Jüdische Gesellschaft in Ottweiler

Ottweiler. Mit der Entstehung und Entwicklung der jüdischen Gesellschaft in Ottweiler beschäftigt sich ein Vortrag im Rahmen des Jubiläums 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland am Donnerstag, 30. September, ab 18.30 Uhr, im historischen Sitzungssaal des Landratsamtes in Ottweiler, Wilhelm-Heinrich Straße 36.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts lassen sich in Ottweiler Bürger jüdischen Glaubens nachweisen. Aber erst nach der Eroberung dieser Region durch Napoleon kam es in Zuge der Versteigerung der sogenannten Nationalgüter ab 1803 zur Entstehung der jüdischen Gemeinde.

Nach den Befreiungskriegen entwickelte sich die jüdische Gemeinde unter preußischer Herrschaft. Es entstanden die jüdische Elementarschule, die jüdische Synagoge sowie der jüdische Friedhof. Die Akzeptanz der jüdischen Bevölkerung in Ottweiler stand während des 19. Jahrhunderts sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts außer Frage, engagierten sie sich doch sowohl im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben.

Dies änderte sich erst mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933. In Ahnung kommender Verfolgung emigrierten Familien, die zurückbleibenden hofften auf eine vorübergehende, kurzzeitige Beeinträchtigung ihres Lebens, mussten jedoch nach der Rückgliederung des Saargebietes im März 1935 ihre Fehleinschätzung erkennen. Mit der Deportation der jüdischen Bevölkerung des Saargebietes in das Lager Gurs und von dort in die Vernichtungslager des Ostens, endete die Geschichte der jüdischen Gemeinde endgültig.

Entstehung, Entwicklung und Zerschlagung der jüdischen Gemeinde Ottweiler skizziert der Referent unter Einbezug der Biografien wichtiger Vertreter des Judentums für die Gestaltung des lokalen Lebens.

Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gilt die Drei-G-Regelung. Das Entgelt beträgt 5 Euro. Weitere Auskünfte erteilen die Mitarbeiter der KVHS, Tel. (06824)906-4170. Schriftliche Anmeldung an den Landkreis Neunkirchen, KVHS, Wilhelm-Heinrich-Straße 36, 66564 Ottweiler, kvhs@landkreis-neunkirchen.de. red./hr

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