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Gustav-Regler-Preise 2026

Bildunterschrift: Die Kreisstadt und der SR luden zum Festakt des Gustav-Regler-Preises ein.Foto: Hannah Schmitt
Die Kreisstadt und der SR luden zum Festakt des Gustav-Regler-Preises ein.Foto: Hannah Schmitt - (Bild 1 von 1)

Merzig. Die Kreisstadt Merzig und der Saarländische Rundfunk luden zur Verleihung der Gustav-Regler-Preise in das Museum Schloss Fellenberg ein. Gefördert durch das Ministerium würdigen die beiden Literaturpreise seit 30 Jahren Werk und Andenken des Merziger Schriftstellers Gustav Regler. Der Hauptpreis ehrt literarische Verdienste um internationale und interkulturelle Verständigung, der Förderpreis unterstützt junge Talente.

Den Gustav-Regler-Hauptpreis 2026 (10 000 Euro) erhielt Alena Wagnerová. Der Saarländische Rundfunk zeichnete Maryam Aras für ihren Essay „Dinosaurierkind“ mit dem Gustav-Regler-Förderpreis (4 000 Euro) aus. Beide Autorinnen verbindet mit dem Andenken Reglers eine Besinnung auf Menschlichkeit über Grenzen hinweg sowie eine differenzierte Betrachtung von Erinnerungskulturen, geprägt durch Exilerfahrungen und Brüche in der (Familien-)Biografie. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Nino Deda am Klavier und Akkordeon.

Oberbürgermeister Marcus Hoffeld begrüßte gemeinsam mit Sonja von Struve, Programmdirektorin des SR, die Gäste und mahnte mit Blick auf Gustav Reglers politisches Wirken, sich aktiv für die Demokratie stark zu machen und der Verbreitung menschenfeindlicher Ideologien entgegenzutreten. Literatur könne Urteilsfähigkeit, Empathie und Mut fördern. In Merzig zeigten Menschen aller Generationen diese Haltung etwa durch interreligiöse Zusammenarbeit, das Netzwerk der „Courage-Schulen – Schule ohne Rassismus“ und den Austausch mit Partnerstädten. Hoffeld und von Struve dankten unter anderem Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, dem Ministerium für Bildung und Kultur vertreten durch Jörg Sämann, der Jury und der Familie Regler-Repplinger sowie den Mitwirkenden in der Vorbereitung.

Sonja von Struve betonte die grenzüberschreitende Funktion von Literatur. Wie Homi K. Bhabha in „die Verortung der Kulturen“ beschreibe, entstehe durch das Aufeinandertreffen mehrerer Kulturen etwas Neues; ein fruchtbarer Raum gegen Polarisierung. Dieser „dritte Raum“ finde sich im Saarland als Grenzregion und in den Biografien der Preisträgerinnen wieder. Jörg Sämann überbrachte Glückwünsche und wünschte ein traditionelles „Glück auf“.

Shida Bazyar hielt die Laudatio auf Maryam Aras und hob deren Furchtlosigkeit sowie den „unbeirrbaren literarischen Kompass“ hervor. „Dinosaurierkind“ sei ein „literarischer Akt der Fairness“ gegenüber Aras’ Vater und verbinde Spurensuche, politische Entwicklungen und Aufarbeitung. Maryam Aras nannte sich „das Kind eines lebenslangen Kämpfers“ und schloss mit dem Aufruf: „Wählen Sie – wenn Sie können – Ihre Seite weise“.

Peter König würdigte Alena Wagnerová und sprach von Literatur als Zeugnis und Verantwortung: ein „Bekenntnis zur Wahrhaftigkeit“, wie Regler in „Das Ohr des Malchus“ schrieb. Wagnerová baue Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart und stelle konkrete Schicksale in den Mittelpunkt. In ihrer Danksagung betonte sie das Zitat „Wir alle sind Menschen“ – und warnte vor dem Missbrauch von Worten. Abschließend lud Hoffeld zum Ausklang bei einem kleinen Empfang ein. red./jb

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