Mit Sorgen in den Herbst

Saarbrücken. „Für die Gastronomen und Hoteliers in unserem Land ist es in ihrer derzeitigen Lage extrem wichtig, dass sie nach dieser langen Zeit des erzwungenen Stillstandes nicht nur geöffnet haben dürfen, sondern dass sie auch wirtschaftlich arbeiten können“, forderte Michael Buchna, Präsident des DEHOGA Saarland, in einer Presserunde anlässlich des Landesverbandstags in Saarbrücken.

Mit dem Saarland-Modell hat man eigentlich einen funktionierenden Weg gefunden, der das erlauben würde, sind sich die saarländischen Hoteliers und Gastronomen sicher. „Man muss das Modell nur mutig und couragiert beschreiten“, klingt es unisono in den Raum. Irgendwie fehlen aber die Zuversicht und der Glaube an das Konzept.

Während es trotz steigender Inzidenzen für die Gastro-Mitarbeiter in Rheinland-Pfalz keine Maskenpflicht mehr gibt und in Nordrhein-Westfalen die Kontaktverfolgung der Gäste aufgehoben ist, verharrt das Saarland-Modell seit Monaten im Stillstand – obwohl die Impfquote seit Anfang April noch einmal stark angestiegen ist. Auch wurde in Baden-Württemberg in der Innengastronomie die Abstandsregel abgeschafft.

Diese Bundesländer setzen also genau die Maßnahmen um, die dem saarländischen Modell gut zu Gesicht stehen würden. Und sie machen es, obwohl sie nicht über die Rahmenbedingungen verfügen, die das Saarland-Modell auszeichnet. Dabei war genau dies das Hauptargument: Der saarländische Weg mache mehr möglich. Mit ihm lässt sich mehr wagen. „Davon ist leider kaum etwas übrig“, konstatierte Buchna nachdenklich.

Auch beim Thema 2G vertritt das DEHOGA-Präsidium eine klare Meinung. Hier sollte eine deutliche politische Entscheidung als Vorgabe dienen. Laut Ansicht des DEHOGA scheint es aber so, dass die Politik lieber den gastronomischen Unternehmern die Buhmann-Rolle in die Schuhe schieben will.

Nach Ansicht der Branchenexperten mussten pandemiebedingt zwischen 400 und 500 saarländische Gastronomiebetriebe ihre Segel streichen. Aktuell sind ca. 2 700 Betriebe im Saarland gastronomisch aktiv, rund 40 Prozent davon sind im DEHOGA organisiert. red./pr

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