Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.

Kuda Gudyanga (46) und seine Frau NoMatter (39) in Nyanyadzi, Chimanimani an der Ostgrenze Simbabwes. Die Region hat eine schwere Dürre erlebt und ist vom Klimawandel stark betroffen. Dadurch sind die Kleinbauern von großen Verlusten bei der Ernte und dem Viehbestand bedroht. Projektpartner: Towards Sustainable Use of Resources Organisation (TSURO). Foto: Karin Schermbrucker / Brot für die Welt
Kuda Gudyanga (46) und seine Frau NoMatter (39) in Nyanyadzi, Chimanimani an der Ostgrenze Simbabwes. Die Region hat eine schwere Dürre erlebt und ist vom Klimawandel stark betroffen. Dadurch sind die Kleinbauern von großen Verlusten bei der Ernte und dem Viehbestand bedroht. Projektpartner: Towards Sustainable Use of Resources Organisation (TSURO). Foto: Karin Schermbrucker / Brot für die Welt - (Bild 1 von 1)

Zweibrücken. Am 1. Advent (28. November) startet Brot für die Welt seine 63. Spendenaktion. Der Eröffnungsgottesdienst der pfälzischen Landeskirche findet in diesem Jahr um 10 Uhr in der Stadtkirche in Homburg statt.

Eröffnungsgottesdienst

Er kann im Livestream verfolgt werden. Die Aktion steht unter dem Motto „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft.“

Brot für die Welt nimmt in seiner 63. Spendenaktion insbesondere Projekte in den Blick, die sich mit den Folgen des Klimawandels befassen. Denn je größer Armut und Ungleichheit sind, desto verwundbarer ist eine Gesellschaft auch durch den Klimawandel. „Die Aktion Brot für die Welt steht für grenzüberschreitende Solidarität und den Einsatz für ein Leben in Würde für alle Menschen weltweit. Die Pandemie hat uns so eindrücklich wie nie zuvor gelehrt, dass das Denken in Ländergrenzen ein Denken von gestern ist. Der Klimawandel ist – neben der Corona-Krise – die Herausforderung unserer Zeit. Und die können wir nur gemeinsam bewältigen. Wir hier tragen dabei eine besondere Verantwortung. Denn die Menschen im globalen Süden leiden darunter am meisten, obwohl sie am wenigsten zu seiner Entstehung beigetragen haben“, sagt Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst.

Spendenergebnis in der Evangelischen Kirche der Pfalz

Die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz haben im vergangenen Jahr 1 273.881 Euro für Brot für die Welt gespendet. In dieser Summe sind Kollekten und Spenden, die in Kirchengemeinden gesammelt wurden, sowie direkte Überweisungen an das evangelische Hilfswerk zusammengefasst. Das Spendenaufkommen ist damit gegenüber dem Vorjahr 2019 (1 125 953 Euro) leicht angestiegen Die meisten Spenden gingen – mit 1,78 Euro pro Kirchenmitglied – im Kirchenbezirk Frankenthal ein, gefolgt vom Kirchenbezirk Bad Dürkheim-Grünstadt mit 1,72 Euro pro Kirchenmitglied und dem Kirchenbezirk Neustadt mit 1,52 Euro pro Kirchenmitglied.

Das gute Ergebnis erklärt sich auch daraus, dass – wie üblich – in das Jahresergebnis 2020 die Kollekten aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 eingeflossen sind.

Die aufgrund der Corona-Auflagen deutlich eingeschränkten Gottesdienstbesuche und damit deutlich geringer ausfallenden Kollekten vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit 2020 werden sich erst im Jahresergebnis 2021 niederschlagen. Hier zeichnen sich bereits jetzt erhebliche Einbußen ab.

Die laufende Aktion Brot für die Welt war am 1. Advent 2020 mit einem Fernsehgottesdienst aus der Speyerer Gedächtniskirche feierlich eröffnet worden.

„Wir sind dankbar für das große Vertrauen, das Spenderinnen und Spender Brot für die Welt schenken. Immer wieder erfahren wir, wie wichtig es ihnen ist, die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika in ihren Nöten nicht allein zu lassen“, sagt Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst.

Die Projektarbeit

von Brot für die Welt

Das Grundprinzip der Arbeit von Brot für die Welt ist bis heute aktuell. Akute Not lindern, die Ursachen dieser Not beseitigen und partnerschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe leisten: Menschen stark machen. Immer wieder war Brot für die Welt auch Impulsgeber für einen nachhaltigen und gerechten Lebensstil. In der Projektarbeit konnten im vergangenen Jahr 669 Projekte neu bewilligt werden, davon mit 240 die meisten auf dem afrikanischen Kontinent. Im Zentrum stehen langfristige Maßnahmen, die Hunger und Mangelernährung überwinden, Bildung und Gesundheit fördern, Zugang zu sauberem Wasser schaffen, die Achtung der Menschenrechte und Demokratie stärken und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen unterstützen. In der Pandemie haben zudem viele Projektpartner ihre Maßnahmen coronabedingt angepasst. Sie haben Aufklärungsprogramme über Covid 19 und Hygienemaßnahmen gestartet und zusätzliche Hilfsprogramme aufgesetzt: etwa für Kinder, die wegen der Lockdowns nicht mehr in die Schule gehen konnten und auch kein Schulessen mehr bekamen oder für Tagelöhner und Straßenverkäuferinnen, die ihre Einkommensmöglichkeiten verloren haben.

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Aktuell fördert das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen und ihrer Diakonie gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen über 1 800 Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in mehr als 90 Ländern.

Die Aktion Brot für die Welt

Brot für die Welt arbeitet eng mit lokalen, oft kirchlichen Partnerorganisationen zusammen. Durch Lobby-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Deutschland und Europa versucht das Hilfswerk politische Entscheidungen im Sinne der Armen zu beeinflussen und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise zu schaffen.

Spendensiegel

Neben Spenden und Kollekten erhält das evangelische Werk Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED) und aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Jedes Jahr bescheinigt das Gütesiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) Brot für die Welt erneut den verantwortungsvollen und satzungsgemäßen Umgang mit Spendengeldern und angemessene Verwaltungsausgaben. 90,6 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel fließen konkret in die Projektarbeit, 9,4 Prozent in Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung. Beim DZI-Siegel entspricht dies der besten Kategorie „niedrig“ (= unter 10 Prozent). red./jj

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