Dreyer sieht Bahnreaktivierung im Zeitplan

Zweibrücken. Spätestens im Juni 2025 sollen zwischen Zweibrücken und Homburg wieder Züge rollen. „An dem Ziel halten wir fest“, versicherte Werner Schreiner, der frühere Geschäftsführer des VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) während des jüngsten Besuches der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Zweibrücken.

Buslinie zwischen Zweibrücken und Bitche geplant

Die Regierungschefin berichtete, dass nun bereits das Planfeststellungsverfahren anstehe. „Wir hoffen, dass die Einwendungen in Grenzen bleiben. Dann könnte im Sommer der Vertrag unterzeichnet werden und mit den Ausschreibungen begonnen werden, ergänzte Schreiner, der von der Beauftragte der Landesregierung für dieses Projekt. Die Eisenbahnstrecke zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz ist 11,1 Kilometer lang. 7,5 Kilometer davon werden nun reaktiviert. Die Fahrtzeit mit der erweiterten S-Bahn Rhein-Neckar würde mit drei Haltepunkten (Einöd, Schwarzenacker und Beeden) rund 15 Minuten betragen. Möglich wurde die Reaktivierung durch eine Novelle des Gemeindefinanzierungsgesetzes durch den Bund. Demnach muss das Saarland für die Reaktivierung der Strecke Homburg–Zweibrücken nur noch rund 2 Millionen Euro statt der ursprünglich geplanten 4,7 Millionen Euro aufbringen. Für Rheinland-Pfalz bedeutet die neue Bundesförderung eine Einsparung von rund 5 Millionen Euro. Rheinland-Pfalz plant, die Reaktivierung der 1857 eröffneten Bahnlinie und deren Betrieb nun mit insgesamt rund 29 Millionen Euro zu unterstützen, obwohl die Strecke zum größten Teil im Gebiet des Saarlandes liegt. Neben der Bahnlinie soll auch ein Haltepunkt am Rosengarten und eine Buslinie zwischen Zweibrücken und dem französischen Bitche auf den Weg gebracht werden. Schreiner hat für Letzteres bereits einen europäischen Fördertopf ausfindig gemacht und mit den Verantwortlichen in der Saarpfalz gesprochen, die Unterstützung für das Vorhaben signalisiert hätten. Zudem soll der Bahnsteig in Zweibrücken auf 76 Zentimeter angehoben werden und damit künftig barrierefrei sein. Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza sieht in den Maßnahmen wichtige Impulse für Tourismus und Wirtschaft.

Wichtige Impulse für

Tourismus und Wirtschaft

Außerdem erfolge eine bessere Anbindung an den Bahnfern- und den Flugverkehr. Nach Fertigstellung der Bahnstrecke können die Fahrgäste dann von der Rosenstadt bis bis ins württembergische Osterburken fahren. Bei der Pressekonferenz waren auch Bürger per Internet zugeschaltet, die Fragen stellen konnten. Dabei wurden auch Fahrradmobilität und ein Umweltticket thematisiert. Für Räder seien große Abteile geschaffen worden, so Schreiner. Mit Blick auf ein Umweltticket verwies er auf die seiner Auffassung nach günstige Tarifstruktur des VRN. So könnte man für 11,50 Euro pro Tag im ganzen Netz unterwegs sein, das bis nach Würzburg reiche. Der 5-Personenticket kostet 39 Euro. Dreyer betonte, dass sie gern mit der Bahn reise. Fehlen dürfe dabei aber keinesfalls ein Kaffee und etwas Süßes. nob

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