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Handwerk in Europa – Zukunftsbranche mit Tradition?

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Welche Sparten des Handwerks in Europa haben eine lange Tradition, welche die größten Zukunftschancen? Foto: Nadezhda, Adobe Stock.com - (Bild 1 von 6)
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Kupferschmiede genießen in Italien einen besonderen Ruf, dennoch hat die Branche Probleme, Nachwuchskräfte zu finden. Foto: muratart, Adobe Stock - (Bild 2 von 6)
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Das Schneiderhandwerk ist in Italien verbreitet. Die Arbeiten, die in dem südeuropäischen Land entstehen, werden international geschätzt. Foto: MARC MEINAU, Adobe Stock - (Bild 3 von 6)
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Das nicht-industrielle Bäckereihandwerk hat in Frankreich einen festen Stand in der Gesellschaft und Wirtschaft. Foto: Goodpics, Adobe Stock - (Bild 4 von 6)
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In mehreren Ländern Europas haben Winzer durch die Beliebtheit der jeweiligen Weinnation einen guten Stand. Foto: U. J. Alexander, Adobe Stock - (Bild 5 von 6)
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Das Glashandwerk ist in Italien, Frankreich und Tschechien verbreitet. Foto: EMrpize, Adobe Stock - (Bild 6 von 6)

Verschiedene Handwerksberufe haben eine lange Tradition, über die Jahrhunderte hinweg vielen Menschen Arbeit gegeben sowie zu einer gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung beigetragen. Dies gilt auch für die vielen Länder Europas. Wie steht es aktuell um die verschiedenen Sektoren des Handwerks, welche historischen Entwicklungen gab es? Und: Welche Bereiche haben in Europa eine positive Zukunft zu erwarten? Wir haben einzelne Sparten beispielhaft mit Blick auf verschiedene Länder genauer beleuchtet.

Holzhandwerk

Zum Holzhandwerk zählen verschiedene Berufe. Am bekanntesten ist das Schreinerhandwerk. Aber auch Parkettleger, Bootsbauer (in Teilen) und viele weitere Tätigkeiten zählen zu diesem Bereich.

Das Schreinerhandwerk in Deutschland

Wie sich an der Statistikdatenbank des Zentralverbandes des deutschen Handwerks ablesen lässt, ist die Zahl der Tischlerbetriebe in Deutschland seit dem Jahr 2000 stetig zurückgegangen. Um die Jahrtausendwende gab es noch deutlich über 40.000 Firmen in diesem Bereich, mittlerweile sind nur noch weniger als 38.000 Betriebe aktiv.
Das Problem der Branche ist neben weiteren Fragestellungen, dass Nachwuchskräfte fehlen. Hinzu kommt, dass kleinere Betriebe im Vergleich zu größeren Unternehmen keine besonders umfangreichen Gehälter zahlen können, gegenüber der Industrie also im Nachteil sind. Das liegt darin begründet, dass im Industriesektor Gewerkschaften vertreten sind, die sich spürbar für die Mitarbeiter einsetzen.
Große Industriebetriebe haben zudem die Möglichkeit, durch Massenproduktionen die Preise der kleineren Handwerksbetriebe deutlich zu unterbieten. So verschaffen sie sich Vorteile am Markt. Dies könnte ein weiterer Grund für den Rückgang der Anzahl an Firmen in dieser Sparte sein.

Deutsche Schreiner sind beliebt im europäischen Ausland

Für Schreiner aus Deutschland gibt es viele Möglichkeiten, im europäischen Ausland wie beispielsweise Finnland, Schweden, Dänemark, Frankreich oder anderen Ländern zu arbeiten. Teilweise geschieht dies im Rahmen der Ausbildung.
Allerdings sind Meister und Gesellen besonders gefragt, da der deutsche Abschluss im Schreinerhandwerk in anderen europäischen Ländern einen hohen Stellenwert hat. Dies liegt unter anderem an der Verbindung des theoretischen Teils in der Berufsschule mit dem praktischen Teil im Betrieb- diese Kombination kommt in anderen Ländern nur sehr selten vor.

Stand in der Sparte der Parkettleger

Eine völlig gegenteilige Entwicklung gibt es beispielsweise im Bereich der Parkettleger. Hier ist die Zahl der Betriebe seit dem Jahr 2000 deutlich gestiegen. Ende des Jahres 2019 waren mehr als 8000 Firmen in diesem Bereich aktiv.
Es gibt also Bereiche im Holzhandwerk, die weniger von einer negativen Entwicklung betroffen sind. Der Unterschied zum Schreinerhandwerk könnte in Teilen dadurch begründbar sein, dass es in der Sparte der Parkettleger keine oder nur eine geringere Problematik bezüglich einer Konkurrenz mit großen Industriebetrieben gibt.

Metallhandwerk

Wie ist die Lage im Metallhandwerk? Zu diesem Bereich gehören ebenfalls verschiedene Untersparten. Unter anderen zählen die Berufssparten Feinwerkmechaniker, Kesselmacher und Schmiede dazu.

Feinwerkmechanik in Deutschland

Bezüglich der ersten dieser Branchen finden sich immer wieder Neuigkeiten aus dem deutschen Raum, in denen die Zukunft eher schlecht ausgemalt wird. Beispielsweise zu Anfang des Jahres 2019 hatten 30 Prozent der Betriebe diese Einschätzung.
Die Gründe lagen zum damaligen Zeitpunkt vorwiegend in internationalen Faktoren wie Handelshemmnissen und protektionistischer Politik andere Staaten. Die Probleme waren also hierbei eher in der Nachfrage als in einer Veränderung der Sparte selbst zu finden.

Schmiedehandwerk: Traditionsbranche mit Sorgen in Italien

Das Schmiedehandwerk ist traditionell in Italien sehr stark vertreten, beispielsweise in der Region Neapel. Dort hat es eine lange Geschichte. Unter anderem stellen Kupferschmiede in Handarbeit Töpfe her, die über die Landesgrenzen hinaus durchaus beliebt sind.
Dies liegt vor allem daran, dass die Geräte beim in der Handhabung beim Kochen sehr praktisch sind und wenig Komplikationen verursachen. Die Schmiede arbeiten so präzise und individuell, dass der Tätigkeit häufig Schnittmengen mit Aspekten des Kunsthandwerkes zugeschrieben werden.
Hinter diesem Beruf steckt in vielen Fällen eine große Leidenschaft. Dennoch gibt es hier einige Probleme sowie einen langsamen und gleichzeitig deutlichen Schwund der Branche. Der Grund dafür ist wie im Holzhandwerk auch, dass dem Sektor der Nachwuchs fehlt.
Dies liegt unter anderem daran, dass viele Menschen den Beruf als realistische Option des Verdienens des Lebensunterhaltes nicht auf dem Schirm haben und es immer weniger Ausbildungsmöglichkeiten gibt. Alteingesessene Schmiede versuchen gegenzusteuern, indem sie den Beruf innerhalb der Familie an ihre Kinder weitergeben. Hieran wird der traditionelle Aspekt besonders deutlich.

Textilhandwerk

Auch das Textilhandwerk ist in einigen Ländern Europas stark verbreitet. Dies gilt beispielsweise für Staaten wie Tschechien oder Italien. In diesem Bereich gibt es ebenfalls mehrere Teilsparten, die erwähnenswert sind. Dazu zählen:
•    Weber
•    Schneider
•    Ledermacher

Traditionelles Handwerk in Tschechien

In Tschechien ist das Textilhandwerk seit mehreren Generationen präsent. Beispielsweise Johann Liebig, ein gelernter Weber, setzte im 19. Jahrhundert in der Stadt Liberec auf die umfangreiche Produktion von Artikeln, die Wolle beinhalten.
So wurde der Ort zu einem wichtigen Zentrum dieser Entwicklung, allgemein boomte das Textilhandwerk dort enorm. Dabei waren er und seine Familie so erfolgreich, dass sie in relativ kurzer Zeit eine Art Imperium schaffen konnten, welches weit über das Textilhandwerk hinausging und in anderen Sparten expandierte.
In Brünn wurde das Textilhandwerk ebenfalls umfangreich betrieben, vor allem in den Sparten Weberei und Tuchmacherei. Das besondere an der tschechischen Textilherstellung sind vor allem die regionalen Details und Unterschiede bezüglich Farben und Ausarbeitung, die teilweise auf verschiedene Trachten zurückzuführen sind.
Auch heute noch ist das Textilhandwerk in Tschechien verbreitet. Dies führt unter anderem dazu, dass die Branche mit ATOK einen eigenen Verband hat. Allerdings hat das tschechische Textilhandwerk ebenfalls einige Sorgen und Probleme.
Diese liegen darin begründet, dass gute Arbeitskräfte seltener werden, was neben weiteren Faktoren an den eher geringen Gehältern, die traditionelle Betriebe zahlen können, liegt. Zudem wird zunehmend auf eine Industrialisierung gesetzt, was Arbeitskräfte überflüssig macht und Traditionsunternehmen Schwierigkeiten bereitet.

Italien: Lebendige Tradition, Vertrauen durch Industrie in der Gegenwart

In Italien gibt es gleichermaßen eine lange Tradition im Textilhandwerk. Diese wird noch heute geschätzt und genutzt, unter anderem von großen Unternehmen der Industrie in dieser Sparte. Hervorzuheben sind die Bereiche des Schneiderns und des Lederhandwerks.
Vor allem in Venetien hat das Lederhandwerk eine lange Tradition. Hier entstanden viele Gerbereien, die umfangreich produzierten. Die umfangreiche Erfahrung zahlt sich noch heute aus. Nicht umsonst ist Italien nach wie vor sehr weit vorne im weltweiten Ranking des Lederexportes.

Mehrere Milliarden Euro werden damit jedes Jahr umgesetzt. Für viele Menschen sichert die Lederproduktionen einen Lebensunterhalt. Häufig sind die Produkte, die entstehen, wie beispielsweise Handtaschen, hochwertig und teuer. Auch Firmen aus anderen Ländern, unter anderem der britische Hersteller Maxwell Scott, der Taschen produziert, greifen auf die italienische Lederherstellung (in diesem Fall in der Toskana) zurück.
Um das Schneiderhandwerk Italiens ist es ebenfalls gut bestellt. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind beispielsweise Maßanzüge aus Neapel. Vor allem die Manufaktur Kiton trägt dazu bei. Dass das Schneidern als Beruf in Italien rentabel sein kann, zeigt sich daran, dass in einigen Fällen große Modelabels von Personen gegründet werden, die zunächst eine Schneiderschule besucht haben.
Die Marke Caruso ist ein lebendiges Beispiel für diesen Umstand. Ihr Gründer Raffaele Caruso ging genau diesen Weg, bevor er in den 50er-Jahren das Label gründete. Caruso steht für eine lange Tradition und Stilsicherheit, verzichtet dabei jedoch gleichzeitig nicht auf modische Aspekte.

Lebensmittelhandwerk

Das Lebensmittelhandwerk hat in vielen Ländern Europas ebenfalls eine lange Tradition. Durch diese Sparte wird eine Reihe von besonderen Delikatessen produziert. Neben weiteren Bereichen gehören zur Branche:
•    Bäcker
•    Metzger
•    Winzer

Bäcker

Das Bäckereihandwerk hat vor allem in Frankreich eine lange Tradition. Mit Stand 2016 gab es in diesem Land 36.000 Bäckereien, eine fast schon atemberaubende Zahl. Grund hierfür sind womöglich unter anderem die Besonderheiten des französischen Baguettes in Abgrenzung zu anderen europäischen Ländern.
Die Brotsorte „Tradition“ ist besonders beliebt und schmackhaft. Es gibt hierbei strikte Regeln zur Herstellung, die von der größeren Lebensmittelindustrie kaum eingehalten werden können – ein klarer Vorteil also für kleinere Betriebe. Die Verbraucher in Frankreich wissen die Leidenschaft zum Backen, die im Land praktiziert wird, offensichtlich zu schätzen.
An Zahlen der „International Association of Plant Bakers“ mit Sitz in Brüssel aus dem Jahr 2013 lässt sich deutlich ablesen, in welchen Ländern das Handwerk im letzten Jahrzehnt ebenfalls gefragt war. Weit vorne war in diesem Jahr Italien mit 22500 nicht-industriellen Bäckereien. Zur Einordnung: In Deutschland waren im gleichen Jahr nur 10750 solcher Betriebe aktiv – ein deutlich erkennbarer Unterschied also.

Metzger

Bezüglich der Metzgereien lohnt sich ein Blick nach Deutschland, um die Lage der Sparte darzustellen. Hier wird sehr deutlich, dass die Branche eine Reihe von Problemen hat, die dafür sorgen, dass immer mehr Betriebe schließen müssen.
Zum einen wird die industrielle Konkurrenz der Discounter und Supermärkte immer größer. Diese können Fleisch häufig zu einem äußerst geringen Preis anbieten und sich so bei einem nicht unbeachtlichen Teil der potenziellen Kunden Vorteile verschaffen.
Ein weiteres Problem ist die Überalterung der Branche. Viele Meister, die Betriebe besitzen, gehen auf das Rentenalter zu. Gleichzeitig ist es schwierig, jüngere Menschen zu finden, die in dieser Sparte eine Ausbildung machen möchten.
Dies liegt zum einen an den Tätigkeiten selbst, das Töten von Tieren (wobei dies nur einen Teil des Handwerks ausmacht) ist eher unattraktiv. Das vergleichsweise geringe Gehalt spielt gleichermaßen eine Rolle.

Winzer/Weinbau

Der Weinbau ist ebenfalls im weiteren Sinne ein teil des Lebensmittelhandwerks. Zu den beliebtesten Weinländern Europas gehören vor allem:
•    Italien
•    Frankreich
•    Spanien
•    Deutschland
•    Portugal
Der Pro-Kopf-Konsum von Wein war im Jahr 2019 laut der „Internationalen Organisation für Rebe und Wein“ im weltweiten Ländervergleich in Italien, Frankreich und Portugal am höchsten. Dies bietet grundsätzlich eine gute Ausgangslage für europäische Winzer.
Beispielsweise in Deutschland blieben die Zahl der Betriebe sowie die Umsätze in den Jahren 2012-2019 relativ konstant. Während die Umsatzzahlen sich leicht schwankend um die drei Milliarden Euro pro Jahr bewegten, gab es in den Jahren 2012, 2013 und 2014 in Deutschland 12.000 Betriebe in der Sparte, zwischen 2015 und 2019 immerhin noch 11.500. Wein ist offensichtlich einer der Sektoren, in denen sich Qualität gerade bei echten Liebhabern nach wie vor auszahlen kann, selbst wenn sie eine höheren finanzielle Aufwendung nötig macht.

Glas-Handwerk

Das Glashandwerk ist ebenfalls eine Sparte, die in verschiedenen Ländern Europas eine lange Tradition hat. Vor allem in Staaten, in denen in früheren Jahren viel Holz für die Produktionsöfen zur Verfügung stand, war und ist das Handwerk verbreitet. Zu den relevanten Ländern gehören neben weiteren:
•    Frankreich
•    Tschechien
•    Italien
Dabei ist die Schnittmenge zum Kunsthandwerk in diesem Sektor ähnlich wie bei den Schmieden deutlich zu erkennen. Neben der Funktionalität geht es oft um die Ästhetik der Produkte.
Frankreich: Ein bekannter Name als Aushängeschild
In Frankreich ist beispielsweise der Hersteller Duralex dafür bekannt, dass die von ihm hergestellten Gläser besonders robust sind und nur selten kaputt gehen. Außerdem sind die vielen besonderen Designs häufig ein Hingucker. Das Unternehmen wurde Mitte des 20. Jahrhunderts gegründet und gilt als eine Art Aushängeschild der Sparte. Allerdings hatte auch diese Firma Probleme.
Durch weitaus günstigere Konkurrenz ab den 1990er-Jahren Stand der Betrieb während der 2000er-Jahre mehr als einmal vor dem Konkurs und wechselte mehrfach den Besitzer. Durch einige Investitionen war das Unternehmen in den 2010er-Jahren wieder aktiv und setzte zunehmend darauf, preiswerte Produkte anzubieten, die gleichzeitig nach wie vor eine vergleichsweise hohe Qualität aufweisen.
Es konnte also nur durch Anpassungen, an die sich wandelnden Gegebenheiten des Marktes, überleben. Allerdings gab es im Herbst des Jahres 2020 Meldungen, dass die Marke erneut vor einem Konkurs steht. Der ausschlaggebende Grund hierfür ist ein signifikant geringerer Umsatz im Bereich des Exportes, was laut dem Betrieb mit der Corona-Krise zusammenhängt. Seitdem ist die Firma unter Zwangsverwaltung. Der Ausgang bleibt abzuwarten.
Glaskunst und Glasproduktion in weiteren europäischen Ländern
In Tschechien ist die Herstellung von Glas gleichermaßen traditionsreich. Sie begann bereits vor mehreren Jahrhunderten. Das dort produzierte Glas ist ähnlich wie die französischen Produkte für seine Stabilität bekannt.
Eine Sonderrolle nimmt es im Bereich des Schmucks ein, wo es häufig verwendet wird. Die Glasprodukte sind eine Art Exportschlager, das Land ist weltweit berühmt für Qualität in der Sparte. Daher ist es kaum verwunderlich, dass der Sektor noch heute einen großen Teil der tschechischen Wirtschaft ausmacht.

In Italien ist vor allem ein Ort für die Produktion von Glas bekannt: Die Insel Murano. Dort spielt die Ästhetik eine besonders große Rolle, viele Artikel sind sehr künstlerisch gestaltet. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Insel beispielsweise im Jahr 2018 Gastgeber einer Tagung der „Glass Art Society“ war, die eine vierstellige Zahl von Teilnehmern anlockte. Der Stoff hat seine Relevanz also auch in dieser Region nicht verloren.

Bauhandwerk

Das Bauhandwerk ist laut Zahlen des Zentralverbands des Handwerks nach der Elektroindustrie die zweistärkste Sparte in Deutschland. Zumindest gilt dies bei der Betrachtung der Jahre 2018 und 2019.

Deutschland: Gute Umsätze, viele Betriebe

Dass Bauhauptgewerbe umfasst mehrere wichtige und zentrale Sparten der Bauwirtschaft, unter anderem gehören dazu:
•    Straßenbau
•    Hochbau
•    Tiefbau
•    Dachdeckerei
•    Gerüstbau
Die Umsätze in diesem Sektor stiegen im Vergleich zwischen den Jahren 2018 und 2019 um 5,1 Prozent. Die Zahl der Angestellten ist im letzten Jahrzehnt konstant hoch, ein Umstand, der nur in wenigen Handwerksbranchen auf diesem Niveau gegeben ist.
Zudem lässt sich deutlich beobachten, dass die Zahl der Betriebe in diesem Gewerbe seit dem Jahr 1999 zwar teilweise etwas gesunken, aber auch immer wieder angestiegen ist. Während es im Juni 1999 80.560 Firmen in dieser Sparte gab, lag die Zahl im Jahr 2019 im gleichen Monat bei 76.811.  Diese Werte belegen bis zu einem gewissen Grad, dass die Arbeit in der Branche nicht unter wenig industriellen Firmen aufgeteilt wird, sondern nach wie vor eine gewisse Diversität besteht.

Europäische Schattenseiten in Deutschland

Die Branche beschäftigt internationale Arbeiter. Ein Teil einiger Belegschaften kommt aus Osteuropa, häufig aus Ländern wie beispielsweise Polen oder Rumänien. Sie machen bis zu einem gewissen Grad einen relevanten Teil des Sektors aus.
Allerdings werden diesbezüglich immer wieder schlechte Arbeitsbedingungen, fehlende Absicherung und Ausbeutung kritisiert. Vor allem die niedrigen und teilweise durch Umgehung oder Missachtung von Gesetzen illegitim geringen Löhne werden angeprangert. Mittlerweile gibt es sogar Vereine, die sich gegen diese Zustände einsetzen.

Zusammenfassung und Resümee

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass viele handwerkliche Sparten eine lange Tradition haben, die in den Ländern Europas unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Gleichzeitig ist in einigen Sektoren fraglich, wie gut die Zukunft aussieht. Dies liegt vor allem Faktoren wie den Vorteilen von industriellen Großbetrieben bezüglich der Preise und Löhne sowie einem Mangel an Nachwuchskräften in einzelnen Sparten. Besonders gut gehalten haben sich in einigen Ländern Bereiche wie Teile des Lebensmittelhandwerks (vor allem in Frankreich) und der Bausektor. Die Chancen der Teilbranchen, in denen Probleme bestehen, liegen vor allem in der Individualität und Qualität ihrer Arbeiten. Allerdings müssen sie hierfür zahlungswillige Abnehmer finden, die diese Aspekte zu schätzen wissen.

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