Ein Zeugnis der Macht der Nächstenliebe

Jesus, gespielt von Peter Lang, nach seinem Tod in den Armen seiner Mutter Maria (Nicole Meßner). Foto: Paschwitz
Jesus, gespielt von Peter Lang, nach seinem Tod in den Armen seiner Mutter Maria (Nicole Meßner). Foto: Paschwitz - (Bild 1 von 1)

Sitterswald. Mit einer beeindruckenden Premiere begannen die Passionsspiele der Jungend Bühne Auersmacher. Nicht wie im angestammten Ruppertshof, sondern erstmals in ihrer 87-jährigen Geschichte, seit der ersten Aufführung im Jahr 1935, in der Pfarrkirche St. Josef von Sitterswald zeigten die Laienschauspieler des renommierten Theaters das Handeln und Wirken von Jesus Christus bis hin zu seinem Leiden und Sterben dar.

Regisseure Gilbert Meßner

und Sebastian Wagner

Dabei handelte es sich weitgehend um die Inszenierung, die vor zwei Jahren wegen der damals ausgebrochenen Pandemie nach drei Aufführungen abgebrochen werden mussten. Josef Lang, einer der Gründer der Jungen Bühne, langjähriger Spielleiter und sowie Ideengeber der Passionsspiele sprach vor der ersten Premierenszene, dem Empfang des Messias in Jerusalem und dem Gleichnis vom verlorenen Schaf davon, dass man sich nach reiflicher Überlegung die Passion in einer ungewohnten Zeit in der Kirche spielen und ausprobieren wolle. Damit wolle man aber auch die Passion weiterentwickeln, in moderner Sprache und mit Musik und Licht in Szene setzen. Er erwähnte aber auch, dass in der jetzigen schwierigen Zeit die Gesellschaft vor großen Herausforderungen steht, dass Corona zeige, dass sie verwundbar sei und sich der vor der Haustür tobende Krieg schnell zu einem Flächenbrand ausweiten könne, aber auch viele Menschen durch den Klimawandel nur noch in der Flucht einen Ausweg sehen.

Deshalb komme der wichtigsten Botschaft Jesu, dem Gebot der Nächstenliebe eine besondere Bedeutung zu. „Die Macht der Nächstenliebe kann die Welt verändern und die Menschen sollen in Jesus einen Masterplan entdecken und sich an seinen Botschaften wieder orientieren,“ so Lang abschließend. In den Wochen davor hatten die Auersmacher den kompletten Chorraum und den Altar umgestaltet. Der sakrale Raum bietet in der Inszenierung eine interessante Herausforderung und eröffnet neue Möglichkeiten. Durch die schlichte Bühne konzentrierte sich die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf das Handeln und die Verkündigung Jesu. Auch der Chorraum wurde dabei szenisch genutzt, so stellte der Gang zwischen den Bankreihen sogar den Kreuzweg dar, in dem Jesus-Darsteller Peter Lang das schwere Holzkreuz zur Kreuzigungsstätte zog. Rund 250 Darsteller fast aller Generationen teilweise schon mehrere Jahrzehnte dabei, sind an dem Spiel beteiligt.

Rund 250 Darsteller

aller Generationen

Regie führen jetzt Gilbert Meßner und Sebastian Wagner, ebenfalls seit langer Zeit mit dem Spiel zum Wirken und Tod Jesu vertraut.

Die Bewirtung im Theater- und Passionscafé, dem Pfarrsaal, im Untergeschoss des Gotteshauses, haben Mitglieder des Verwaltungsrates der Kirchengemeinde Sitterswald die Bewirtung übernommen. Darüber hinaus werden Taufkreuze verkauft. Dessen Erlös kommt den Flutopfern im Passionsspielort Schuld an der Ahr zugute.

Der Kirchenraum bietet für die Aufführungen 250 Plätze mit guter Sicht auf die Bühne. Die Sitzplätze (zwei Kategorien) sind nicht nummeriert. Innerhalb der Preiskategorie gilt freie Sitzplatzwahl, Platzanweiser sind behilflich. Das Passionsspiel findet ohne Pause statt und dauert etwa zweieinhalb Stunden. Karten oder Gutscheine für die abgesagten Aufführungen der Passionsspiele 2020 werden gegen Karten für einen der aktuellen Termine eingetauscht. Die restlichen Termine: Montag, 3. Oktober, 16 Uhr; Samstag, 8. Oktober, 18 Uhr; Sonntag, 9. Oktober, 16 Uhr; Samstag, 15. Oktober, 18 Uhr und Sonntag, 16. Oktober, 16 Uhr. Die Preise: Erwachsene: Preiskategorie A: 25 Euro; Preiskategorie B: 20 Euro, Kinder bis 12 Jahre: Eintritt frei mit einer vollzahlenden Person, Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren: 15 Euro, Rollstuhlfahrer mit Begleitperson: 25 Euro, Preisnachlass von zehn Prozent bei Gruppen ab 25 Personen: Kartenreservierung unter Tel. (0 68 05) 9 31 97 77 oder www.passionsspiele-auersmacher.de/karten/ red./jj

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