwa 2 500 Fragen der Vereine und Verbände beantwortete. Zudem stehen alle relevanten Themen seit auf der Homepage des Sportbundes unter www.sportbund-pfalz.de im Corona-Servicebereich. Die Teilnehmerzahlen der Aus- und Fortbildungen sind 2020 insgesamt nur um 527 auf 4 194 Teilnehmer bei 112 durchgeführten Veranstaltungen zurückgegangen. Das ist eine erfreuliche Bilanz. Denn die meisten Präsenz-Seminare wurden coronabedingt gestrichen und sofern dies ging, online durchgeführt. So gab es im Sportmanagementbereich aufgrund der Online-Seminare sogar 400 Teilnehmer mehr als 2019. Da der Sportbund Pfalz im vergangenen Jahr weniger Ausgaben aufgrund abgesagter Veranstaltungen hatte, konnte er Ende des Jahres Sonderzahlungen an seine Vereine überweisen. Über 213 000 Euro erhielten die Vereine als Zuschuss zur Zahlung der Sportversicherungsprämie. Darüber hinaus überwies der Sportbund zusätzlich an alle Vereine mit gemeldeten lizenzierten Übungsleitern 20 Euro pro Übungsleiter; das waren insgesamt 95 000 Euro. Im Bereich der Sportjugendarbeit wurden die Vereine nochmals mit einer Förderung in Höhe von 70 000 Euro berücksichtigt, die im Jahr 2020 Veranstaltungen zur Bezuschussung angemeldet und durchgeführt hatten. red./jj

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