HWG-Schüler in Verdun

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Wadern. Mit der europäischen Vergangenheit konfrontiert werden und daraus Lehren ziehen für die Gegenwart und Zukunft Europas – so könnte man die Erfahrungen zusammenfassen, die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Hochwald-Gymnasiums bei einer Exkursion nach Verdun machen konnten.

Die Leistungskurse Geschichte und Politik vom HWG machten sich mit ihren Lehrern Felix Hedrich und Edwin Didas auf ins französische Verdun, um dort ein Tagesprogramm zu absolvieren. Bereits während der Fahrt gab Tagungsleiter Heiner Scheuermann einen Überblick über die historischen Hintergründe des Ersten Weltkrieges und die Bedeutung, die die Schlacht von Verdun für diesen Krieg hatte. Schon bei einem Rundgang durch das zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont konnten die Jugendlichen sich einen Eindruck davon verschaffen, welchen ungeheuren Leiden die Soldaten in dieser Schlacht ausgesetzt waren. Vom Dorf sind nur noch einige Steine übrig, die den Standort der damaligen Häuser markieren. Das gesamte Gelände des früheren Dorfes ist von Kratern übersät, die durch Granatbeschuss entstanden sind.

Im Museum Memorial de Verdun konnten die gewonnenen Eindrücke vertieft werden. In diesem Museum ist die Schlacht von Verdun sehr gut aufgearbeitet und die verschiedensten Themen rund um dieses historische Ereignis werden anhand authentischer Materialien erfahrbar gemacht. Besonders interessierten sich die deutschen Jugendlichen für Feldpostbriefe, die anschaulich die Leiden der Soldaten verdeutlichten, die zum Teil nicht viel älter waren als die Waderner Schüler. Auch anhand einiger Multimedia-Materialien wurden die Schrecken des Krieges den Schülern veranschaulicht.

Anschließend besuchte die Gruppe den französischen Soldatenfriedhof von Verdun, auf dem 16.000 namentlich bekannte Opfer der Schlacht von Verdun bestattet sind und der vom französischen Staat sehr gut gepflegt wird. Die namentlich nicht bekannten Opfer sind im Beinhaus von Verdun bestattet, das die Schüler ebenfalls besuchten. So bekam die abstrakte Zahl von über 300.000 Opfern etwas Konkretes. Den Abschluss des Besuches bildete eine Führung im Fort Douaumont, dem Hauptstützpunkt des französischen Festungsgürtels rund um Verdun. Von deutschen Soldaten, die zeitweise das Fort erobert hatten, wurde dies bezeichnenderweise „Sargdeckel“ genannt.

Immer wieder machte Heiner Scheuermann auch den Bezug zu aktuellen Kriegen wie dem Ukraine-Krieg und dem Krieg im Gaza-Streifen klar, um zu verdeutlichen, dass auch heute Menschen diesen Leiden ausgesetzt sind. Um so wichtiger ist es, dass im modernen Europa nicht mehr der Nationalismus regiert, sondern die Kooperation in der EU an seine Stelle getreten ist und so ein Krieg zwischen den früheren Feindstaaten des 1. Weltkrieges, speziell zwischen Deutschland und Frankreich, heute nahezu undenkbar ist. Auch das wird in Verdun symbolisch dargestellt, indem die Madonna an der Europakapelle in Fleury-devant-Douaumont in eine Europaflagge gehüllt ist. Für die Schülerinnen und Schüler aus Wadern war dies Geschichtsunterricht zum Anfassen und der hat ihnen noch einmal klargemacht, dass das Friedensprojekt EU für die heutige Zeit fundamental ist.

Unser Leserreporter Edwin Didas aus Nohfelden

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