„Liebe auf den ersten Blick“

Der neue Dirigent Manfred Noll leitet den katholischen Kirchenchor St. Cäcilia Medelsheim, hier bei einer Chorprobe auf der Empore der Pfarrkirche St. Martin Medelsheim. Foto: Degott
Der neue Dirigent Manfred Noll leitet den katholischen Kirchenchor St. Cäcilia Medelsheim, hier bei einer Chorprobe auf der Empore der Pfarrkirche St. Martin Medelsheim. Foto: Degott - (Bild 1 von 1)

Medelsheim. Es war „Liebe auf den ersten Blick“, als der Habkircher Manfred Noll im August den katholischen Kirchenchor St. Cäcilia Medelsheim übernahm. Nachdem dort der bisherige aus Bebelsheim stammende musikalische Leiter Fabian Wobito aus gesundheitlichen Gründen aufhörte, machte sich die Vereinsvorsitzende Imelda Frenzel auf die Suche. Zwischenzeitlich stand auch die Kooperation mit einem benachbarten Chor im Raume, was jedoch nicht zum Tragen kam.

Nach Hinweis des Sängers Walter Schreiber stieß sie dann auf den 61-jährigen Noll, der in der regionalen Musikszene kein Unbekannter ist. „Schon nach dem ersten Treffen waren wir uns einig und eine Woche später fand gar die Premierensingstunde statt“, erinnert sich Frenzel. Noll, der neben Medelsheim noch den katholischen Kirchenchor in Biesingen und den Männerchor in Ormesheim führt, zwischenzeitlich auch noch beim katholischen Kirchenchor in Ormesheim aushalf, hat sich seine ersten Sporen beim MGV Ballweiler-Wecklingen verdient, den er Anfang der 1990er Jahre übernahm und heute noch leitet. Insgesamt zählt er in den wöchentlich stattfindenden Singstunden des derzeitigen Chorquartetts rund 70 Sänger. Das Interesse an der Musik führte ihn früh, nachdem er seit 1978 schon als Organist tätig war, in die Fortbildung. So absolvierte er im Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut (BKI) der Diözese Speyer einen dreijährigen Lehrgang als Organist und Chorleiter im Nebenamt mit einigen Nebenfächern. Er schloss ihn 1990 mit dem C-Examen ab. Noll, seit fast vier Jahrzehnten als Schulsekretär im Homburger Saarpfalz-Gymnasium tätig, ist normalerweise vor allem an den Wochenenden, aber auch während der Woche für sein Hobby unterwegs.

Da auch seine Ehefrau Dorothee Musik zum Hobby hat, sind Notenblätter, Tonleitern und Partituren wichtige Elemente im Leben des Paares. Jedoch sorgt seit fast zwei Jahren die Coronakrise für eine Zäsur. In Medelsheim fand er nach eigenen Worten eine sehr motivierte rund 20-köpfige Sängerschar mit erstaunlichem Klangvolumen vor.

20-köpfige Sängerschar mit erstaunlichem Klangvolumen

Unterstützt wird der versierte Dirigent dort auch von der langjährigen Organistin und früheren Chorleiterin Rosel Engel. Deshalb spielt er die 1985 geweihte und über 21 Register -verteilt auf zwei Manuale und Pedal- verfügende „Königin der Instrumente“ in der Pfarrkirche St. Martin nur, wenn gleichzeitig der Chor singt. Es sei ihm nicht schwergefallen, mit Begeisterung und großem Elan einzusteigen. Nachdem in den ersten Monaten seit Ende August auch regelmäßig Chorproben stattfanden, die Messe für die lebenden und verstorbenen Mitglieder im November noch gesanglich begleitet werden konnte, folgte der neuerliche Einschnitt nach Weihnachten. Die Christmette konnte zwar unter Einhaltung der Zwei-G-plus-Regel noch uneingeschränkt gesanglich begleitet werden, jedoch ist der Probenbetrieb zumindest im Januar vorübergehend wieder ausgesetzt. Er ist zuversichtlich, dass spätestens im März – wie auch bei seinen übrigen Chören – wieder mit der Chorarbeit begonnen werden kann, dann auch mit neu zusammengestellten Notenmappen, damit nicht soviel Zeit beim Austeilen der Noten verloren geht. Schließlich plant man -–trotz der dann relativ kurzen Vorbereitungszeit - für Mai eine Marienmesse und zuvor einen feierlichen Gottesdienst am Osterfest. Jedoch auch an anderen kirchlichen Hochfesten möchte der Chor die Gottesdienste musikalisch bereichern. wie beispielsweise im zweiten Halbjahr am Fest der Heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Kirchenchöre, und an Weihnachten. ott

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