Für Tiere in Not im Einsatz

Vollausgerüsteter Tiernotfallsanitätswagen für den Tiernotruf Saarland. Foto: Mohr
Vollausgerüsteter Tiernotfallsanitätswagen für den Tiernotruf Saarland. Foto: Mohr - (Bild 1 von 1)

Niederlinxweiler. Was ehemals als „Vogeltaxi“ begonnen hat, ist heute als der Tiernotruf im Saarland ein Begriff, erläuterte Jörg Langer vom Tiernotruf. Aber solch ein Notruf braucht ein Einsatzfahrzeug.

Das bisherige Auto, ein Opel Combo ursprünglich vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn, ist nun mit weit über 200000 Kilometern Laufleistung am Ende seines Autolebens angekommen und wird nur noch für kurze Fahrten genutzt, vorrangig für die Hundesicherung und im Bereich St. Ingbert auch als Tiernotrufgruppe.

Ein Ersatzfahrzeug musste als Ergänzung her und so fährt heute ein Renault, der zuvor als Krankentransportwagen in Nizza im Einsatz war, als vollausgerüsteter Tiernotfallsanitätswagen für den Tiernotruf. Vorgestellt wurde das Fahrzeug im Tierheim Linxbachhof in Niederlinxweiler.

Ausgestattet mit umfangreichem Erste-Hilfe-Material, einer Schaufeltrage, beispielsweise zur Bergung größerer Hunde, einem Behandlungstisch, Sauerstoff und vielem mehr, ist man damit für nahezu alle Eventualitäten gewappnet. Im Heckbereich befinden sich geräumige Transportboxen für kleine und etwas größere Tiere. Herrchen und Frauchen können auf dem eingetragenen Mitfahrersitz ihren Liebling auch auf dem Weg zum Behandlungsort begleiten, was sehr dazu beiträgt, dass die Tiere eine gewisse Beruhigung erfahren.

„Wir sind als tiermedizinische Notfallassistenten ausgebildet und verstehen uns als professionelle Ersthelfer, die dafür sorgen, dass die betreffenden Tiere so schnell wie möglich in tierärztliche Obhut gelangen“, erläuterte Jörg Langer.

„Zurzeit verzeichnet der Tiernotruf acht Einsätze täglich. In der Brut- und Setzzeit können das auch schnell mal zwölf bis dreizehn Einsätze pro Tag werden“, plaudert Langer aus der Praxis. Der Rettungswagen hat übrigens den Spitznahmen Don Quichotte, „weil wir so oft gegen Windmühlen kämpfen“, erläutert Jörg Langer verschmitzt. „Der saarländische Tiernotruf ist aus der Notwendigkeit erwachsen, dass nicht nur Vögel, sondern auch Hunde, Katzen und auch Wildtiere zunehmend in Not geraten sind und der Hilfe bedürfen. So kam es zur Gründung des saarländischen Tiernotrufes“, erläuterte Beatrice Speicher-Spengler, Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Saar.

„Da wir auch viele Einsätze im Auftrag der Behörden und der Polizei und Feuerwehr wahrnehmen, ist nun das saarländische Umweltministerium an den Benzinkosten und den Tierarztkosten hälftig beteiligt. Der Betrag ist allerdings auf 20000 Euro pro Jahr gedeckelt“, freut sich Beatrice Speicher-Spengler über die Unterstützung. „Wir veranschlagen für den Tiernotruf runde 50000 Euro pro Jahr“, ergänzte Jörg Langer.

Stationiert ist das Fahrzeug in Wiebelskirchen, dort wo Jörg Langer auch zu Hause ist. Im Notfall ist Langer und sein Team unter Tel. (0176) 10016981 zu erreichen. Wer die Arbeit finanziell unterstützen möchte kann dies einfach auf das Spendenkonto des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Saarland, IBAN DE44590501010094240355, BIC SAKSDE55XXX tun. jam

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