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Europa erleben

Bildunterschrift: 36 Schüler der Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule begaben sich auf eine Studienreise unter dem Moto „Europa – gestern, heute, morgen“. Foto: Hanna Schuler
36 Schüler der Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule begaben sich auf eine Studienreise unter dem Moto „Europa – gestern, heute, morgen“. Foto: Hanna Schuler - (Bild 1 von 1)

Losheim am See. 36 Schüler der Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule Losheim am See übernahmen im Rahmen der demokratiepädagogischen Studienfahrt „Europa – gestern, heute, morgen“ eine Reise durch zentrale Stationen europäischer Geschichte und Gegenwart. Ziel der Fahrt war es, historische Entwicklungen, wirtschaftliche Umbrüche und die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit vor Ort zu erfassen und kritisch zu reflektieren.

Der erste Tag führte nach Verdun, einem symbolträchtigen Ort des Ersten Weltkriegs. Nach der Abfahrt standen die Besichtigung des Beinhauses von Douaumont und des angrenzenden Soldatenfriedhofs auf dem Programm. Die Dimension der Kriegsgräber und die hohe Zahl der Gefallenen hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Anschließend ging es zum zerstörten Dorf Fleury-devant-Douaumont, das im Ersten Weltkrieg vollständig vernichtet wurde und als „totes Dorf“ bis heute erhalten ist. Vor Ort wurde anschaulich, welche Folgen Krieg und Nationalismus für Europa hatten.

Nach einer kurzen Pause im Zentrum von Verdun folgte der Besuch der unterirdischen Zitadelle. Mithilfe von Augmented-Reality-Brillen und interaktiven Stationen wurde die Geschichte der Schlacht um Verdun und der Alltag der Soldaten vermittelt. Die moderne Form der Führung erleichterte einen anschaulichen Zugang zu den historischen Ereignissen.

Am Abend erreichte die Gruppe die Unterkunft in Vigy. Nach dem gemeinsamen Abendessen fand eine Reflexionsrunde statt, in der Eindrücke ausgetauscht und die Bedeutung von Frieden sowie europäischer Verständigung thematisiert wurden.

Am zweiten Tag setzte die Studienfahrt in Rumelange (Luxemburg) im Nationalen Bergbaumuseum fort.

Eine geführte Tour vermittelte Einblicke in den Bergbau, die Kohlevorkommen und die Arbeitsbedingungen der Bergleute. Dabei wurde die Rolle der Kohle- und Stahlindustrie für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas nach den Weltkriegen herausgestellt. Zugleich wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit in diesem Bereich eine wichtige Grundlage für den späteren europäischen Einigungsprozess bildete.

Im Anschluss stand das moderne Stadtviertel Belval bei Esch-sur-Alzette auf dem Programm. Bei einer Führung durch die ehemalige Industrieanlage mit Möllerei und Hochofen wurde gezeigt, wie ein früherer Industriestandort zu einem Bildungs- und Forschungszentrum weiterentwickelt wurde.

Der Strukturwandel und die Stadtplanung Belvals verdeutlichten, wie Regionen sich unter veränderten wirtschaftlichen Bedingungen neu ausrichten können. Den Abschluss bildete ein Besuch in Schengen, dem Ort der Unterzeichnung der Schengenverträge. Im Mittelpunkt stand die Bedeutung offener Grenzen innerhalb Europas sowie deren Auswirkungen auf Alltag, Mobilität, Ausbildung und berufliche Perspektiven.

In diesem Zusammenhang wurden mögliche Folgen eines Wegfalls der Schengen-Abkommen diskutiert.

Die Studienfahrt machte sichtbar, wie eng Europas Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpft sind. Durch die Auseinandersetzung an historischen Erinnerungsorten und in Regionen des wirtschaftlichen Wandels ergaben sich vertiefte Einblicke in die Relevanz von Demokratie, Frieden und europäischer Zusammenarbeit. red./jb

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