St. Wendel. Im Saalbau in Sankt Wendel fand die 4. regionale Frauenjobmesse statt. Rund 800 Frauen nutzten über den Vormittag die Gelegenheit, sich über einen beruflichen (Neu-)Start, den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt oder die Ausweitung ihrer Arbeitszeit zu informieren. Vor Ort konnten sie direkt Kontakte zu mehr als 25 potenziellen Arbeitgebern knüpfen.
Die Messe bot damit nicht nur individuelle Orientierung, sondern setzte zugleich ein wichtiges Signal für die Fachkräftegewinnung, indem sie Unternehmen und interessierte Frauen gezielt zusammenbringt. Auch vollständige Bewerbungsunterlagen konnten vor Ort eingereicht werden, sodass erste konkrete Schritte in Richtung einer Beschäftigung möglich waren.
Die Veranstaltung unterstreicht darüber hinaus die Bedeutung passgenauer Angebote für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Aktuelle Gleichstellungsdaten im Saarland zeigen weiterhin Unterschiede bei der wirtschaftlichen Absicherung im Alter: Frauen beziehen im Durchschnitt rund 750 Euro Rente, Männer etwa 1493 Euro. Gründe hierfür sind unter anderem häufiger Teilzeitbeschäftigung, geringfügige Beschäftigungen sowie Erwerbsunterbrechungen infolge von Care-Arbeit – Entwicklungen, die sich langfristig auf Rentenansprüche auswirken.
Im Jahr 2024 arbeitete nahezu jede zweite erwerbstätige Frau im Saarland in Teilzeit, zudem waren Minijobs weiterhin überwiegend weiblich geprägt. Hinzu kommt, dass ältere Frauen häufiger allein leben, was finanzielle Risiken im Alter erhöhen kann.
Der Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes betont in diesem Zusammenhang: „Die gezielte Ansprache und Einbindung von Frauen ist ein wichtiger Baustein für die Fachkräftegewinnung, denn hier liegen große, vielfach noch ungenutzte Potenziale. Gleichzeitig zeigt sich Gleichstellung auch darin, dass Frauen im Alter von ihrer eigenen Lebensleistung gut leben können. Deshalb ist es wichtig, bestehende strukturelle Unterschiede weiter abzubauen und verlässliche Perspektiven über den gesamten Erwerbsverlauf hinweg zu schaffen. Angebote wie die Frauenjobmesse leisten hierzu einen konkreten Beitrag, indem sie Orientierung geben, Kontakte ermöglichen und neue berufliche Perspektiven eröffnen.“
„Angesichts des demografischen Wandels und bestehender Fachkräftebedarfe ist es wichtig, das Qualifikations- und Beschäftigungspotenzial von Frauen umfassend zu nutzen. Dazu gehört, Rahmenbedingungen zu stärken, die unterschiedliche Erwerbsmodelle ermöglichen und Entwicklungsperspektiven eröffnen.
Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit und Jobcenter unterstützen dies gemeinsam mit ihren Partnern durch Beratung und Förderangebote. Bei der heutigen Messe erhielten die Bewerbungsunterlagen der Frauen von den Profis der Arbeitsagentur und Jobcenter den letzten Schliff. Somit konnten die Besucherinnen vor Ort eine exzellente Visitenkarte abgeben“, betont Benjamin Wehbring, Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland.
Staatssekretärin Bettina Altesleben ergänzt: „Wir freuen uns, dass auch die nunmehr vierte Frauenjobmesse auf großes Interesse gestoßen ist. Sie trägt dazu bei, Hürden abzubauen, Frauen gezielt zu informieren und berufliche Chancen sichtbar zu machen. Der hohe Zuspruch zeigt, wie groß der Bedarf an Beratung und Unterstützung ist.“
Neben der Vorstellung von Stellenangeboten erhielten die Besucherinnen auch individuelles Feedback zu ihren Bewerbungsunterlagen im Rahmen eines Bewerbungs-Checks. Ergänzend wurden professionelle Bewerbungsfotos angeboten, um die Chancen im Bewerbungsprozess zu verbessern. Besonders Frauen in wirtschaftlich schwierigen Lebenslagen konnten von den Angeboten profitieren.
Organisiert wurde die Frauenjobmesse vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit gemeinsam mit der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. red./hr




