Wadern. Immer wieder spielt es im grenznahen Saarland eine wichtige Rolle, dass wir in einer Großregion leben, in der wir auch grenzüberschreitend handeln müssen. Das Zusammenleben der Menschen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg kommt so dem Gedanken eines Vereinten Europa sehr nahe. Diese Idee mit Leben zu erfüllen, war das Ziel eines Projektes in Metz, an dem Schülerinnen und Schüler aus allen vier Ländern teilnahmen, sich kennenlernten und zusammenarbeiteten. Inhaltlich ging es um das Thema Informations- und Medienbildung. Unter der Anleitung von professionellen Journalisten sollten sie journalistische Inhalte wie Artikel, Podcasts, Reportagen und Interviews analysieren und anschließend selbst eine Zeitung mit diesen Inhalten gestalten.
Unter den 88 Teilnehmenden aus vier Ländern waren auch zwei Schülerinnen und zwei Schüler aus dem Französischkurs der Klassenstufe 11 am Hochwald-Gymnasium Wadern. Bei einem Empfang im Rathaus Metz wurde den Jungjournalisten nochmals die Bedeutung der Kooperation in der Großregion vermittelt. Das Medienprojekt wurde zum ersten Mal in dieser Form durchgeführt und so wurden die Teilnehmer zu Pionieren, um diese Form der Kooperation auszuprobieren.
Die Projekttage waren so strukturiert, dass jeweils zwei Workshops besucht wurden und morgens und abends immer eine Redaktionssitzung mit Journalisten des L Est Républicain stattfand. Die Waderner Jugendlichen beschäftigten sich in einem Workshop mit den Folgen des Terroranschlags im Bataclan in Paris vor 10 Jahren. Sie führten ein Interview mit dem Vater eines der Opfer dieses Anschlags und erstellten dazu eine Reportage. In einem weiteren Workshop lernten sie, wie man die Titelseite einer Zeitung gestaltet. Dabei ging es zum Beispiel um die Auswahl und Platzierung von Bildern auf dieser Seite. Außerdem nahmen sie an einer Debatte über die Gefahren des Einsatzes von künstlicher Intelligenz teil. Am Ende wurden alle Ergebnisse aus den Workshops zusammengetragen und daraus eine Zeitung produziert, die als digitale Version vorgestellt wurde und später sogar in Nancy im Verlag gedruckt wurde.
Neben diesen Themen spielten in dem Projekt vor allem Begegnungen eine zentrale Rolle. So bekamen die Schüler aus vier Ländern einen Eindruck vom Schulalltag an einem Lycée in Metz und lernten die attraktive und lebendige Stadt Metz mit der Kathedrale, dem Centre Pompidou und dem Musée de la Cour d´Or kennen. Vor allem aber kamen sie mit Gleichaltrigen aus allen vier Ländern in Kontakt und füllten so den Europäischen Gedanken und die Idee der Großregion mit Leben. Elke Derdouk, Schulleiterin des HWG und Französischlehrerin im Kurs der Klassenstufe 11, betreute die Waderner Schüler vor Ort. Sie zeigte sich begeistert von dem Projekt, zumal es auch genau zum Lehrplan im Fach Französisch passt, in dem das Thema „Kommunizieren und Neue Medien im 21. Jahrhundert“ enthalten ist. Das Fazit der Schulleiterin: „Besser und lebensnaher kann man dieses Thema nicht vermitteln!“
Unser Leserreporter Edwin Didas aus Nohfelden





