Einen Kaffee bitte - aber fair und bio!

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Die gesamte Kaffeeindustrie hat stets mit dem Vorurteil zu kämpfen, eine reine Ausbeute der Kaffeebauern und deren Arbeitsleistung zu betreiben. Seit vielen Jahren befindet sich der Preis für Kaffeebohnen in einer etwas unbequemen Situation. Er fällt stetig und somit auch der Verdienst der hartarbeitenden Kaffeebauern. Die aktuelle Situation mit Ländern in scheinbar dauerhaftem Lockdown, hat ebenso nicht gerade zur Verbesserung beigetragen.

Ein allgemeiner Abwertstrend hinsichtlich des Kaffeekonsums in Cafes und Restaurants hat ein klares Defizit in den Kassen der Kaffeebauern hinterlassen.

Hinzu kommt noch das dauerhafte Preisdumping der großen Kaffeehändler, die durch das Bezahlen von immer niedrigeren Preisen zu Armut, Ausbeutung und sämtlicher Verletzung der Grundrechte der Menschen führen.Eine gewisse Mitbeteiligung der Industrie an den schlechten Arbeitsbedingungen und Verursachung von Umweltschäden ist also definitiv nicht zu bestreiten.

Wir als Endkonsumenten, sind natürlich hier auch keine Unschuldslämmer. Jedesmal wenn wir einen nicht fairtrade-, oder biozertifizierten Kaffee im Laden kaufen, sind wir unverweigerlich auch schuld an dieser Misere.

Wie in allen Bereichen des Konsums richtet sich das Angebot stets nach Nachfrage des Käufermarktes, wodurch wir als Konsumenten also durchaus Einfluß darauf haben können, in welche Richtung sich die Kaffeeindustrie im Laufe der nächsten Jahre weiterentwickeln wird.

Was kann man als Kaffeeliebhaber also tun?

Bei der großen Bandbreite an unterschiedlichen Kaffeesorten, die man oftmals auch kompakt als Kaffeesets kaufen kann, kommt es durchaus zu Verwirrung, ob man nun ein nachhaltiges Produkt in der Hand hält oder nicht. Im Folgenden haben wir einige Punkte für euch zusammengefasst, damit euch die Unterscheidung leichter fällt!

Schleuderpreise

Wenn die Kaffeepackung, die ihr in der Hand hält einen extrem niedrigen Preis aufweist, dann könnt ihr mehr oder weniger sicher sein, dass ihr hier kein fair gehandeltes Produkt habt.
Der Kaffeebauer, der harte Arbeit für euren Kaffee geleistet hat, wurde mit Garantie nicht ordentlich dafür entlohnt und muss daher womöglich wohl oder übel dafür sorgen, dass er noch mehr Kaffee in weniger Zeit anbaut, was in weiterer Folge nicht nur zu einem Qualitätsverlust führen wird, sonder auch noch zur Rodung und Abholzung von Waldflächen führt. Dies alles nur im Namen des billigen Kaffeekonsums.

Keine Transparenz

Sollte man nicht mit relativ geringem Aufwand nachforschen können, woher genau die verwendeten Kaffeebohnen der Kaffeesets stammen, ist dies meist Indiz dafür, dass der Hersteller etwas zu verbergen hat.
Durch Direkthandel, wie es bei Fairtrade üblich ist, wendet sich der Hersteller direkt an einen Kaffeebauern oder hat seine persönlich ausgewählten Farmen von denen er immer seinen Kaffee bezieht und vermeidet unnötige Mittelsmänner.
Dadurch erhält der Bauer automatisch mehr Geld, da nicht so viele hungrige Mäuler vom Kuchen mitnaschen - klingt fair oder?
Und wir als Konsumenten können somit die Herkunft unserer Kaffeebohnen genau nachverfolgen und wissen über sämtliche Anbaubedingungen Bescheid.

Billige Verpackung

Ja, auch das Äußere zählt. Denn wenn schon die Verpackung aus billigem Plastik besteht, keinerlei Logo, welches auf Fairtrade oder sonstige Gütesiegel hinweist, auffindbar ist, kann man auch hier getrost die Packung wieder ins Regal stellen.

Mehr Bewusstheit im Leben, auch beim Kaffeekonsum!

Der allgemeine Trend hinzu einem gesunden Lebensstil, macht natürlich auch beim Kaffee keinen Halt. Bio-Kaffee ist in vielen Haushalten schon ein Muss, doch der wichtigste weitere Schritt, ist auch noch auf Labels wie Fairtrade zu achten!
Denn bio alleine, sagt leider noch nicht viel über den fairen Verdienst und die fairen Arbeitsbedingungen der Kaffeebauern aus.

Gründe sich für Fairtrade-Kaffee zu entscheiden gibt es definitiv genügend. Um euch nochmal einige der wichtigsten vor Augen zu halten haben wir diese kleine Liste erstellt!

1.    Unterstützung für die Kaffeebauern!

Durch den Kauf von Fairtrade-Produkten hilft man den Menschen, die diese anbauen eine menschenwürdige Arbeitsweise zu ermöglichen und sorgt für eine faire Entlohnung.
Die lokale Gemeinschaft der Bauern wird so gefördert und kann wachsen und mehreren Menschen zu einem besseren Leben verhelfen, da die Kaffeebauern auch ihre Angestellten besser bezahlen können. Für uns als Konsumenten ist der Aufpreis meist ein geringer, für diejenigen, denen wir den Kaffee zu verdanken haben, ein großer Schritt in eine bessere Zukunft!

2.    Besser für den eigenen Körper!

Bei Fairtrade- und Bio-Kaffee, geht es nicht nur um die faire Bezahlung, sondern auch um hervorragende Qualität. Und dazu zählt, keine Verwendung von gesundheitsschädlichen Düngemitteln etc.
Somit kann man sicher gehen, dass der Kaffee mit Bio-Siegel auch tatsächlich mit Stoffen aus biologischer Herkunft behandelt wurde, wie auch die Umgebung und der Acker wo dieser angebaut wird. Außerdem enthält dieser Kaffee viel mehr Mineralstoffe, die den mit künstlichen Mitteln behandelten Böden leider entzogen werden. Man tut also nicht nur den Kaffeebauern was gutes, wenn man Kaffeesets mit Fairtradelogo kauft, sondern vor allem sich selbst!

3.    Gegen unnötige Abrodung!

Ursprünglich wächst und gedeiht Kaffee am besten im Schatten!
Doch sogenannte Hybridzüchtungen, wurden darauf gepolt in der Sonne zu wachsen, weshalb auch in weiterer Folge viele Wälder gerodet werden, damit Platz für diese schneller wachsenden Kaffeepflanzen entsteht.

Für den inneren und den Weltfrieden!

Wenn man sich diese Punkte also alle noch einmal genau durchliest, so findet man wohl schwer einen einzigen Grund, der dafür spricht keinen Bio-Kaffee zu kaufen. Denn wenn man die Möglichkeit hat für ein paar Euros mehr, nicht  nur sich selbst, sondern auch noch anderen etwas gutes zu tun - warum nicht?

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