„Ectasium“ – Skulpturen und Papierarbeiten

Person vor einer Skulptur der Frankfurter Künstlerin Emilia Neumann. Foto: Jens Gerber
Person vor einer Skulptur der Frankfurter Künstlerin Emilia Neumann. Foto: Jens Gerber - (Bild 1 von 1)

St. Wendel. Das Museum St. Wendel eröffnet am Freitag, 20. Mai, eine Ausstellung mit Arbeiten der Frankfurter Künstlerin Emilia Neumann. Zu sehen ist die für St. Wendel geschaffene Werkgruppe „Ectasium“ aus expressiven hängenden Skulpturen sowie eine Reihe von Papierarbeiten unter dem Titel „Hills and Bodies“.

Der Ausstellungstitel verweist auf einen rund 1,3 Milliarden Jahre zurückliegenden geologischen Zeitabschnitt, in dem sich der Superkontinent Rodinia herausgebildet haben soll. In dieser Periode der Erdgeschichte sind Spuren ersten Lebens nachweisbar. Wechselnde Aggregatzustände, Bewegung und Erstarrung, Ganzheit und Fragment und damit einhergehend zeitliche Ausdehnung und Augenblick – das sind Faktoren, die sich in den Arbeiten der Bildhauerin Emilia Neumann niederschlagen und wesentlich für ihre künstlerische Praxis sind. Emilia Neumanns Arbeitsmaterialien sind oftmals Fundstücke vom Schrottplatz, die sie mit Silikon abformt. Diese Formen bearbeitet und verändert sie, um sie dann mit Gips auszugießen. In den noch flüssigen Gips arbeitet sie Farbpigmente ein, wodurch die expressive Farbgebung der Skulpturen entsteht. Die Ausgangsform ist nicht mehr eindeutig zu identifizieren. So entstehen Variationen von Mischwesen, die zugleich technisch als auch organisch anmuten und vielfältige Assoziationen hervorrufen. Sind es Überbleibsel einer fernen Vergangenheit oder Vorboten einer fernen Zukunft? Ihnen gegenüber gestellt sind zwei große Formationen mit ebenso bewegter farbiger Oberfläche. Nur leicht sich berührend scheinen sie gerade im Augenblick des Auseinanderbrechens innezuhalten.

Der mit dem Ausstellungstitel hergestellte Bezug zu erdgeschichtlichen Formationen und Entstehungsprozessen zeigt sich auch in den farblich nuancierten poetisch verdichteten Papierarbeiten. Die in verschiedenen Flüssigkeiten gelösten Farbpigmente bilden auf dem Papier Formen, die gleichermaßen Assoziationen an Gebirgslandschaften als auch an mikroskopische organische Strukturen wecken.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Eröffnung ist am 20. Mai, 18.30 Uhr. Emilia Neumann wird bei der Eröffnung anwesend sein. Es wird darum gebeten im Museum eine Maske zu tragen. Öffentliche Führungen finden jeweils sonntags um 15 Uhr am 12. und 26. Juni, sowie am 10. und 31. Juli statt. Ein Künstlerinnengespräch gibt es am Donnerstag, 23. Juni, 18 Uhr. Die Ausstellung läuft bis 7. Augustred./hr

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