Rappweiler. Der Saarbrücker Jugendpfarrer Thomas Hufschmidt hat insgesamt 118 Jugendlichen aus dem Pastoralen Raum Wadern in der Jugendkirche MIA in Rappweiler das Sakrament der Firmung gespendet.
Cleo Swenne und Leopold Merk begrüßten Hufschmidt im Namen aller Firmbewerberinnen und Firmbewerber und machten deutlich, wie viel Herzblut die Jugendlichen in den vergangenen Monaten in ihren gemeinsamen Weg der Firmvorbereitung gesteckt hatten.
Das Motto „Herzenssache“ war der rote Faden, der sich durch alle Treffen und Projekte zog. Die Jugendlichen setzten sich intensiv mit zentralen Lebensfragen auseinander: Was liegt mir wirklich am Herzen? Was geht uns als Gemeinschaft zu Herzen? Und was ist meine ganz persönliche Herzenssache?
Die Antworten auf diese Fragen fielen so vielfältig aus wie die Jugendlichen selbst. Wer in diesen Tagen an der Jugendkirche MIA vorbeigeht, kann die Ergebnisse nicht übersehen: Kreativ und ausdrucksstark spiegeln die dort gezeigten Arbeiten die Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der Generation wider.
Neben den bunten Kunstwerken an der Jugendkirche MIA packten die Jugendlichen auch in der Natur tatkräftig an. Gemeinsam mit einem Förster pflanzten sie bei einer Baumpflanzaktion 500 Setzlinge, um ein Zeichen für den Umweltschutz und zur Bewahrung der Schöpfung zu setzen.
Die Mitgestaltung des Karfreitagsgottesdienstes half den Jugendlichen dabei, dem Weg Jesu nachzuspüren und daraus neue Zuversicht für das eigene Leben zu schöpfen.
Bei Besuchen in den örtlichen Altenheimen und im Café Courage setzten sich die Firmbewerberinnen und Firmbewerber für ein Miteinander von Jung und Alt sowie von Menschen mit und ohne Behinderung ein. Durch einen Soli-Lauf um den Kurparkweiher für die Partnerschaft mit Bolivien und die Aktion „Eins mehr“ zugunsten der Waderner Tafel setzten sie sich für Menschen in Not ein. Ein besonders starkes gesellschaftspolitisches Zeichen setzten die Jugendlichen mit der Organisation eines Friedensmarsches in Wadern sowie eines Gedenkmarsches zu den Stolpersteinen in Losheim. Damit machten sie unmissverständlich deutlich, dass sie aktiv für Frieden, Freiheit und gegen jede Form von Hass, Gewalt und Rassenwahn einstehen.
Acht Stationen der Stille
Ein prägendes Element der Vorbereitung war für alle 118 Firmbewerberinnen und -bewerber auch die Teilnahme an einem Besinnungsweg in der Jugendkirche MIA. Hierbei ging es um innere Einkehr. Jeder Jugendliche durchlief den Weg für sich alleine und verweilte an insgesamt acht Stationen für jeweils fünf Minuten in der Stille. An der vorletzten Station stand der persönliche Austausch im Vordergrund: In einem vertraulichen Gespräch mit einem Firmbegleiter konnten die Jugendlichen das Erlebte reflektieren. Die achte und letzte Station lud schließlich dazu ein, in schriftlicher Form darüber nachzudenken, wofür man im eigenen Leben danken kann. Dabei kamen so viele bewegende Gedanken aufs Papier, dass diese kurzerhand einen festen Platz im Festgottesdienst fanden – sie wurden auf Post-its aufgeschrieben, in der Kirche ausgelegt und von den Jugendlichen als Kyrie-Rufe vorgetragen.
Spuren hinterlassen durch christliches Handeln: Jugendpfarrer Thomas Hufschmidt griff diesen Faden in seiner Predigt auf. Er lobte den Mut, die Offenheit und die Tatkraft der Jugendlichen, die während der Vorbereitung nicht nur theoretisch über den Glauben nachgedacht, sondern ihn ganz praktisch in die Tat umgesetzt haben. Durch ihr christliches Handeln mit und für die Menschen haben die Gefirmten im Alltag echte Spuren des Miteinanders hinterlassen. Hufschmidt stellte eine Frage ins Zentrum, die provokant und zugleich zutiefst ehrlich war: „Was geht mich das an? Ist mir doch egal! Kein Bock.“ Er schlug damit die Brücke von der großen Weltpolitik und den Sorgen des Alltags direkt in die Lebenswelt der Jugendlichen. Hufschmidt machte deutlich, dass der Glaube genau an dieser Stelle ansetzt. „Die Vorbereitungszeit und euer Engagement in der Jugendkirche MIA haben gezeigt: Euch geht eine ganze Menge an“, lobte der Jugendpfarrer. Er ermutigte die 118 Neugefirmten, auch in Zukunft nicht wegzusehen, sondern dort aktiv zu werden, wo ihre Mitmenschen Unterstützung brauchen. Genau das sei der Kern des Leitworts „Herzenssache“.
Wichtigster Bestandteil des Ritus ist die Salbung der Firmlinge mit dem Chrisam-Öl. Der Jugendpfarrer legte den Jugendlichen dafür die Hände auf, zeichnete mit dem Öl ein Kreuz auf die Stirn und sprach die Formel: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Mit dem Empfang des Sakraments, so Hufschmidt, bekämen die Jugendlichen den Heiligen Geist als Rückenwind geschenkt, um auf die Frage „Was geht mich das an?“ immer wieder eine mutige, christliche Antwort zu finden und so bleibende Spuren in der Welt zu hinterlassen.
red./jb


