Es hat sich nichts geändert

Warndt. Die seit Jahren andauernden Bemühungen des Vereins „Saubere Luft für die Warndtgemeinden, die Störfälle auf der Chemieplattform Carling zeitaktuell und nicht nur im Nachgang allen Bewohnern im Warndt zu melden, sind weiterhin ebenso wenig gehört und umgesetzt worden wie beispielsweise eine auch für Deutsche nutzbare Melde-Hotline, ein Ausbau der Messstationen, die in den letzten Jahren kontinuierlich immer weniger wurden und einer wirklich transparenten Darstellung der Schadstoffwerte, ohne gebetsmühlenartig immer wieder von „keinerlei Gefahr für die Bevölkerung“ zu referieren.

Adriano Pitillo, 1. Vorsitzender: „Laut dem größten Betreiber auf der Chemieplattform Carling, TOTAL, kam es zu einem erneuten Zwischenfall mit erhöhten Styrolwerten, dessen Ursachen jedoch unbekannt seien. Natürlich hat die Feuerwehr Völklingen umgehend vor Ort Entwarnung gegeben, was gleich zwei weitere Fragen aufwirft: Wer zahlt diesen Einsatz? Und wie kann es sein, dass zum wiederholten Male der Bevölkerung diese Information erst zwei Tage nach dem Vorfall der Alarmstufe B in der Zeitung mitgeteilt wird?“

Nicht nur, dass das französische Messnetz in den letzten Jahren immer weiter ausgedünnt worden sei, auch die versprochene grenzüberschreitende Informationsbeschaffung und zeitnahe Übermittlung an die betroffenen Bürger funktioniere immer noch nicht einmal ansatzweise.

Entgegen der französischen Darstellung hinsichtlich der Ansiedelung der neuen, sogenannten grünen Chemie, sei weiterhin die Gefahr durch die Seveso-Betriebe nicht gebannt. Der Verein „Saubere Luft“ vermisst aus genau diesem Grund unter anderem eine Messstation für die relevanten Schadstoffe in der Höhenlage des Warndts, z. B. in Karlsbrunn oder Dorf im Warndt, somit genau in der Abluft der Chemieplattform, um kontinuierlich und zeitnah die Schadstoffe der Seveso-Betriebe erfassen zu können. In den letzten Wochen habe es wieder vermehrt Geruchsmeldungen gegeben, gerade in den frühen ­Morgenstunden

„Wir fordern weiterhin die Einrichtung einer Melde-Hotline auch für die saarländische Seite, die Offenlegung der Schadstoff-Schwellenwerte, die bisher einzig und allein auf Messungen der Chemieplattformbetreiber erfolgt, eine Bewertung dieser Schwellenwerte durch eine unabhängige, kompetente Stelle, um die Schadstoffe und Belastungen durch die Chemieplattform eindeutiger dokumentieren und nachvollziehen zu können“, betont Pitillo.red./dos

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