Lücken des Gesundheitssystems schließen

Merzig. 925 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hat die Lebensberatung Merzig in Trägerschaft des Bistums Trier im vergangenen Jahr mit Rat und Hilfe in Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensfragen zur Seite gestanden.

Darüber hinaus haben 131 weitere Personen an Elternkursen, offenen Sprechstunden und Schulungen teilgenommen. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2023 der Lebensberatungsstelle hervor.

Als häufigste Beratungsgründe nennt der Bericht bei Kindern und Jugendlichen Problemlagen der Eltern wie Partnerschaftskonflikte und Trennung und Scheidung.

Auf Platz drei und vier liegen Erschöpfung und Überlastung sowie Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten, gefolgt von psychischen Erkrankungen eines Elternteils und oppositionellem Verhalten. 45 Prozent der insgesamt 368 beratenen Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren lebten nicht mehr in ihren Ursprungsfamilien. Bei Erwachsenen waren die wichtigsten Themen bei der ­Beratung depressive Verstimmungen bzw. Depressionen, Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten Belastung durch kritische Lebensereignisse, Selbstwertproblematik sowie Belastungen im familiären Umfeld.

„Immer häufiger springen wir in die Lücken unseres Gesundheitssystems. Wir versorgen, bilden Brücken und versuchen das Leid der Ratsuchenden zu mindern. Immer unter dem Aspekt das ganze System im Blick zu behalten und Hilfe zur Selbsthilfe zu stellen. Manchmal begleiten wir bis ein ­geeigneter Therapieplatz frei wird und manchmal gelingt es uns gemeinsam langfristige, tragfähige Lösungen zu ent­wickeln“, sagt die Leiterin der Lebensberatung Carmela ­Walter.

Pro Monat gab es im Durchschnitt 37 Gespräche bzw. Beratungen. „Spitzenreiter“ waren die Monate Juli (51), Juni (47) und Mai (43) Anfragen für eine Beratung. Die durchschnittliche Wartezeit zwischen Anmeldung und dem ersten Informationsgespräch lag bei acht ­Wochen.

Das Beratungs-Team bietet auch den Kindertageseinrichtungen im Landkreis Hilfe an, die sich etwa mit der Bitte um Fallsupervision, Verhaltensbeobachtungen und Elternabenden an die Lebensberatungsstelle wenden können. In 24 Fällen hat das Team Kitas beraten. Darüber hinaus haben Kita-Leiterinnen kirchlicher und kommunaler Träger das digitale Angebot genutzt, um ihre Leitungsrolle und ihr berufliches Handeln zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Für Hilfe suchende Menschen ist die Beratung kostenfrei.

Die Beratungsstelle Merzig hat ihren Sitz in der Trierer Straße 20 in Merzig und ist erreichbar unter Tel. (0 68 61) 35 49 und ­sekretariat.lb.merzig@bistum-trier.de. red./jb

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