Ein Kuriosum der Literaturgeschichte

Der gebürtige Lothringer Alphonse Walter begibt sich auf Spurensuche in Phalsbourg. Foto: Rosa Luxemburg Stiftung
Der gebürtige Lothringer Alphonse Walter begibt sich auf Spurensuche in Phalsbourg. Foto: Rosa Luxemburg Stiftung - (Bild 1 von 1)

Saarbrücken / Phalsbourg. Nach dem Erfolg mit „Himmeldonnerwetter“, einem Film mit Alfred Gulden, in dem die Rosa Luxemburg Stiftung an den deutsch-französischen Krieg erinnert, wurde nun der neue, grenzüberschreitender Kurzfilm über das Schriftsteller-Duo Erckmann-Chatrian fertig.

Gerade rechtzeitig zum 200. Geburtstag von Emile Erckmann. Zusammen mit Alphonse Walter begaben sich die Akteure auf Spurensuche in die Heimatstadt Phalsbourg, wo deren Wirken noch heute unübersehbar ist.

Emile Erckmann (1822 – 1899) und Alexandre Chatrian (1826 – 1890) – zwei Köpfe, zwei Temperamente und doch ein Autor – sind ein Kuriosum der Literaturgeschichte.

Als kongeniales Duett bei schäumendem elsässischem Bier bis tief in die Nacht beisammensitzend, erörterten sie, was Erckmann, der eigentliche Kreative, am Tage geschrieben und Chatrian, der eher fürs Kompositorische begabte kritische Verstand, dem hinzuzufügen hatte.

Als „Grenzländer“ waren beide im demokratischen französischen Denken als auch in der deutschen Erzähltradition verwurzelt. Ihre zahlreichen Romane siedelten sie meist im Raum Lothringen-Elsass-Pfalz-Saar an.

Ein Gebiet, das heute als Großregion Saar-Lor-Lux bekannt ist. Wichtigster Bezugspunkt ist ihre Heimatstadt Phalsbourg, deren Bewohner die Auswirkungen von weltgeschichtlichen Ereignissen erleben und erleiden mussten. Noch heute erfahren Emile und Alexandre dort große Verehrung und sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken.

Der 200. Geburtstag Emile Erckmanns am 21. Mai 2022 ist Anlass für diesen Kurzfilm. Der gebürtige Lothringer Alphonse Walter, Autor, Übersetzer und Theatermacher, begibt sich auf Einladung der Rosa Luxemburg Stiftung Saar darin auf Spurensuche in Phalsbourg und erinnert an die universellen Werte, die in den Romanen durchschimmern und noch heute aktuell klingen: ein republikanisches Grundgefühl, umfassende Menschenrechte, Bewahrung des Friedens und Ablehnung von jeglichem ­Antisemitismus.

Zugang zur deutschen und französischen Version unter saar.rosalux.de.red./dos

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