Initiative zur Fachkräftegewinnung gestartet

St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (links) und Landrat Udo Recktenwald unterzeichneten die Vereinbarung zur Fachkräfteinitiative. 
Foto: Kreisstadt St. Wendel / Josef Bonenberger
St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (links) und Landrat Udo Recktenwald unterzeichneten die Vereinbarung zur Fachkräfteinitiative. Foto: Kreisstadt St. Wendel / Josef Bonenberger - (Bild 1 von 1)

St. Wendel. Der fortschreitende Mangel an Fachkräften in technischen Berufen stellt sowohl für die Industrie als auch für die öffentliche Verwaltung eine wachsende Herausforderung dar. Insbesondere in Bereichen wie Anlagenmechanik und Elektronik ist die Personalgewinnung bereits stark eingeschränkt.

Die Kreisstadt St. Wendel reagiert darauf mit einer Initiative zur Fachkräftegewinnung. „Mit diesem innovativen Projekt für mehr Ausbildung im Handwerk wollen wir mit Beginn des Ausbildungsjahres 2024 ein Zeichen setzen“, betonte St. Wendels Bürgermeister Peter Klär.

Ziel der St. Wendeler Initiative ist es, Fachkräfte für den eigenen Bedarf zu gewinnen und gleichzeitig das mittelständische Handwerk vor Ort zu stärken. Hierfür soll in enger Zusammenarbeit mit dem Aus- und Fortbildungsförderverein des Landkreises St. Wendel sowie örtlichen Betrieben die Ausbildung von Fachkräften gefördert werden. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt nicht in allen Bereichen selbst ausbilden kann.

Ausbildungsplätze im örtlichen Handwerk finanziell fördern

Zentraler Aspekt der Initiative ist die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen im örtlichen Handwerk – finanziell unterstützt von der Kreisstadt St. Wendel. „Denkbar wäre hier beispielsweise eine Konstellation mit örtlichen Betrieben, die in einem Berufsbild zwei Auszubildende aufnehmen, von denen einer später von der Stadt St. Wendel übernommen wird und ein anderer dem jeweiligen Betrieb zur Verfügung stehen würde“, erläuterte Klär.

Die Stadt finanziert hierbei eine der beiden Ausbildungsstellen komplett und kann bei Bedarf die Ausbildung der zweiten Stelle im Betrieb noch mit einem Anteil fördern.

Organisationsaufwand

wird übernommen

Da der im Zusammenhang mit einer Ausbildung bestehende Organisationsaufwand Betriebe auch davon abhalten kann, selbst auszubilden, wird der St. Wendeler Aus- und Fortbildungsförderverein die Organisation der Ausbildung übernehmen und unterstützen. Landrat Udo Recktenwald, Vorsitzender des Aus- und Fortbildungsfördervereins St. Wendel sagte: „Das Rückgrat des Wirtschaftslebens im Landkreis Sankt Wendel sind unsere klein- und mittelständischen Betriebe. Auch verfügen wir über die höchste Handwerksdichte im Saarland. Jedoch spüren wir zunehmend den Fachkräftemangel in unserer Region. Dies betrifft nicht nur unsere Betriebe, sondern auch unsere kommunalen Verwaltungen. Mit der Fachkräfteinitiative wollen wir gemeinsam das Problem angehen: Anstatt zu konkurrieren kooperieren wir, um junge Menschen zu einer Ausbildung im Handwerk zu überzeugen und aktiv gegen den Fachkräftemangel vorzugehen. Eine Initiative, die hoffentlich viele Nachahmer findet!“

Kooperationspartner

sollen gefunden werden

Um das Interesse von Jugendlichen an Handwerksberufen zu wecken, ist vorgesehen, die Initiative unter anderem an Berufsinformationstagen in Schulen zu bewerben. Zudem soll die enge Kooperation mit örtlichen Unternehmen dafür sorgen, die Ausbildungsmöglichkeiten bekannt zu machen und potenzielle Kooperationspartner zu finden. Ziel ist es, die Ausbildungsstellen möglichst bald zu besetzen, um dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken.

Klär: „Diese Initiative der Kreisstadt St. Wendel stellt eine wichtige Investition in die Zukunft dar und zeigt, wie Kommunen gemeinsam mit Unternehmen und Bildungseinrichtungen den Herausforderungen des Fachkräftemangels begegnen können.“red./tt

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