Landkreis ohne Special Olympics?

Kreis Merzig-Wadern. In einer Erklärung hat der Landkreis Merzig-Wadern „großes Unverständnis“ geäußert über die Nichtberücksichtigung als Austragungsort der Special Olympics 2026.

Der saarländischen Landesregierung sei es gelungen, die Special Olympics 2026 austragen zu dürfen, heißt es in einer Erklärung. Mit dem ganzen Saarland habe sich auch der Landkreis Merzig-Wadern über diese Verkündung gefreut. Doch mit der Vergabe gehe Unverständnis einher: „Denn kein einziger der vielen Austragungsorte liegt im Landkreis Merzig-Wadern.“

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich ist verärgert: „Dies ist für mich völlig unverständlich, da wir nicht nur für viele Sportarten exzellente Infrastruktur und aktive Vereine einbringen könnten, sondern auch touristisch eine herausragende Stellung im Saarland einnehmen“.

Zudem habe die Bewerbung wohl auf das Saarland als Grenzregion gesetzt, den Landkreis mit den meisten Grenzen aber bei den Austragungsorten vergessen.

Die Nichtberücksichtigung des Grünen Kreises ist für die Kreisverwaltung aus zwei Gründen nur schwierig nachzuvollziehen: Die Gemeinde Perl habe sich im Host-Town-Programm als Gastgeber für die Special Olympics World Games in Berlin 2023 engagiert und sei auch für die Austragung 2026 aktiv auf das Ministerium zugegangen. Und zum anderen hätten der Landkreis Merzig-Wadern und seine Kommunen seit Jahrzehnten ihre Kompetenz für die Ausrichtung von Großveranstaltungen unter Beweis gestellt (Neujahrsspringen, SparkassenCup, Deutschland-Tour, Saarländische Schullaufmeisterschaften, Deutschen Meisterschaften im Crosslauf).

„Warum bleiben wir also bei diesem Großereignis, das mit Team Saarland beworben wird, außen vor?“, fragt Schlegel-Friedrich: „Gehören wir nicht zum Team Saarland? Hört das Saarland hinter Dillingen auf – obwohl die Ministerpräsidentin doch aus unserem Landkreis kommt?“

Zum Landkreis Merzig-Wadern gab es im Vorfeld der Bewerbung keine Kontaktaufnahme, erklärt die Landrätin: „Das ist für mich völlig unverständlich und enttäuscht mich als Vertreterin meines Landkreises sehr.“

In einem Schreiben an Minister Reinhold Jost fordert die Landrätin deshalb, zu überprüfen, ob es nicht doch Wettbewerbe gibt, die im Landkreis Merzig-Wadern stattfinden können: „Gerne stehen wir für Gespräche zur Verfügung. Der Losheimer Stausee, der Golfplatz in Nunkirchen, unsere Hallen in Merzig – es gäbe vielfältige Möglichkeiten, den Landkreis, seine Vereine und schlussendlich auch seine Beherbergungsbetriebe einzubinden. Wir stehen bereit!“ red./am

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