Hochwertige Ökologie hat sich entwickelt

Begehung mit den Projektingenieuren der RAG Stefan von dem Broch und Fred Bier (von rechts).Foto: RAG  Montan
Begehung mit den Projektingenieuren der RAG Stefan von dem Broch und Fred Bier (von rechts).Foto: RAG Montan - (Bild 1 von 1)

Großrossen. Die RAG Aktiengesellschaft hat eine Gruppe interessierter Anwohner, Bürger und Kommunalpolitiker auf der Tagesanlage St. Charles in Großrosseln zu einer Informationsveranstaltung begrüßt.

Stefan von dem Broch, zuständiger Projektingenieur Bergbaunachsorge und Immobilien der RAG, erläuterte den Anwesenden den aktuellen Stand zur geplanten Sanierung der ehemaligen Tagesanlage, der Bergehalde sowie der beiden Absinkweiher. „Noch stehen Genehmigungen aus, es wird also noch etwas dauern“, erklärte von dem Broch. Fest stehe allerdings, dass der große Absinkweiher als Weiher erhalten bleibt. Die ursprüngliche Planung sah eine Verfüllung vor. „Allerdings haben wir bei der ökologischen Erfassung festgestellt, dass sich hier eine hochwertige Ökologie entwickelt hat.“

An den Weihern ist heute dichtes Schilf zu sehen. Diese Entwicklung trage dazu bei, die Gewässer zu einem Paradies für Vögel, speziell Wasservögel, und andere Tierarten zu machen. Refugien wie diese würden immer seltener. Sie dienen auch als Rastplatz für Zugvögel.

Bei ihrem Weg über den Mitteldamm erläuterte von dem Broch weiter, dass über diesen Mitteldamm eine ordnungsgemäße Entwässerung der beiden Weiher zur Vorflut hergestellt wird und die beiden Weiher so miteinander verbunden werden, dass die Wasserfläche zirkulieren kann. Die dazugehörige Bergehalde müsse ebenfalls noch ordnungsgemäß entwässert werden. Mit dem jetzt vorliegenden Sanierungskonzept können größere Eingriffe in den Standort vermieden ­werden.

Zurück auf der Tagesanlage erläuterte Fred Bier, ebenfalls Projektingenieur Bergbaunachsorge und Immobilien der RAG, die dort schon durchgeführten Maßnahmen. So wurden auf der Tagesanlage bereits in der Vergangenheit die relativ nahe an der Oberfläche verlaufenden bergmännischen und technischen Hohlräume verfüllt. Übrig geblieben ist das zur früheren Tagesanlage Warndt und zum Standort Ludweiler führende Stollensystem mit seinen beiden Stollenmundlöchern, die auf der Fläche der Tagesanlage St. Charles zurückgebaut werden müssen. „Es ist noch einiges zu tun, bevor die Bergaufsicht beendet und die Fläche einer Folgenutzung zugeführt werden kann“, so Bier.

„Im Gegensatz zu den abschließenden Maßnahmen Tagesanlage, Absinkweiher und Bergehalde St. Charles sind die Genehmigungen zur Sanierung der Warndtstollen jetzt alle erteilt“, informierte Bier. Jetzt könne die europaweite Ausschreibung erfolgen. Dies dauere erfahrungsgemäß etwa sechs Monate, so dass mit der Sicherungsmaßnahme der rund fünf Kilometer langen Warndtstollen zwischen Großrosseln und Ludweiler noch in diesem Jahr begonnen werden könnte.

Die Stollen gehörten zur ehemaligen Grube Warndt und waren die Verbindung zu den Tagesanlagen Warndt und Ludweiler. Der erste 2,5 Kilometer lange Teilabschnitt, der zum Verfüllen ansteht, liegt zwischen Großrosseln / St.Charles und der ehemaligen Tagesanlage Warndt. Dieser Stollen wird komplett verfüllt, während auf der weiteren etwa 2,5 Kilometer langen Strecke bis zur Tagesanlage Ludweiler nur eine Teilverfüllung notwendig ist. Nach Vergabe der Arbeiten werden die Stollen nach Stand der Technik mit einem zugelassenen Baustoff verfüllt, so dass die Tagebruchgefahr beseitigt wird. Die Maßnahmen erfolgen im Rahmen des präventiven Sicherungsprogramms.

Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Lage im Naturschutzgebiet und für den Teilbereich in Richtung Ludweiler die erwartete Wasserschutzzone III dar. „Wir werden die Arbeiten deshalb zum größten Teil von unter Tage aus durchführen, was viel technischen Aufwand bedeutet“, erläuterte Bier „Sobald wir wissen, wann es losgehen kann und alle zur Sicherung noch offenen Punkten geklärt sind, werden wir rechtzeitig zu einer weiteren Informationsveranstaltung einladen.“red./dos

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